• 04.03.2017, 09:54:09
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  • OTS0016

Heinisch-Hosek/Schmidt/Wieser: „Neue Chancen für Frauen schaffen!“

SPÖ NÖ Frauen präsentieren ihren „Plan A für die Frauen in Niederösterreich“

Utl.: SPÖ NÖ Frauen präsentieren ihren „Plan A für die Frauen in
Niederösterreich“ =

St. Pölten (OTS) - Unter dem Motto „Lifebalance – Plan A für die
Frauen“ stand die gestrige Veranstaltung der SPÖ NÖ Frauen anlässlich
des Internationalen Frauentages in Kirchstetten im Bezirk Tulln. Die
klassischen Nine-to-Five-Jobs werden weniger, wir sind 24 Stunden am
Tag erreichbar. Die Arbeit endet nicht mit dem Verlassen des Büros,
sondern ist auch danach noch präsent. Frauen sind neben der
beruflichen Belastung auch noch (oft ohne Unterstützung) für den
Haushalt, die Kindererziehung und die Pflege von Verwandten
verantwortlich. Auch Partnerschaft, Freundschaften und Netzwerke
sollen gepflegt werden. Bis irgendwann der körperliche und geistige
Zusammenbruch kommt. Spätestens dann stellt sich die Frage: Wo bleibe
ich? Wann habe ich Zeit für MICH? Wir wollen Bewusstsein schaffen:
Nur die Balance zwischen den verschiedenen „Welten“ macht uns
langfristig glücklich und gesünder.

„Es geht darum, die Balance im Leben zu finden und die Einstellung zu
Arbeit und Alltag anders zu bewerten – auch im Hinblick auf eine
digitalisierte Berufswelt – wenn wir einer Lifebalance näher kommen
sowie Krankheiten vorbeugen und Leistungsfähigkeit erhalten wollen.
Wichtig ist dabei, uns bewusster zu entscheiden. Nicht immer
übersetzt sich mehr Aufwand in mehr Ertrag. Manchmal bedeutet mehr
Aufwand lediglich mehr Hektik und mehr Ablenkung: Der langsame Läufer
ist oft schneller am Ziel. Diesen Sprung ins Unerprobte – und die
Angst davor – kann uns keiner abnehmen“, erklärt
Landesfrauenvorsitzende Elvira Schmidt: „Vielleicht reicht das
bereits als Einstieg in die Kunst der Lifebalance: Wenn die
Führungskräfte von morgen lernen, Ambition mit Kooperation zu
verbinden, etwa in Form von Doppelspitzen, dann können Unternehmen
familienfreundlicher werden. Vor allem aber braucht es den Mut, die
Grenzen des Vorstellbaren zu verschieben, und es braucht die Demut,
zu akzeptieren, dass nicht alles jederzeit zu erreichen ist.“

Bundeskanzler Christian Kern tritt in seinem Plan A für einen
Mindestlohn von zumindest 1.500 Euro brutto ein. Die
Gehaltstransparenz soll ausgebaut und ein Rechtsanspruch auf einen
Gratis-Kindergartenplatz für Ein- bis Sechs-Jährige eingeführt
werden, der ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr beinhaltet.
Frauenquoten in Aufsichtsräten sollen dabei helfen, die gläserne
Decke zu durchstoßen. Bessere Rahmenbedingungen und Arbeitsplätze für
ArbeitnehmerInnen über 50 Jahre und die Abschaffung des
Pflegeregresses sind ebenso Teil von „Plan A“. „Worauf warten? Mehr
Schwung und Dyna¬mik bei der Umsetzung - Das ist das Ergebnis des
Plan A. Beim Arbeitsprogramm der Regierung für die kommen¬den Monate
ist ein konkre¬ter Zeitplan für jede einzel¬ne Maßnahme fixiert“,
sagt Bundesfrauenvorsitzende Nationalrätin Gabriele Heinisch-Hosek:
„Wir machen Zukunft. Die Arbeitswelt ist im digi¬talen Wandel. Wir
wollen neue Chancen für Frauen schaffen. Das ist Thema der
Frühjahrskampagne der SPÖ-Frauen. Dazu befragen wir Frauen in ganz
Öster¬reich bei Hausbesuchen und Straßenaktionen nach ihren Wünschen,
Vorstellungen und Forderungen beim The¬ma Arbeit. Um Perspektiven für
die Zukunft geht es auch bei einer Reihe von Veran-staltungen in
diesem Jahr.“

Neben einer Talkrunde zum Thema „Wir machen Zukunft. Arbeit im
digitalen Wandel. Chancen für Frauen schaffen.“ mit der Gynäkologin,
Kabarettistin und Triathlon-Weltrekordhalterin Dr. Alexandra Meixner
und Arbeitspsychologin und Autorin Mag. Natalia Ölsböck hielt
AKNÖ-Präsident Markus Wieser ein Impulsreferat, in dem er die
Bedeutung des Internationalen Frauentages ansprach: „Es gibt nach wie
vor eine Vielzahl an Problemen, Ungerechtigkeiten und
gesellschaftlichen Herausforderungen, wenn es um die Anliegen von
Frauen geht.“ In Niederösterreich sehe man das in vielen Bereichen,
etwa bei Kinderbetreuungseinrichtungen, die durchgängige
Nachmittagsbetreuung anbieten, weswegen viele Frauen auch Teilzeit
arbeiten müssen oder bei den Einkommen, sagt Wieser: „Wenn Frauen und
Männer dieselbe Anzahl der Arbeitsstunden (Vollzeit) erbringen,
verdienen Frauen um 22,9 Prozent weniger als Männer.“

Zuletzt schloss sich diese Einkommensschere um 0,2 Prozent. Damit die
Einkommen also gleich sind, müssten Frauen noch 115 Jahre warten.
Das Brutto-Medianeinkommen der Frauen lag in NÖ 2015 bei 1.581 Euro.
Damit liegt NÖ nur auf Platz sieben im Bundesländervergleich.
(dahinter nur die Steiermark und das Burgenland). Die Männer indes
kommen auf ein Brutto-Medianeinkommen von 2.372 Euro.

Abschließend wurde eine Gedenkminute für die kürzlich verstorbene
Frauenministerin Sabine Oberhauser abgehalten.

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