• 21.03.2017, 11:00:01
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Allianz Studie: Wirtschaftliche Stabilität im Euroraum verschlechtert

Deutschland am stabilsten, vor Niederlanden und Slowenien - Österreich weiter im Mittelfeld, Schwachpunkt Staatsfinanzen - Ausblick: Reformen notwendig

Utl.: Deutschland am stabilsten, vor Niederlanden und Slowenien -
Österreich weiter im Mittelfeld, Schwachpunkt Staatsfinanzen -
Ausblick: Reformen notwendig =

Wien (OTS) - Der Aufwärtstrend im Hinblick auf die wirtschaftliche
Stabilität im Euroraum reißt ab: Nach drei Jahren stetiger
Verbesserung weisen die Ergebnisse – getrieben durch die negative
Entwicklung in fünf Ländern – auf eine leichte Verschlechterung hin.
Dies geht aus dem aktuellen „Allianz Euro Monitor“ hervor, der eine
Bewertung der Stabilität und Gesundheit der Euro-Volkswirtschaften
anhand eines ausgewählten Indikatorensets* ermöglicht. Österreich
verharrt im EWU-Vergleich weiterhin im Mittelfeld. „Im Hinblick auf
wirtschaftliche Stabilität herrscht in Österreich Stillstand“,
kommentiert Dr. Wolfram Littich, Vorstandsvorsitzender der Allianz
Gruppe in Österreich, die Ergebnisse der aktuellen Allianz Studie.

Gesamtwertung: Deutschland weiterhin Spitzenreiter

Nachdem der Gesamtindikator drei Jahre in Folge teils kräftige
Zuwächse verbuchen konnte, hat sich die wirtschaftliche Stabilität im
Euroraum leicht verschlechtert: Im Durchschnitt aller untersuchten
Länder fällt der Gesamtindikator, bei dem maximal 10,0 Punkte
erreicht werden können, von 6,7 Punkten im vergangenen Jahr auf
derzeit 6,5 Punkte, liegt damit allerdings immer noch auf dem
zweithöchsten Stand seit 2008. „Der Rückgang der Gesamtbewertung für
den Euroraum ist ein Warnsignal“, erklärt Dr. Michael Heise,
Chefvolkswirt der Allianz SE.

Im EWU-Vergleich erzielt Spitzenreiter Deutschland (8,1 Punkte) als
einziges Land eine Bewertung von über 8,0 Punkten, was als
„ausgewogene Entwicklung“ anzusehen ist. Komplettiert werden die Top
3 von den Niederlanden mit 7,5 Punkten und Slowenien mit 7,2 Punkten.
Deutliche Zuwächse konnten Staaten wie Zypern (+ 0,8 Punkte) oder
Finnland (+ 0,7 Punkte) erzielen. Schlusslichter sind Italien und
Frankreich mit 5,4 Punkten, die beide zu den Ländern gehören, die die
größten Rückschritte beim Abbau von wirtschaftlichen
Ungleichgewichten gemacht haben. Insgesamt konnten sich dreizehn
Länder im Vergleich zu 2015 verbessern. Jedoch schlägt sich die
deutlich geringere Bewertung von fünf Ländern (Malta, Irland,
Litauen, Frankreich, Italien) stärker im aggregierten Gesamtindikator
nieder. Kein Land der Eurozone befindet sich allerdings mehr im als
kritisch definierten Bereich (1-4 Punkte).

Österreich: Weiterhin Mangel an wirtschaftlicher Stabilität

Als einziges Land in der Wertung erhält Österreich eine im Vergleich
zum vorangegangenen Jahr unveränderte Punkteanzahl von 6,8, und liegt
damit auf Platz 9. Die Position im Mittelfeld der Eurozone sei vor
allem auf die relativ gute Ausgangslage zurückzuführen, basierend auf
dem robusten Arbeitsmarkt, der längerfristigen Entwicklung der
Lohnstückkosten, dem Leistungsbilanzüberschuss und der ausgeglichenen
Nettoauslandsvermögensbilanz, so die Studie.

Vergleichsweise schwach schneidet Österreich in der Kategorie
„Solidität der Staatsfinanzen“ ab. Zwar glänzt das Alpenland mit
einer niedrigen Zinslast und einem gemäßigten Haushaltsdefizit (1,4
Prozent des BIP in 2016). Doch die Staatsschuldenquote liegt mit rund
84 Prozent der Wirtschaftsleistung immer noch rund 20 Prozentpunkte
über dem Vorkrisenniveau. Darüber hinaus ist das strukturelle Defizit
in 2016 um 0,9 Prozentpunkte angestiegen, sodass sich die Bewertung
des Einzelindikators um 6,0 Punkte verschlechtert hat und mit
lediglich 2,0 Punkten klar im kritischen Kreis notiert. Deutliche
Zuwächse konnte Österreich in der Kategorie „Wettbewerbsfähigkeit“
verzeichnen, wo es im Vergleich zum vergangenen Jahr einen
Punktezuwachs um 0,8 auf 7,0 Punkte schaffte. Verbesserungen sind
insbesondere bei der Entwicklung der Lohnstücknebenkosten und der
Exportentwicklung relativ zum Wachstum des Welthandels in Rechnung zu
stellen.

Auffällig ist die unterschiedliche Performance in den beiden
Teilindikatoren „Niveauindikator“ und „Fortschrittsindikator“: Zwar
weist Österreich im Hinblick auf bestehende Ungleichgewichte mit 7,1
Punkten nur geringe Mängel auf (Platz fünf in der Eurozone). Bei den
Fortschritten hinsichtlich wirtschaftlicher Stabilität gehört es
allerdings laut Studie mit einem 14. Platz – gemeinsam mit Belgien,
Estland und Finnland – zu den schwächeren Ländern der Europäischen
Wirtschafts- und Währungsunion.

Ausblick: Nachlassende Reformbereitschaft wieder stärken

Die abnehmende Krisenstimmung, die expansive Geldpolitik der EZB als
auch die gute konjunkturelle Entwicklung hätten zur Nachlässigkeit
geführt, was die Umsetzung von Reformen im Euroraum angehe. Vor dem
Hintergrund der aktuell noch immer vorhandenen politischen
Unsicherheiten und Herausforderungen in Europa seien Anstrengungen
zur Förderung eines stabilen Wachstums umso wichtiger. „Die
Ergebnisse zeigen, dass Reformbemühungen wieder verstärkt werden
müssen. Der Abbau von Ungleichgewichten ist ein langwieriger Prozess,
der Disziplin verlangt. Aber es ist auch der einzige Weg, den
Euroraum langfristig zu stärken“, so Heise abschließend.

Über den Allianz Euro Monitor

* Der Allianz Euro Monitor ist ein makroökonomisches Monitoring- und
Frühwarnsystem zur Identifizierung bestehender und neu entstehender
gesamtwirtschaftlicher Ungleichgewichte. Der Schwerpunkt der Analyse
liegt auf den Risiken, die von einem unausgewogenen Wachstum
ausgehen. Der Euro Monitor bewertet die 19 Länder der Eurozone und
stellt eine Rangliste auf. Die Platzierung hängt von dem Beitrag ab,
den das jeweilige Land zu einem Wachstum ohne makroökonomische
Ungleichgewichte und damit zur Stabilität des Euroraums insgesamt
leistet. Die Publikation gibt einen umfassenden Überblick über die
aktuelle Situation in allen Ländern der Euro-Zone. Die Rangliste
setzt sich aus 20 Indikatoren in den vier Schlüsselkategorien
„Solidität der Staatsfinanzen“, „Wettbewerbsfähigkeit“,
„Beschäftigung und Produktivität“ und „Private Verschuldung und
Auslandsverschuldung“ zusammen. Staaten bekommen in jedem der 20
einzelnen Indikatoren einen Wert zwischen 1 und 10 zugewiesen – je
höher der Wert, desto besser die Performance.

Downloads im Internet unter
https://www.allianz.at/ueber-allianz/media-newsroom/
Foto: Dr. Wolfram Littich (© Allianz) – Abdruck honorarfrei
Foto: Prof. Dr. Michael Heise (© Allianz) – Abdruck honorarfrei
Pressemeldung als PDF
Studie als PDF
Österreich-Charts als PDF

Bitte beachten Sie unseren Vorbehalt bei Zukunftsaussagen:
http://www.ots.at/redirect/Allianz

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