VP-Trittner ad Häupl: Zuerst akuten Personalmangel bei Flüchtlings-Betreuung beheben!

Wien (OTS) - Der Obmann der ÖVP Ottakring, Mag. Stefan Trittner, kritisiert Bürgermeister Michael Häupl scharf für dessen lapidare und realitätsferne Aussage, in Ottakring 50 weitere Flüchtlinge aufnehmen zu wollen. Ein nüchterner Blick auf die Sachlage würde helfen, die richtigen Vorschläge zu machen.

„Bürgermeister Michael Häupl ist nicht nur ein Bürgermeister großer Worte, sondern auch ein Bürgermeister großer Missstände. In Ottakring werden im Flüchtlingsheim Liebhartstal vom Fonds Soziales Wien rund 300 Flüchtlinge betreut. Die Betreuungsquote, also das Verhältnis von betreuenden Personen zu Flüchtlingen, beträgt rund 1 zu 35 Personen. Daher hat jede Betreuungsperson pro Tag nur wenige Minuten Zeit, um tieftraumatisierte Menschen zu betreuen. Psychologische Betreuung gibt es de facto genauso nicht, wie  Supervision für die stark belasteten Betreuerinnen und Betreuer. Deren Belastung ist daher enorm. Die Frage ist nicht, ob Ottakring mit 100.000 Einwohnern 50 weitere Flüchtlinge aufnehmen kann. Die Frage ist, wer diese Menschen betreut und ihre Integration sicherstellt. Wenn Häupl also 50 weitere Flüchtlinge nach Ottakring holen soll, dann soll er auch gleich 50 Betreuer und zumindest zehn Psychologen mitschicken, damit wir hier endlich ein halbwegs vernünftiges Betreuungsverhältnis haben und teilweise massiv traumatisierte Menschen nicht fast den ganzen Tag sich selbst überlassen sind“, so Trittner.

Tatsächlich zeigen mehrere Anfragen der ÖVP Ottakring, dass im Flüchtlingsheim Liebhartstal akuter Personalmangel herrscht. Die Rede ist sogar von einem Betreuungsverhältnis von bis zu 1 zu 50 an Wochenenden und Feiertagen. Im Jahr 2016 wurde rund 70 Mal der Feuermelder betätigt, was Großeinsätze der Feuerwehr zur Folge hatte. Außerdem waren rund 60 Polizeieinsätze notwendig. Insgesamt zeigt sich ein Bild mangelhafter Betreuung aufgrund von Personalmangel.

„Das Personal vor Ort ist äußerst engagiert, wird aber von der Stadt Wien vollkommen im Stich gelassen. Ein nüchterner Blick auf die Sachlage würde helfen. Es braucht einfach dringend mehr Personal. Große Worte allein bringen niemandem etwas, es braucht gerade in Häupls Heimatbezirk Ottakring endlich große Taten statt großer Worte, damit Integration im Bezirk gelingt. Auf Bundesebene wurde soeben ein Integrationsgesetz beschlossen, das einen echten Meilenstein darstellt. Wien muss hier endlich auch seinen Beitrag leisten, und nicht Menschen en masse aufnehmen, ohne sie anständig zu betreuen“, so Trittner abschließend. 

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