Junge Freiwillige: Verantwortung geben und ranlassen an klare Aufgaben

#YOUNGVOLUNTEERS: Wie sich junge Individualisten heute engagieren wollen

Wien (OTS) - Wien, 5. April 2017 – Junge Menschen wollen sich unverändert engagieren. Aber das „Vereins-Amterl“ auf Lebenszeit zieht nicht mehr: Organisationen, die junge Freiwillige gewinnen wollen, müssen sich an geänderte Lebens- und Wertewelten anpassen. Junge Freiwillige wollen Verantwortung übernehmen und erwarten klar abgesteckte Aufgaben.

Das sagte die Jugendkulturforscherin Martina Schorn vor Vertretern von gemeinnützigen Organisationen, die mit Freiwilligen arbeiten. Ihr Vortrag fand im Vorfeld der #YOUNGVOLUNTEERS 2017 statt. Bei dieser Freiwilligenmesse können Studierende unkompliziert die Arbeit von über 50 NGOs kennenlernen, erste Kontakte knüpfen oder direkt ein freiwilliges Engagement vereinbaren (am 15. Mai, Universität Wien. Vertretene NGOs und weitere Info auf www.freiwilligenmesse.at).

Unsichere Umwelt – sicheres Engagement

Junge Leute, die sich engagieren, erwarten klar abgesteckte Aufgaben, so Schorn in ihrem Vortrag „Clicktivist. Activist. Volunteer. Jugendliches Engagement im Zeitalter der Digitalisierung“. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Jugendkulturforschung weiter: „Im Leben junger Menschen ist heute so vieles unsicher – von der eigenen Identität bis zur beruflichen Zukunft –, dass sie sich wenigstens von einem sozialen Engagement Sicherheit erwarten“. Dazu gehört auch ein klarer Zeitrahmen: Schon bei Beginn eines Engagements sollte angesprochen werden, dass dieses auch ein Ende haben darf – etwa, wenn das Studium einfach keine Zeit lässt, oder wenn ein Projekt erfolgreich abgeschlossen wurde.

Imagepflege und gepostete Realität

Jugendliche wollen ihr Engagement „vorzeigen“ können: Es muss das Image der Freiwilligen steigern – nicht weil diese eitler sind als früher, sondern weil Individualität und Selbstvermarktung zur beinharten „Pflicht“ geworden sind. Ein Engagement wird im digitalen Zeitalter umso attraktiver, je eher es sich etwa in sozialen Medien darstellen lässt: „Etwas, von dem es kein Foto gibt, ist auch nicht passiert“, sagte Schorn.

Generell erwarten Jugendliche, dass ihnen freiwilliges Engagement etwas bringt: Die einen wollen vor allem Spaß, andere suchen neue Freunde, wieder andere neue Erfahrungen. Den reinen Philantropen findet man fast nicht mehr.

Großorganisation oder informelle Projekte

Dabei haben die junge Menschen klare Vorstellungen, wofür sie sich einsetzen möchten: Die meisten denken laut Schorn an eine der großen Hilfsorganisationen wie Arbeitersamariterbund, Caritas oder Rotes Kreuz. Attraktiv finden sie aber auch informelle Projekte und Hilfeleistung in der unmittelbaren Nachbarschaft, gefolgt von Engagement für Menschenrechte (etwa bei Amnesty), im Sportverein oder für die Umwelt.

Schorn machte deutlich, dass es „die“ Jugend nicht gibt: Typische Milieus seien etwa die „Postmateriellen“ und die „Konservativ-bürgerlichen“, beides klassische Zielgruppen für Organisationen, die junge Freiwillige werben wollen. Diese Gruppen werden jedoch kleiner. Zahlenmäßig stärker werden dagegen die „digitalen Individualisten“.

Herausforderung für gemeinnützige Organisationen

Die gute Botschaft von Schorn: Auch die „digitalen Individualisten“ sind für freiwilliges Engagement offen. Für sie sind jedoch Erfolg, Erlebnis und Authentizität besonders wichtig. Das stelle die Organisationen vor ganz neue Herausforderungen, sagte Schorn: Diese Gruppe werde sich vor allem kurzfristig in ein konkretes Projekt einbinden lassen.

Für Vereine hat das weitreichende Konsequenzen, erklärten erfahrene Ehrenamtsmanager in der Diskussion: Sie müssen ihre Angebote für junge Freiwillige und deren Betreuung von Grund auf verändern, um dieser gesellschaftlichen Entwicklung Rechnung zu tragen.

#YOUNGVOLUNTEERS 2017

Wo kann ich mich engagieren? Wo werde ich gebraucht? Unkompliziert über 50 gemeinnützige Organisationen – von Amnesty bis youngCaritas – kennenlernen und Chancen zum freiwilligen Engagement entdecken.

Datum: 15.05.2017, 10:00 - 19:00 Uhr

Ort: Universität Wien Hauptgebäude, Eintritt frei
Universitätsring 1, 1010 Wien, Österreich

Url: www.freiwilligenmesse.at

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Frank Butschbacher
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