- 30.03.2017, 14:19:04
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WKO Steiermark, Polizei und TU Graz starten neue Sicherheitspartnerschaft für die Wirtschaft
Ziel der Kooperation ist die Stärkung der Prävention und der Information, aber auch die Umsetzung neuer Sicherheitsangebote speziell für Unternehmerinnen und Unternehmer
Utl.: Ziel der Kooperation ist die Stärkung der Prävention und der
Information, aber auch die Umsetzung neuer Sicherheitsangebote
speziell für Unternehmerinnen und Unternehmer =
Graz (OTS) - Aufgrund der zuletzt zum Teil signifikanten Steigerungen
bei vielen für die Wirtschaft relevanten Kriminalitätsformen
schließen Polizei, WKO Steiermark und TU Graz eine neue
Kooperationsvereinbarung ab. Ziel dieser ist die Stärkung der
Prävention und der Information, aber auch die Umsetzung neuer
Sicherheitsangebote speziell für Unternehmerinnen und Unternehmer.
Konkret werden im Rahmen der GEMEINSAM.SICHER-Strategie
Sicherheitskoordinatoren für Unternehmer namhaft gemacht, die als
Kontaktpersonen der Wirtschaft fungieren. Dazu wird in den sozialen
Medien ein neuer Informationsdienst aufgebaut, der allen Unternehmern
sicherheitsrelevante Top-Infos liefern soll. Die TU Graz leistet
darüber hinaus wissenschaftlichen Support gegen die zunehmende
Cyberkriminalität.
Während die Gesamtzahl der in der Steiermark angezeigten Straftaten
im Vorjahr um 1,6 Prozent auf insgesamt 55.497 gesunken ist, sind
einige für die Wirtschaft relevanten Kriminalitätsformen zuletzt
gestiegen. Allen voran der Bereich Cyberkriminalität, hier gab es im
vergangenen Jahr 1.425 angezeigte Fälle – das entspricht einem Plus
von 31,1 Prozent gegenüber 2015. Ebenfalls gestiegen sind
Eigentumsdelikte in Firmen und Geschäften, hier wurden 2016
steiermarkweit um 4,7 Prozent mehr Fälle – nämlich 1276 – angezeigt
als im Jahr zuvor. Gleiches gilt für Taschen- und Trickdiebstahl:
2.397 Anzeigen stehen hier für 2016 in der Steiermark zur Buche, das
ist ein Plus von 16,1 Prozent.
Diese Statistik setzt sich natürlich nicht in allen Bereichen der
Wirtschaft fort. Trotzdem bestehe Handlungsbedarf, „vor allem um das
subjektive Sicherheitsempfinden zu steigern“, sind sich
Landespolizeidirektor Josef Klamminger und WKO Steiermark Präsident
Josef Herk einig. Gemeinsam mit der TU Graz startet man aus diesem
Grund im Rahmen der GEMEINSAM.SICHER-Strategie des Bundesministeriums
für Inneres eine neue Sicherheitspartnerschaft. Ziel dieser ist eine
Stärkung der Kriminalprävention – zum einen durch verstärkte
Informationstätigkeit, zum anderen durch gezielte Aufklärungsarbeit
und neue Angebote. Folgende Schwerpunkte wurden mit der
Kooperationsvereinbarung festgelegt:
➢ Sicherheitskoordinatoren als Kontaktpersonen. Seitens der Polizei
werden – vorerst probeweise in Graz und Graz-Umgebung –
Sicherheitskoordinatoren für die Wirtschaft namhaft gemacht. Diese
werden für die Unternehmer vor Ort als eine Art Vertrauenspolizist
fungieren und sicherheitsrelevanten Rat und Information aus erster
Hand bieten.
➢ Neuer Info-Dienst über soziale Medien. Für die Wirtschaft
sicherheitsrelevante Informationen, wie Fälle von Ladendiebstahl,
Trickbetrug oder Falschgeld, sollen künftig noch schneller bei den
Betrieben vor Ort ankommen. Gelingen soll das über eine neue
Info-Schiene über die sozialen Medien. Zum Start wird diese über
Facebook angeboten, und zwar über die Gruppe „Gemeinsam.Sicher mit
der WKO Steiermark“. Der Aufbau weiterer Informationskanäle, wie
eigene RSS-Dienste oder eine spezielle WhatsApp-Applikation, befindet
sich in Planung.
➢ Ausbau der Prävention und Information. Polizei und WKO werden
gemeinsam die Präventionsangebote ausbauen, speziell – aber nicht nur
– was die zunehmende Cyberkriminalität betrifft. Hier soll mit
wissenschaftlichem Support der TU Graz, die neueste
Forschungsergebnisse einfließen lässt, den steirischen Unternehmern
Top-Information angeboten werden. Schließlich wird der aus
Cyberkriminalität und Betriebsspionage resultierende Schaden für die
österreichische Wirtschaft mittlerweile bereits auf 1,6 Milliarden
Euro pro Jahr geschätzt – Tendenz steigend.
➢ Schulungs- und Seminarangebote. Die TU Graz wird – in enger
Abstimmung mit der Polizei – Schulungen und Seminare speziell für
Unternehmerinnen und Unternehmer anbieten, die auf den Bereich
Cybersicherheit abzielen. Das Angebot richtet sich vor allem an
Klein- und Mittelunternehmen.
➢ Ausbau der „Sicherheitsinseln“. Das in Graz erfolgreich gestartete
Pilotprojekt wird auf alle urbanen Zentren der Steiermark
ausgeweitet. Unternehmer kennzeichnen dabei mittels Aufkleber ihr
Geschäftslokal als „Sicherheitsinsel“ und signalisieren damit, dass
Hilfesuchende bei ihnen ohne Konsumzwang willkommen sind – zum
Beispiel, wenn es darum geht, ein dringendes Telefonat zu tätigen,
das WC zu benutzen oder ein Glas Wasser zu erhalten, um Medikamente
einzunehmen.
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