- 20.03.2017, 11:55:12
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Kulturminister Drozda: Traditionelles Handwerk ist wichtiger Kulturfaktor
Österreich, Deutschland, Tschechien, die Slowakei und Ungarn unterzeichnen Dossier zur Aufnahme des "Indigo Handblaudrucks" in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Welt
Utl.: Österreich, Deutschland, Tschechien, die Slowakei und Ungarn
unterzeichnen Dossier zur Aufnahme des "Indigo Handblaudrucks"
in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Welt =
Wien (OTS) - "Wir verfolgen die großartige Arbeit der
Blaudruckerinnen und Blaudrucker schon seit Jahren und unterstützen
die Vernetzung der Betriebe in Europa und ihre Zusammenarbeit mit
internationalen Kunstschaffenden, Designerinnen und Designern. Die
besonderen Leistungen im Bereich dieser traditionellen
Handwerkstechnik sind in der breiten Öffentlichkeit allerdings wenig
bekannt. Daher haben wir eine gemeinsame Initiative zu ihrer
Erhaltung gestartet und setzen uns dafür ein, dass der Handblaudruck
als immaterielles Kulturerbe anerkannt wird", sagte Bundesminister
Thomas Drozda heute, Montag, bei der gemeinsamen Unterzeichnung des
Einreichdossiers zur Aufnahme des Blaudrucks in die "Liste für
Immaterielles Kulturerbe der Menschheit", an der die deutsche
Staatsministerin Maria Böhmer, der slowakische Kulturminister Marek
Mad'arič, der tschechische Kulturminister Daniel Herman und die
stellvertretende ungarische Staatssekretärin Anikó Herter Krucsainé
teilnahmen.
"Es ist mir ein Anliegen, dass traditionsreiches handwerkliches
Wissen und Können weitergegeben wird, auch weil ich davon überzeugt
bin, dass es ein wichtiger europäischer Kulturfaktor ist und einen
wesentlichen Grundpfeiler für die heimische Innovationskraft
darstellt. Gerade im Handwerk zeigt sich das dynamische Spiel
zwischen der Weitergabe von Bewährtem und der Weiterentwicklung für
die Zukunft", sagte Kulturminister Drodza bei der offiziellen
Unterzeichnungszeremonie im Wiener Palais Dietrichstein.
Der "Indigo Handblaudruck" gilt als eine traditionelle
Handwerkstechnik Europas, die zunehmend in Vergessenheit gerät. In
Österreich gibt es heute nur noch zwei Familienbetriebe, die diese
Färbetechnik ausführen: Original Blaudruck Koó (Burgenland) und
Blaudruckerei Wagner (Oberösterreich). In Tschechien sind ebenfalls
noch zwei Familienbetriebe aktiv, in der Slowakei sind es drei, in
Ungarn noch sechs aktive Blaudruckereien. Die größte Gemeinschaft an
Blaudruckern in Europa besteht in Deutschland: Hier existieren noch
12 Werkstätten, wobei sich neun davon an der Einreichung beteiligt
haben. Mit der gemeinsamen Initiative soll die Tradition des
Handblaudrucks international sichtbar gemacht und auf ihr sukzessives
Verschwinden aufmerksam gemacht werden. Über die Aufnahme in die
UNESCO-Liste soll 2018 entschieden werden.
Bilder zu dieser Veranstaltung sind über das Fotoservice des
Bundespressedienstes http://fotoservice.bundeskanzleramt.at
kostenfrei abrufbar.
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