- 15.03.2017, 10:19:51
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AK-Regionaldialog: Mit Investitionen in Qualifizierung und Infrastruktur den Zentralraum stärken
Sankt Pölten (OTS) - AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB
NÖ-Vorsitzender Markus Wieser lud am Dienstagabend in das
ArbeitnehmerInnenzentrum St. Pölten zum Regionaldialog „Meine Region
- Zentralraum“. „Wir wollen wissen, wo der Schuh drückt und wie die
Herausforderungen in den Regionen gesehen werden“, so Wieser.
Zahlreiche GemeinderätInnen, Landtagsabgeordnete, eine große Zahl von
BetriebsrätInnen und BürgerInnen beteiligten sich erstmals auch per
E-Voting vor Ort an der Diskussion über Probleme und
Entwicklungschancen des Zentralraums. Mit der Landeshauptstadt Sankt
Pölten, dem Wirtschaftsraum Sankt Pölten/Krems und dem Tourismus in
der Wachau und den voralpinen Regionen verfügt der Zentralraum über
eine günstige Ausgangslage. Die unterschiedlichen Geschwindigkeiten
in Stadt und Land und die langfristige Absicherung der großen
Industriebetriebe – speziell im Bezirk Lilienfeld – muss trotz aller
Zuversicht im Auge behalten werden.
Starker Wirtschaftsraum mit großen regionalen Unterschieden
Der Zentralraum ist der zweitgrößte Arbeitsmarkt in Niederösterreich.
Ein Viertel der niederösterreichischen Beschäftigten arbeitet in den
Bezirken Sankt Pölten, Krems, Tulln und Lilienfeld. Mit einer
Wertschöpfung von rund 6 Milliarden Euro ist der Zentralraum ein
wichtiger Wirtschaftsmotor. Bei den Einkommen gibt es bezirksweise
sehr hohe Unterschiede. Die Bandbreite reicht von Sankt Pölten-Stadt
mit 2.176 Euro bis Krems-Land mit nur 1.554 Euro brutto
Medianeinkommen. Ein weiteres Steigen der Arbeitslosigkeit im
Zentralraum konnte 2016 weitgehend verhindert werden. Besonders von
Arbeitslosigkeit betroffen waren jedoch - vor allem in Sankt Pölten
und Lilienfeld - die älteren ArbeitnehmerInnen. „Eine
Qualifizierungs-Offensive ist dabei von enormer Wichtigkeit“, bringt
AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser
die Forderungen der Arbeiterkammer auf den Punkt. Und er ergänzt:
„Die Digitalisierung der Arbeitswelt muss mit einem Sozialstaat 4.0.
einhergehen“.
Wohnen im Zentralraum muss leistbar bleiben
Mit Ausnahme des Bezirks Lilienfeld wird dem gesamte Zentralraum bis
2030 ein Bevölkerungszuwachs vorausgesagt. Um die weitere Abwanderung
aus den voralpinen Regionen einzudämmen, müssen die Arbeitsplätze vor
Ort abgesichert werden und der Lebensraum durch den Ausbau der
Infrastruktur und des Wohnraums attraktiv bleiben. Bezugnehmend auf
die steigenden Grundstückspreise und Mieten fordert Präsident Markus
Wieser „leistbares Wohnen vor allem in den größeren Städten sowie in
den Randgebieten um Wien“.
In den Ausbau des öffentlichen Verkehrs investieren
Über die Westbahnstrecke und die Westautobahn sowie die
Schnellstraßen von Sankt Pölten nach Krems und Tulln ist der
Zentralraum sehr gut angebunden. Im Bezirk Lilienfeld besteht großer
Verbesserungsbedarf. Durch zusätzliche und längere Züge muss speziell
in den Morgenstunden von Sankt Pölten nach Wien der öffentliche
Nahverkehr gestärkt werden. Auch die Verbindungen über die S 40 nach
Tulln und Wien sowie von Sankt Pölten nach Krems müssen ausgebaut
werden.
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