• 07.04.2017, 13:22:19
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  • OTS0158

„kulturMontag“ am 10. April: Wiener Grant, Wahl in Frankreich und die Zukunft der Menschheit

Außerdem: Dokumentation „Die literarischen Reisen des Herrn Pollack“

Utl.: Außerdem: Dokumentation „Die literarischen Reisen des Herrn
Pollack“ =

Wien (OTS) - Der „kulturMontag“ am 10. April 2017 um 22.30 Uhr in ORF
2, präsentiert von Clarissa Stadler, ist ganz Mensch-zentriert.
Zuerst geht es um die Essenz des Wienerischen, anlässlich der
Filmschau „Der große Grant“ im Wiener Filmmuseum. Danach steht der
neue Roman von Yuval Noah Harari „Homo Deus“ im Mittelpunkt. Darin
beschreibt der israelische Historiker drei Wege, wie das „Upgrading“
des Menschen zum „göttlichen Menschen“ vonstattengehen könnte:
mittels Bioengineerings, Cyborgs – also Hybriden von Mensch und
Maschine – oder mittels anorganischen Lebens. In die ganz nahe
Zukunft blickt der „kulturMontag“ ebenfalls – nach Frankreich und
analysiert die Stimmung in der Grande Nation knapp vor der Wahl.
Anschließend an das Magazin steht die Dokumentation „Die
literarischen Reisen des Herrn Pollack“ (23.15 Uhr) auf dem Programm.
Der Film von Björn Kölz und Gernot Stadler begleitet den aus
Oberösterreich stammenden Schriftsteller zu den Schauplätzen seines
literarischen Schaffens.

Homo granticus: Die Essenz des Wienerischen anlässlich der Filmschau
„Der große Grant“

Es gibt Reiseführer, die warnen Touristen vor ihm – andere empfehlen
ihn ausdrücklich als typisch wienerisches Naturphänomen: den
grantigen Wiener Kellner. Grant gibt es überall – wohl nirgends aber
wird er so kultiviert wie in der Bundeshauptstadt. Dem Phänomen der
„grumpy old men“ widmet sich nun die Schau „Der große Grant“ im
Österreichischen Filmmuseum, die unter anderen Hans Moser und Louis
de Funès noch einmal auf die Leinwand bringt. Der „kulturMontag“
nimmt dies zum Anlass, dem Grant und den damit verbundenen Klischees
auf den Giftzahn zu fühlen. Kabarettistin Andrea Händler empfindet
Grant als seelisch entlastend – ganz im Gegensatz zu aufgesetzter
Fröhlichkeit. Die DNA des Grant verortet Psychoanalytiker August Ruhs
im obrigkeitshörigen kakanischen Menschen: In der Monarchie durfte
man seinen Aggressionen nicht so ohne weiteres Lauf lassen. Der
langjährige Wien-Korrespondent der NZZ, Charles Ritterband, sieht
Grant ebenfalls historisch gewachsen: „die langen Jahre hinter dem
Eisernen Vorhang“ hätten, wie er meint, auf das Wiener Gemüt wie ein
Druckkochtopf gewirkt. Und Michael Ostrowski sieht Louis de Funès und
Hans Moser als wichtige Inspirationsquellen seines komödiantischen
Schaffens.

Homo Deus: Auf in die nächste Evolutionsstufe mit den Zukunftsthesen
des Yuval Noah Harari

Der israelische Historiker glaubt die Götter von morgen zu kennen.
„Homo Deus“ heißt sein aktueller Bestseller, der „eine Geschichte von
Morgen“ erzählt, das Feuilleton schwärmt vom Buch der Stunde. Der
Homo Sapiens sei ein Auslaufmodell, die Menschheit der nahen Zukunft
werde Leistungen vollbringen, die traditionell dem Himmel
zugeschrieben werden. Klingt pathetisch? Nach Science Fiction?
Tatsächlich existiert heute schon ein Labor der Evolution und dieses
heißt Silicon Valley. Artificial Intelligence, Big Data, Virtuelle
Realität und Algorithmus sind längst keine Begriffe mehr, die ins
Phantastische verweisen, sondern an denen sich die Zukunft
entscheidet. Nicht Autos, Textilien oder Lebensmittel werden die
wichtigsten Handelsgüter in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts
sein, sondern Körper und Gehirn. Harari sieht drei Wege, wie das
„Upgrading“ des Menschen zum „Homo Deus“ vonstattengehen könnte:
mittels Bioengineerings, Cyborgs – also Hybriden von Mensch und
Maschine – oder mittels anorganischen Lebens. Was diese neue Spezies
für die Gesellschaft bedeutet und wie wir uns auf eine Ökonomie der
Zukunft einstellen müssen – Harari schildert seine Thesen im
Interview mit dem „kulturMontag“.

Homo populisticus: Spaltpilz Marine Le Pen und ein Stimmungsbericht
über Frankreich vor der Wahl

Es sei „Die unvorhersehbarste Wahl aller Zeiten“ laut französischen
Schlagzeilen. Wie ist die Stimmung im Land kurz vor der
Präsidentschaftswahl? In Hénin-Beaumont liegt die Arbeitslosenrate
bei knapp 19 Prozent, deutlich höher als im Landesschnitt. Aufgeräumt
ist die Stimmung in dem Arbeiterstädtchen dieser Tage, es ist eine
Hochburg des Front National. Regisseur Lucas Belvaux hat viele der
Menschen, die er hier kennengelernt hat, in seinen Spielfilm „Chez
nous“ über den Aufstieg einer rechten Partei einfließen lassen. Seine
Botschaft an das Publikum: Es sei ein Irrglaube, dass man mit einem
Votum für Le Pen die Arbeitslosigkeit abwählen könne. Elisabeth Lévy
galt einst als linke Intellektuelle, jetzt ist sie Chefredakteurin
des reaktionären Magazins „Causeur“. Sie glaubt, Le Pen sei die
einzige, die die Probleme des Landes – und damit meint sie Islam und
Migration – offen anspreche. Der Philosoph Frédéric Worms glaubt an
keine Umfärbung des Landes und kalmiert: Das Land sei gegen die
extreme Rechte geimpft. Der „kulturMontag“ mit einem
Stimmungsbericht.

Dokumentation „Die literarischen Reisen des Herrn Pollack“ (23.15
Uhr)

In seinen Büchern führt Martin Pollack sein Publikum stets an
vermeintlich unbekannte Orte, in ferne Länder, zu unbekannten
Landschaften, die sich bei näherem Hinsehen als gar nicht so fern und
unbekannt entpuppen. Und einmal angekommen, konfrontiert er die
Leserinnen und Leser mit unschönen Wahrheiten, von denen sie
vielleicht lieber nichts erfahren hätten. Der Film ist eine
Spurensuche nach Czernowitz oder Lemberg in die Ukraine, jene
Gegenden, die einst unter dem Zepter Habsburgs für eine reiche
polnisch-jüdisch-deutsch-ukrainisch geprägte kulturelle Vielfalt
standen, die von den großen Totalitarismen des 20. Jahrhunderts, dem
NS- und dem Sowjetterror ausgelöscht wurde. Zurückgeblieben sind
„kontaminierte Landschaften“, wie Martin Pollack es nennt, und ein
Land auf der Suche nach seiner Identität. Im Film begegnet das
Publikum auch langjährigen Weggefährten Martin Pollacks, die zu
Freunden geworden sind, wie dem Fotografen Chris Niedenthal, dem
Historiker Timothy Snyder oder dem Verleger Vasyl Dronyak. Und
schließlich begleitet der Film Martin Pollack nach Tüffer, jenen
nahezu mystischen Ort aus den Erzählungen seines Großvaters, der sich
viel später als die Kleinstadt Laško im heutigen Slowenien
herausgestellt hat.

Der „kulturMontag“ wird als Live-Stream sowie nach der
TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand auf der
Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) bereitgestellt.

Das gesamte TV-Angebot des ORF – ORF eins, ORF 2, ORF III, ORF SPORT
+ sowie 3sat – ist auch im HD-Standard zu empfangen. Alle
Informationen zum ORF-HD-Empfang und zur Einstellung der neuen
HD-Angebote finden sich auf der Website hd.ORF.at, die
ORF-Service-Hotline 0800 / 090 010 gibt kostenfrei aus ganz
Österreich persönliche Hilfestellung.

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