- 21.03.2017, 09:08:37
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BSA stellt das Österreichische Lebensmittelqualitätsmodell zur Diskussion
Wien (OTS) - In einer Veranstaltung am 20. März 2017 stellte der BSA
das Österreichische Lebensmittelqualitätsmodell zur Diskussion. Für
Dr.in Maria Safer, Vorsitzende der Fachgruppe TierärztInnen im BSA,
ist diese ein wichtiger Beitrag zur Transparenz bei
Lebensmittelangaben.
„Effektive Kontrollen sind ein wesentlicher Faktor für sichere
Lebensmittel hoher Qualität- gerade weil der Inhalt unserer Teller
immer internationaler wird“, unterstreicht Abg.z.NR. Ing. Markus
Vogl, SPÖ, in seinem Grundsatzvortrag. „Wir haben beim Einkauf die
Qual der Wahl zwischen tausenden Produkten unterschiedlichster
Herkunft. Informationen zu gesunder Ernährung und die Vorteile von
Produkten aus regionaler Erzeugung können ganz wichtige
Entscheidungskriterien für die KonsumentInnen darstellen. Sichere
Lebensmittel, deren klare Kennzeichnung sowie eine hohe
Lebensmittelqualität stärken das Vertrauen und sichern letztlich auch
die Marktchancen für österreichische LebensmittelproduzentInnen- und
unternehmerInnen.“ KonsumentInnenvertrauen ist ein wichtiges Element
der Standortsicherung Österreichs, so Vogl zusammenfassend.
Die Arbeiterkammer fordert mehr Transparenz für Angaben bei
Lebensmitteln. Einige Qualitätsaspekte sind unzureichend abgebildet
oder je nach Marketingerfordernissen mehr oder weniger hervorgehoben.
DI Heinz Schöffl, Arbeiterkammer Wien, verweist darauf, dass es für
KonsumentInnen dadurch schwierig wird, ein umfassendes Bild der
Produktqualität zu erhalten. Das Österreichische
Lebensmittelqualitätsmodell ermöglicht KonsumentInnen und
ProduzentInnen ein nachvollziehbares Bild der Produktqualität.
LebensmittelunternehmerInnen wollen den Wünschen der KonsumentInnen
nachkommen, um ihre Marktchancen zu sichern. Rudolf Mach,
Forschungsgruppe Lebensmittel, erläutert die Schwierigkeit für
LebensmittelunternehmerInnen, die Produktion an sich laufend
verändernde Qualitätsschwerpunkte anzupassen. Diese Anpassung
bedeutet Investitionen. Investitionen sind jedoch nur für nachhaltige
Markterfordernisse (= Wünsche der KonsumentInnen) sinnvoll. Für ihn
stellt das Österreichische Lebensmittelqualitätsmodell eine Chance
dar, alle Qualitätsaspekte eines Produktes so zu präsentieren, dass
es KonsumentInnen wahrnehmen können. Damit ist dieses Modell ein
Beitrag zur Standortsicherung Österreichs.
Das Österreichische Lebensmittelqualitätsmodell bietet keinen neuen
Qualitätsaspekt, sondern stellt alle österreichischen
Qualitätsmerkmale wertneutral dar. Dr. Peter Kranner, Fachtierarzt
für Lebensmittel, betont, dass Lebensmittelsicherheit, klare
rechtskonforme Kennzeichnung, betriebliche Eigenkontrollsysteme und
faire, leistbare Preise vorausgesetzt werden. Ebenfalls sollen
Erzeugnisse nicht aus oder mit gentechnisch veränderten Lebensmittel
oder Zutaten hergestellt worden sein. Das Österreichische
Lebensmittelqualitätsmodell umfasst folgende Qualitätsaspekte:
• Versorgungssicherheit und Nährstoffe
• Tierwohl
• Gentechnikfreiheit
• Regionalität
• Umwelt (Biodiversität, CO2-Fußabdruck, Ressourcenschutz)
• Verantwortung für die Gesellschaft (=CSR, Corporate Social
Responsibility: fairer Lohn und faire Arbeitsbedingungen, soziale
Lebensbedingungen)
Z. B. erfüllt BIO-Fleisch mit der Herkunftsangabe eines Bundeslandes
die Qualitätsaspekte
• Versorgungssicherheit und Nährstoffe
• Tierwohl
• Gentechnikfreiheit
• Regionalität und
• Umwelt (Biodiversität)
Im Österreichischen Lebensmittelqualitätsmodell hat jedes
Qualitätsmerkmal Platz. Mit der Entwicklung von neuen
Qualitätsvorstellungen wächst das Österreichische
Lebensmittelqualitätsmodell mit. Mit diesem Modell ist es erstmals
möglich, nachvollziehbar und übersichtlich die Qualitätsmerkmale
verschiedener Erzeugnisse zu vergleichen.
In Rahmen dieser BSA-Veranstaltung wurden weitere Aspekte diskutiert,
die in das Österreichische Lebensmittelqualitätsmodell einfließen
werden. Die Debatte zeigte, dass das Österreichische
Lebensmittelqualitätsmodell ausreichend Flexibilität aufweist, in
Tiefe und Umfang zu wachsen. Sich verändernde Wertvorstellungen der
KonsumentInnen führen zur Weiterentwicklung des Österreichischen
Lebensmittelqualitätsmodells.
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