EMF-Leitlinie propagiert Vorsorgeprinzip bei elektromagnetischen Feldern

Ärztekammer warnt vor möglichen negativen Langzeitfolgen - Leitlinie nun auf Deutsch und in gebundener Form verfügbar

Wien (OTS) - Bereits 2016 hat die Europäische Akademie für Umweltmedizin (EUROPAEM - European Academy for Environmental Medicine) die neue „EMF-Leitlinie zur Vorsorge, Diagnostik und Behandlung von Gesundheitsproblemen verursacht durch elektromagnetische Felder“ veröffentlicht. Nun liegt die Leitlinie auch auf Deutsch und als Druckversion vor. Verfasst wurde sie von einem internationalen Team von Wissenschaftern, unter anderem mitgewirkt hat auch Piero Lercher, Umweltreferent der Ärztekammer für Wien. ****

Die Leitlinie stellt ausführlich den aktuellen Stand der Forschung zu den Risiken der nieder- und hochfrequenten elektromagnetischen Felder (EMF) dar, den bisherigen Stand der Forschung zur Elektro-Hyper-Sensitivität (EHS), und sie gibt Empfehlungen, wie Ärztinnen und Ärzte EHS diagnostizieren und behandeln beziehungsweise welche Schritte gesetzt werden können, um vorbeugend zu agieren. Lercher: „Diese Leitlinie ist nicht nur für Mediziner und wissenschaftliche Institutionen eine handliche Orientierung, sondern auch für gesundheitsbewusste Bürger.“

Lercher kritisiert, dass in der Vergangenheit neue Funktechnologien und –anwendungen eingeführt wurden, ohne vorher die Auswirkungen auf die Gesundheit hinreichend abgeklärt zu haben. „Ärztinnen und Ärzte werden immer häufiger mit Beschwerden unbekannter Ursache konfrontiert, dabei sollten auch neue Entwicklungen wie EMF berücksichtigt werden“, so Lercher.

Aktuelle Studien, empirische Beobachtungen und Berichte von Patienten zeigten eindeutig Wechselwirkungen zwischen Beschwerden und der Exposition gegenüber elektromagnetischen Feldern. Häufige Quellen elektromagnetischer Felder sind zum Beispiel WLANAccess Points, WLAN-Router und -Clients (Smartphones, Tablets), Schnurlos- und Mobiltelefone einschließlich ihrer Basisstationen und Bluetooth-Geräte.

„Die von Mobiltelefonen erzeugten elektromagnetischen Felder werden von der Internationalen Agentur für Krebsforschung der WHO nach wie vor als möglicherweise krebserregend eingestuft“, betont Lercher. Das Vorsorgeprinzip sowie ein vernünftiger Umgang mit diesen Technologien seien daher nach wie vor das beste Rezept.

Dem Vorsorgeprinzip folgt auch der sogenannte Reykjavik-Appell, der von Experten aus 24 Nationen im Februar dieses Jahres unterzeichnet wurde. Mitunterzeichner waren unter anderem Lercher und Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres. Der Appell richtet sich an die Verantwortlichen bezüglich Nutzung von drahtlosen Technologien an Schulen. Die Unterzeichner sind besorgt über die Gesundheit der Schüler, da zahlreiche Studien gezeigt haben, dass es nennenswerte medizinischen Risiken bei der Langzeitexposition von funkfrequenter Strahlung gibt, die bei drahtlosen Technologien auftreten. Deswegen empfiehlt der Apell unter anderem Maßnahmen wie die Vermeidung von drahtlosen Technologien und Handys in Kindergärten, Vorschulen und Schulen sowie die Bevorzugung von kabelgebundenen Lösungen bei Laptops, Telefonen, Internet und Druckern.

„Fakt ist, dass die Datenübertragung per Glasfaserkabel viel schneller ist als per Funk.“ Es gäbe also genügend technische Lösungen ohne Auswirkungen auf den Komfort, die mögliche negative Auswirkungen auf die Gesundheit erst gar nicht aufkommen ließen, „aber auch organisatorische Strategien, wie die bewährten handyfreien Zonen und Zeiten“, so Lercher.

Die Ärztekammer für Wien empfiehlt schon seit Jahren einen sorgsamen Umgang mit der Mobiltelefonie. Mit den „10 Medizinische Handy-Regeln“ möchte die Wiener Ärztekammer die Bevölkerung aus medizinischer Sicht über mögliche gesundheitsschädliche Langzeitauswirkungen informieren. „Unsere Empfehlungen im Umgang mit der Mobiltelefonie gelten nicht nur dem bewussteren Umgang mit Handy-und Sendemaststrahlung, sondern umfassen auch Aspekte der Verkehrssicherheit und sollen vor negativen psychosozialen Folgen schützen“, so Lercher. (kmc)

(S E R V I C E - Die Plakate und Folder „Strahlende Informationen:
10 Medizinische Handy-Regeln“ können in der Pressestelle der Ärztekammer für Wien kostenlos - auch in größerer Stückzahl - unter Tel.: (01) 51501-1223, E-Mail: pressestelle@aekwien.at, bestellt werden; Plakat-Download:
http://www.aekwien.at/aekmedia/Medizinische-Handy-Regeln.pdf.)

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