• 23.03.2017, 20:43:54
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  • OTS0253

Unterrichtsausschuss: Lob für duale Schulausbildung in Österreich

EU-Bildungsvorhaben 2017 stellen Modernisierung von Schul- und Hochschulbildung in den Mittelpunkt

Utl.: EU-Bildungsvorhaben 2017 stellen Modernisierung von Schul- und
Hochschulbildung in den Mittelpunkt =

Wien (PK) - In einem öffentlichen Teil der Sitzung diskutierte der
Unterrichtsausschuss die EU-Jahresvorschau 2017 des
Bildungsministeriums, wonach im laufenden Jahr die Umsetzung der
neuen Europäischen Agenda für Kompetenzen (New Skills Agenda for
Europe) eine zentrale Rolle im Bildungsbereich spielen soll. Der
Fokus liege dabei auf der Modernisierung der Schul- und
Hochschulbildung, so Andrea Gessl-Ranftl (S). Aber auch die Senkung
der Schulabbruchsquote sowie die Erhöhung des Anteils der 30- bis 34-
Jährigen HochschulabsolventInnen sind Ziele der gemeinsamen EU-
Bildungspolitik 2017 (III-342 d.B.).

Vor der erstmaligen Durchführung der teilzentralen Berufsreifeprüfung
zum Haupttermin 2017 beschloss der Unterrichtsausschuss heute
einstimmig eine Gesetzesinitiative zu Anpassungen im Schul- und
Externistenprüfungswesen sowie im Prüfungstaxengesetz. Weiters
genehmigte der Ausschuss das internationale Abkommen, wonach die
gegenseitigen Anerkennung von Schulzeugnissen zwischen Österreich und
dem Fürstentum Liechtenstein erneuert wird.

Hammerschmid: Mehr Lehrlinge nutzen Erasmus+

Das europäische Bildungsprogramm "Erasmus+" sei wichtig, um jungen
Menschen zu ermöglichen, Erfahrungsschatz zu sammeln, so
Bildungsministerin Sonja Hammerschmid. 2014 bis 2016 wurden rund
40.000 Mobilitäten ermöglicht und über 1.200 Projekte umgesetzt,
führte sie aus. Wendelin Mölzer (F) wollte die Mittel dafür weiter
ausbauen. Besonders wichtig war Hammerschmid, dass die Mobilität von
Lehrlingen gestiegen ist. Diese profitierten sehr von den erworbenen
Sprachkenntnissen.

Für 2017 stehen Österreich 32,2 Mio. € an EU-Fördermitteln zur
Verfügung. Das Bildungsministerium sichere die maximale Ausschöpfung
der Fördermittel durch Kofinanzierung österreichischer Projekte. Bei
der Bildung habe die Europäische Union keine Regelungskompetenz, die
Rechtsetzung liege in nationaler Hand, sagte die Bildungsministerin.
Die Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten erfolge daher ausschließlich
kooperativ.

Die duale Ausbildung in Österreich sei ein bildungspolitischer
Exportschlager, betonte Harald Walser (G). Geht es nach Sigrid
Maurer, so gehöre aber die Berechnungsmethode der Akademikerquoten
für den Nationalen Qualitätsrahmen hinterfragt. Mit der Einrechnung
von HTL-AbsolventInnen würde Quotenschönerung betrieben, so die
Abgeordnete. Bildungsministerin Hammerschmid wies dies mit der
Begründung zurück, das Ingenieurgesetz lege den Grundstein dafür.

Ratspräsidentschaften 2017 bringen neuen Schwung für Österreich

Unter maltesischer Ratspräsidentschaft sollen Wege gefunden werden,
qualitativ hochwertige Bildung für alle zu erreichen, unterstrich
Brigitte Jank (V). Denn gerade in Wien bestehe durch die Flüchtlinge
der Bedarf nach mehr Sprachunterricht. Für Robert Lugar (T) ist es
notwendig, die SchülerInnen vor Eingliederung in den Regelunterricht
mit der Unterrichtssprache vertraut zu machen. Laut Hammerschmid sei
die Integration von Flüchtlingskindern auch ohne diese Maßnahme
erfolgreich, eine entsprechende Unterstützung der Schulstandorte
sowie die Qualifikation der PädagogInnen sei aber erforderlich.

Unterschiede in den sozioökonomischen Hintergründen führen zu
massiven Benachteiligungen, knüpfte Matthias Strolz (N) an und
forderte ein, Ressourcen nach einem Chancenindex zu verteilen. Der
Integrationstopf werde 2018 erneut mit 80 Mio. € dotiert, informierte
Hammerschmid die Abgeordneten.

Im zweiten Halbjahr 2017 widme sich die estnische Ratspräsidentschaft
der digitalen Dimension als Querschnittsthema aller Politikbereiche,
sagte Bildungsministerin Hammerschmid in Richtung Eva-Maria
Himmelbauer (V). Jank wollte den estnischen Schwung für Österreich
mitnehmen. Seitens der Grünen wollte Walser das Recht auf
Schulausbildung im 11. und 12. Schuljahr sichern.

Letzte Änderungen vor Start der zentralen Berufsreifeprüfung

Vor der erstmaligen Durchführung der teilzentralen Berufsreifeprüfung
zum Haupttermin 2017, wurden Klarstellungen vorgenommen und
redaktionelle Versehen bereinigt, erläuterte Eva-Maria Himmerlbauer
(V) (2017/A). Änderungen gebe es auch im Prüfungstaxengesetz.
Brigitte Jank (V) und Elisabeth Grossmann (S) bekannten sich zur
österreichischen Berufsreifeprüfung, die keinesfalls als Matura
zweiter Klasse angesehen werden dürfe. Bildungsministerin Sonja
Hammerschmid hob hervor, dass die Zahl der AbsolventInnen der Lehre
mit Matura steigen.

Positiv sah Daniela Holzinger-Vogtenhuber (S) auch die Verkürzung der
Wartezeit bei nicht bestandenen Abschlussprüfungen. Die KandidatInnen
dürfen künftig nach zwei - statt bislang nach drei - Monaten erneut
antreten. Obwohl er die Novelle befürworte, betonte Harald Walser
(G), dass es sich dabei um die Korrektur von Pannen bei der
ursprünglichen Beschlussfassung handle. Das berufsbildende Schulwesen
sei teuer und sinnvoll, es sei aber keine akademische Ausbildung,
daher müsse differenziert werden, sagte Walser zu dem Nationalen
Qualifikationsrahmen. Jank erklärte dazu, dass österreichische
Unternehmen bei internationalen Ausschreibungen derzeit ohne eine
entsprechende Anrechnung von Berufsausbildungen schlechter
abschneiden, obwohl das Wissen vorhanden sei.

Abkommen mit Liechtenstein über Anerkennung von Reifezeugnissen und
Hochschulabschlüssen

Zwischen Österreich und Liechtenstein wird künftig ein vereinfachtes
Verfahren zur gegenseitigen Anerkennung von Reifezeugnissen und
Hochschulqualifikationen angewandt (1512 d.B.). Das Abkommen ersetze
das derzeit gültige, dessen Wortlaut wegen Änderungen im
Hochschulsektor anpassungsbedürftig sei, so Elmar Mayer (S). Studien-
und Prüfungsleistungen in einschlägigen Fächern werden pauschal -
unter Berücksichtigung des European Credit Transfer and Accumulation
System (ECTS) - anerkannt. Auch die Hochschulqualifikationen in
einschlägigen Studien werden angerechnet.

Das Abkommen beziehe sich ausschließlich auf den akademischen Bereich
und nicht auf berufsrechtliche Regelungen. Die Mobilität von
österreichischen Studierenden werde so erleichtert, unterstrich Maria
Theresia Fekter (V). Großes Manko sei jedoch, dass die Regelung nicht
auch für Berufsreifeprüfungen gelte. Fekter sprach sich dezidiert
dafür aus, künftig Berufsqualifikationen gleich zu behandeln.
(Fortsetzung Unterrichtsausschuss) gro

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