Stellungnahme von ehemaligen Grazer ÖH Vorsitzenden zu Grüne Studierende

Grüne Studierende in Graz eine wichtige Säule der Grünen Bewegung

Graz (OTS) - Stellungnahme von ehemaligen Grazer ÖH Vorsitzenden: Grüne Studierende in Graz eine wichtige Säule der Grünen Bewegung

Der Verein der Grünen Studierenden (vormals GRAS Graz) besteht seit über 2 Jahrzehnten. Er wurde von den Grazer Grünen seit seiner Gründung unterstützt, durch Budgetmittel und auch durch Büroräumlichkeiten im Parteihaus. 

Bis heute wurde noch nie vom Vorstand oder von der Mitgliederversammlung der Grazer Grünen ein Ausschluss angedeutet, geschweige denn beschlossen.

Die Grünen Studierenden haben im Mai 2016 basisdemokratisch und einstimmig beschlossen, das totale Einstimmigkeitsprinzip bei ihren Entscheidungen abzuschaffen. Nach langen Streitigkeiten mit der Bundesorganisation der Gras wurde - ebenfalls einstimmig - entschieden, die Bundesgras zu verlassen.
Die Absicht der Grünen Studierenden war es, sich professioneller zu organisieren, mehr Leute einzubinden und die informellen Hierarchien durch die Wahl interner Funktionen zu reduzieren.

Die Grünen Studierenden Graz und ihre Vorläufer bestehen seit Anfang der 1990er-Jahre. Als einzige Grüne Studierendengruppe haben sie zuletzt drei ÖH Wahlen hintereinander gewonnen, zuletzt wurden sie an der KF Uni Graz mit 25,2 % die stärkste Fraktion - und das bei steigender Wahlbeteiligung. Die Grünen Studierenden haben als einzige Grüne Gruppe noch Mandate an einer medizinischen Universität und haben seit einigen Jahren auch an der Kunstuniversität Fuß gefasst. Die Grünen Studierenden könnten bei dieser ÖH-Wahl an allen Hochschulen in Graz antreten.

Neben der ehrenamtlichen Vertetungsarbeitarbeit in der ÖH und in universitären Gremien, organisieren die Grünen Studierenden in Graz etwa 30 Veranstaltungen pro Jahr, von Filmabenden, Diskussionen bis zu Seminaren mit über 6.000 TeilnehmerInnen. Daneben engagieren sich die Grünen Studierenden in Graz in zahlreichen antifaschistischen und zivilgesellschaftlichen Bündnissen, aktuell vor allem in der Debatte um das umstrittene Murkraftwerk. Die Grünen Studierenden Graz waren bisher die aktivste Grüne Studierendengruppe in Österreich und sind bisher die einzige Grüne Studierendengruppe, die aktiv für die Partei Wahlkampf gemacht hat. Die Grünen Studierenden schaffen ca. ⅓ bis zur Hälfte der Straßenkonkontake im Vergleich zur Stadtpartei und schafft es, die wichtige Gruppe der Studierenden bei Wahlen zu mobilisieren. Dadurch hatten sie auch einen großen Anteil daran, dass der Stadtsenatssitz in Graz mit gerade mal 586 Stimmen Vorsprung verteidigt werden konnte.

Die Grazer Grünen haben sich bei ihrer Gründung als demokratische Alternative zu den autoritären Großparteien definiert und waren eine der Geburtssäulen der Grünen in ganz Österreich. Paradox wirkt daher, dass 35 Jahre nach Gründung der Partei, ohne jegliche Debatte, die basisdemokratischen Entscheidungen der Grünen Studierenden ignoriert werden und die Grünen Studierenden de facto rausgeschmissen werden sollen. Die Landespartei unter Lambert Schönleitner versucht nun sogar aktiv, Gegenkandidaturen zur eigenen Studierendengruppe zu organisieren.

Es sind sicher Fehler auf allen Seiten geschehen. Die Grünen Studierenden sind fälschlicherweise davon ausgegangen, dass die Partei sie in ihren Entscheidungen unterstützen würde. Einer Studierendenorganisation sollten Fehler aber eher nachgesehen werden, als einer Partei, die tagtäglich Entscheidungen von immenser Tragweite zu fällen hat.

Insgesamt scheint es dringend notwendig, an einer besseren, demokratischen Konfliktkultur, gemeinsam mit der Landespartei, zu arbeiten.

Wir als ehemalige Grüne ÖH-Vorsitzende in Graz stellen uns klar hinter die Grünen Studierenden Graz. Wir sind empört wie die Partei versucht, eine Organisation abzudrehen, die über Jahre hinweg erfolgreiche, ehrenamtliche Arbeit für die Grüne Bewegung geleistet hat.

• Florian Ungerböck: stv. ÖH Vorsitzender 2013-2014, ÖH-Vorsitzender 2014-2015, Mitglied im Parteivorstand der Grazer Grünen
• Jacqueline Heilig-Hofbauer (vormals Vlay): stv. ÖH-Vorsitzende 2010-2011 und 2013, stv. Finanzreferentin der Grünen Bildungswerkstatt Salzburg
• Cengiz Kulac: ÖH-Vorsitzender 2009-2011, ehem. Bundesvorstandsmitglied der Grünen Bildungswerkstatt

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Florian Ungerböck
+43 650 5798600

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