Intelligente Stromnetze erfordern investitionsfreundliche Rahmenbedingungen

Tarife als wichtiges Instrument zur Modernisierung der Energiesysteme; Diskussion über Neugestaltung notwendig

Wien (OTS) - Der Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI) begrüßt die aktuelle Diskussion um eine neue Stromnetzentgeltstruktur. Durch die sukzessive Umstellung der Energieproduktion von fossilen auf erneuerbare Energieträger verändern sich auch die Anforderungen an das Stromnetz massiv.  

Um die Stromnetze für diese neuen Herausforderungen fit zu machen, müssen seitens der Regulierungsbehörden und des Gesetzgebers Anreize für die Netzbetreiber geschaffen werden, welche die notwendigen Investitionen in die Digitalisierung der Netze ermöglichen. Die dafür erforderlichen finanziellen Aufwendungen sind möglichst verursachergerecht zu verteilen. Stromtarife, die die tatsächlichen Kosten des Netzbetriebs und -ausbaus widerspiegeln, sind ein wichtiges Instrument zur Modernisierung der Energiesysteme. 

Da Energie nun in beide Richtungen transportiert werden muss und Leistungsspitzen zunehmen, kann die Energiewende nur auf Basis intelligenter Stromnetze realisiert werden. Diese müssen sowohl eine verstärkte Einspeisung aus dezentralen Stromquellen und Speichern als auch Netzstabilität ermöglichen. Bislang wurden Stromnetze nach Standardprofilen geplant, da man das Verbraucherverhalten gut vorhersagen konnte. Werden nun Gebäude selbst zu Stromlieferanten oder kommt es durch die Verbreitung von Elektroautos zu Verbrauchsspitzen, braucht es auch neue Planungsansätze für die Netze. 

Gelingt es, Investitionsanreize zum Netzausbau zu schaffen, erscheint die flächendeckende Etablierung von Smart Grids, also intelligenten Stromnetzen, bis 2020 als sehr realistisch. Eine Neugestaltung der Stromnetzentgeltstruktur zur Schaffung investitionsfreundlicher Rahmenbedingungen kann dazu einen wertvollen Beitrag leisten. 

Über den FEEI

Der Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie vertritt in Österreich die Interessen des zweitgrößten Industriezweigs mit rund 300 Unternehmen, über 60.000 Beschäftigten und einem Produktionswert von 13,4 Milliarden Euro (Stand 2015). Gemeinsam mit seinen Netzwerkpartnern – dazu gehören u. a. die Fachhochschule Technikum Wien, UFH, die Plattform Industrie 4.0, Forum Mobilkommunikation (FMK), Umweltforum Starterbatterien (UFS), der Verband Alternativer Telekom-Netzbetreiber (VAT) und der Verband der Bahnindustrie – ist es das oberste Ziel des FEEI, die Position der österreichischen Elektro- und Elektronikindustrie im weltweit geführten Standortwettbewerb zu stärken. www.feei.at 

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