Depression ist keine Endstation: Psychotherapie hilft!

Weltgesundheitstag 2017 unter dem Motto „Depression – Let´s talk“: 50 Prozent der Betroffenen bekommen keine Therapie

Wien (OTS) - In Österreich leiden rund eine Million Menschen an psychischen Erkrankungen, davon etwa 800.000 an Depressionen. Weltweit sind mehr als 300 Millionen Menschen betroffen. Die Dunkelziffer scheint noch höher zu sein, denn Depression ist nach wie vor ein verdrängtes Leiden. Viele Betroffene wollen ihre Krankheit nicht wahrhaben, schämen sich dafür und holen sich somit auch keine Hilfe. Hier gilt es ein Tabu zu brechen.

Reden hilft!

Darüber zu sprechen, sei es zunächst mit einer vertrauten Person, ist ein erster Schritt zur Linderung. Reicht das nicht mehr aus um sich besser zu fühlen, ist Psychotherapie DIE Methode um Angst und Depressionen in den Griff zu bekommen.

Auf www.psychotherapie.at, der Website des Österreichischen Bundesverbands für Psychotherapie, finden Betroffene PsychotherapeutInnen in ihrer Region.

Laut WHO werden 50 Prozent der Erkrankten nicht behandelt. Dies liegt nicht nur an der Hemmung zu der Krankheit zu stehen, sondern auch an der Versorgung. Aufgrund der Wartezeiten und der Kosten, die viele PatientInnen in Österreich großteils selber tragen müssen, sind psychisch Kranke im Vergleich zu organisch Erkrankten sehr benachteiligt.
Die Gebietskrankenkassen leisten seit 25 Jahren lediglich einen Zuschuss von 21,80 Euro pro Therapieeinheit; bei kleineren Krankenkassen schwankt der Zuschuss zwischen 28 – 50 Euro.
Bei den viel zu geringen Kassen-Therapieplätzen fallen monatelange Wartezeiten an, was bei psychischen Leiden fatal ist.

„Die Menschen werden mit ihrer Erkrankung im Regen stehen gelassen, sofern sie sich eine Therapie aus eigener Tasche nicht leisten können. Wenn man sich vorstellt, dass Asthmatiker ihre Behandlung selbst bezahlen müssten, gäbe es einen Aufschrei“, klagt Dr. Peter Stippl, Präsident des ÖBVP.
„Die Gesundheitspolitik muss realisieren, dass es keine wirkliche Gesundheit ohne psychischer Gesundheit gibt.“

Zwischen 2005 und 2015 ist die Zahl der Menschen, die unter Depressionen leiden laut WHO um 18 Prozent gestiegen. „Alarmierend“, sagt Dr. Stippl, „Um diesen Trend zu stoppen, müssen sich die Krankenkassen und Gesundheitspolitiker ernsthaft mit dieser Problemlage befassen.“

Der ÖBVP fordert daher für psychisch Erkrankte:

  • Möglichkeit, jederzeit leistbare psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen, wie einen Zahnarztbesuch
  • Enttabuisierung psychischer Leiden
  • Anhebung des Kostenzuschusses auf mindestens 40 Euro

Rückfragen & Kontakt:

Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie
Mag. Barbara Zsivkovits
Öffentlichkeitsarbeit
01/512 70 90-23
oebvp.zsivkovits@psychotherapie.at
www.psychotherapie.at

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