- 13.04.2017, 08:00:01
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„profil“: Sammlung Essl – Albertina-Kurator tritt zurück
Vertreter des Bundeskanzleramtes Havranek kritisiert mangelnde „Transparenz“
Utl.: Vertreter des Bundeskanzleramtes Havranek kritisiert mangelnde
„Transparenz“ =
Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin „profil“ in seiner Freitag
erscheinenden Ausgabe berichtet, zeitigt die Übernahme der Sammlung
Essl durch die Albertina (im Wege einer Dauerleihgabe) personelle
Konsequenzen. Am 3. April reichte Kurator Günther Havranek bei
SPÖ-Kanzleramts- und Kulturminister Thomas Drozda den sofortigen
Rücktritt aus dem Kuratorium der Albertina ein. Havranek, SPÖ-naher
Wiener Steuerberater und Eigentümervertreter der Tageszeitung
„heute“, war von Drozdas Vorgänger Josef Ostermayer in das
Kontrollgremium des Bundesmuseums entsandt worden.
Laut dem „profil“ vorliegenden Rücktrittsschreiben sieht Havranek
„in diesem Deal die Grundsätze der Sparsamkeit, Wirtschaftlichkeit
und Zweckmäßigkeit nicht ausreichend transparent dargestellt“,
weshalb er bei der Kuratoriumssitzung am 19. Jänner (gemeinsam mit
der Vertreterin des Finanzministeriums) auch gegen die
„Essl-Vereinbarung“ gestimmt habe. Die Dauerleihgabe läuft bis 2044;
für 2017 wurden aus dem laufenden Budget des Kanzleramtes 1,1
Millionen Euro reserviert. Die Finanzierung darüber hinaus könnte
laut „profil“ noch zu Diskussionen mit dem Finanzministerium führen.
Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder verweist auf die
„Ermächtigung“ sowie „verbindliche Zusagen“ des zuständigen Ressorts:
„Die Welt wäre ärmer, gäbe es keine Dauerleihgaben. Wir konnten
sicherstellen, dass 50 Jahre Kunstgeschichte öffentlich zugänglich
bleiben.“
Drozdas Kabinett wollte Havraneks Rücktritt nicht kommentieren. In
einer „profil“ übermittelten Stellungnahme heißt es, die Kooperation
werde „die Sammlung Essl als Markstein in der Museumslandschaft
etablieren“. Und: „Die geplanten Zuwendungen von einer Million Euro
jährlich werden in den kommenden Budgetverhandlungen im Herbst
verhandelt.“
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