- 24.03.2017, 11:20:25
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Schönborn: Keine Alternative zur EU
Kardinal in "Heute" zum 60. Jahrestag der Römischen Verträge: "Besser ein mühsames Miteinander als ein aussichtsloser Alleingang" - "Gebet für Europa" der christlichen Kirchen in zahlreichen Städten
Utl.: Kardinal in "Heute" zum 60. Jahrestag der Römischen Verträge:
"Besser ein mühsames Miteinander als ein aussichtsloser
Alleingang" - "Gebet für Europa" der christlichen Kirchen in
zahlreichen Städten =
Wien (KAP) - Zum weiteren Bemühen um ein Miteinander in der EU hat
Kardinal Christoph Schönborn aufgerufen. "Ich bin fest überzeugt:
besser ein mühsames Miteinander, als ein aussichtsloser Alleingang",
so der Wiener Erzbischof in der Tageszeitung "Heute" (Freitag). Er
nahm in seiner Kolumne Bezug auf die Feiern zum 60. Jahrestag der
sogenannten "Römischen Verträge", mit denen der Grundstein für die
heutige EU gelegt wurde. Papst Franziskus empfängt zu diesem Anlass
am Freitagabend die Staats- und Regierungschefs von 27
EU-Mitgliedsländern.
Schönborn erinnerte an die sechs Gründerstaaten, die sich 1957 auf
den gemeinsamen Weg geeinigt hatten und die "Grundlagen für einen
immer engeren Zusammenschluss der europäischen Völker" gelegt hatten,
wie es in der Präambel des EWG-Vertrages heißt. Die "Gründungsväter
der europäischen Integration" - Konrad Adenauer, Robert Schuman und
Alcide de Gasperi - seien "überzeugte Christen" gewesen, erinnerte
der Erzbischof. Ihr Ansinnen sei es gewesen, nach "zwei mörderischen
Weltkriegen, ausgelöst durch die europäischen Konflikte", ein "Europa
des Friedens und der Gemeinsamkeit" zu schaffen.
Diese Anfangsbegeisterung sei heute freilich verflogen und es sei
"mühsamer geworden", stellte der Erzbischof fest. Populisten würden
ein baldiges Ende der EU herbeireden und der "Brexit" Englands werde
als der "Anfang vom Ende" dargestellt. Auch das Ende des
Wirtschaftsbooms, die Gefährdung der Einheit durch die
Flüchtlingsfrage sowie die in Mode gekommene Kritik an der EU
spielten hier mit. Schönborn dazu: "Aber was ist die Alternative?
Soll jeder wieder für sich allein wursteln? Glauben die Kritiker
ernsthaft, dass Österreich alleine eine Insel der Seligen wäre?"
Beten für Europa
Der 60. Geburtstag der europäischen Einigung wird in zahlreichen
EU-Ländern kirchlicherseits von zahlreichen Gebetsaktionen begleitet.
In der römischen Kirche "Santi Apostoli" versammeln sich am Freitag
Vertreter der christlichen Kirchen zu einem ökumenischen Gebet.
Erwartet werden u.a. der vatikanische Ökumene-Verantwortliche
Kardinal Kurt Koch, der Generalsekretär der Italienischen
Bischofskonferenz, Nunzio Galantino, der Dekan der
Evangelisch-lutherischen Kirche Italiens, Heiner Bludau, sowie der
rumänisch-orthodoxe Metropolit Italiens, Siluan Span.
In 50 weiteren europäischen Städten finden am Freitag ebenfalls
ökumenische Gebete für Europa statt, darunter in Wien in der
Schönstatt-Kapelle am Kahlenberg oder im Kärntner Kloster Wernberg
jeweils um 19 Uhr. Das teilt das aus 300 christlichen Gemeinschaften
und Bewegungen bestehende Netzwerk "Gemeinsam für Europa" mit, das
die Gebetsaktion initiiert hat und auf seiner Homepage
www.together4europe.org Gebetsvorlagen bereitstellt. Ziel sei es,
"der Welt zu zeigen, dass Brüderlichkeit und Einheit trotz aller
kulturellen und konfessionellen Unterschiede möglich sind". Es gehe
darum, Gott zu "danken für Frieden, Menschenrechte und Wohlstand",
sowie ihn für "Versöhnung und Solidarität in Europa" zu bitten, so
das Netzwerk.
((ende)) PER/PWU
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