• 29.03.2017, 09:28:27
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  • OTS0027

ÖRV fordert mehr Effizienz bei EU-Aufsichtsbehörden

Pangl warnt vor Beeinträchtigung des bewährten Geschäftsmodells der Regionalbanken durch überzogene Regulierung.

Utl.: Pangl warnt vor Beeinträchtigung des bewährten
Geschäftsmodells der Regionalbanken durch überzogene
Regulierung. =

Wien (OTS) - Der Brexit hat auch eine Diskussion über die künftige
Europäische Bankenaufsicht ausgelöst. Der Österreichische
Raiffeisenverband (ÖRV) spricht sich dabei für Einsparungen bei den
EU-Aufsichtsbehörden aus und warnt vor Beeinträchtigung des bewährten
Geschäftsmodells der Regionalbanken durch überzogene Regulierung.

"Es darf nicht jede Neuregelung zu noch mehr Belastungen für die
Regionalbanken führen", forderte Andreas Pangl, ÖRV-Generalsekretär,
gestern Dienstag in Brüssel am Rande einer internationalen Konferenz
für Genossenschaftsbanken.

Vergangene Woche hat die EU-Kommission eine Konsultation über die
künftige Struktur der Europäischen Bankenaufsicht gestartet. Mit
konkreten Vorschlägen ist noch im Jahr 2017 zu rechnen. Für die
österreichische Bankenaufsicht hat die Bundesregierung eine Reform
bis Ende 2017 angekündigt.

"Für österreichische Banken sind auf EU-Ebene bereits fünf
unterschiedliche Aufsichtsbehörden zuständig. Die daraus
resultierende Regulierungsflut bedeutet besonders für die kleineren,
regional tätigen Banken eine große Belastung", warnte Pangl. Damit
werden jedoch Institute gefährdet, die ein wichtiger Partner für
Wirtschaft und Bevölkerung in den Regionen sind und von denen keine
systemischen Risiken ausgehen.

Derzeit bestehen nicht weniger als vier Bankenaufsichtsbehörden in
der Europäischen Union. Die Wertpapieraufsicht ESMA mit Sitz in
Paris, die Bankenaufsicht EBA in London, die Europäische Zentralbank
als Aufsichtsbehörde in Frankfurt sowie die Europäische
Abwicklungsbehörde SRB in Brüssel. Dazu kommt noch die Europäische
Kommission selbst, die nicht nur für Gesetzesvorschläge, sondern auch
für die Einhaltung Europäischer Wettbewerbsregeln verantwortlich ist.
Weitgehende Vorschläge für die Vereinfachung dieser Struktur werden
allerdings von der EU-Kommission nicht zur Diskussion gestellt.

„Jede Woche hören wir von Aufsehern, dass die Banken profitabler und
effizienter werden müssen. Wir erwarten uns aber auch von den
Behörden, dass sie gerade die kleineren Banken entlasten und selbst
Kosten einsparen", ergänzte Johannes Rehulka, Geschäftsführer des
Fachverbandes der Raiffeisenbanken und Boardmember in der
Europäischen Vereinigung der Genossenschaftsbanken (EACB).

Die 4.050 regionalen Genossenschaftsbanken haben in der EU über 200
Mio. Kunden, beschäftigen 750.000 MitarbeiterInnen und verfügen über
einen durchschnittlichen Marktanteil von 20 Prozent.

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