- 27.02.2017, 10:00:02
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Brot für die Welt am Aschermittwoch: Evangelischer Bischof Bünker zeigt die Wichtigkeit eines achtsamen Umgangs mit Nahrungsmitteln auf
In der Passionszeit das eigene Konsumverhalten einem kritischen Blick unterziehen
Utl.: In der Passionszeit das eigene Konsumverhalten einem
kritischen Blick unterziehen =
Wien (OTS) - Allein in Österreichs Haushalten landen jährlich 366.700
Tonnen Lebensmittel und Speisereste im Müll, belegt eine Studie des
Ökologie-Instituts aus dem Jahr 2016. „Das hat katastrophale
ökologische Folgen, die wir an unsere künftigen Generationen
weitergeben“, betont der evangelische Bischof Michael Bünker
anlässlich der kommenden Fastenzeit. Bereits jetzt übersteigt unser
Lebensstil die Kapazitäten der Erde. „Würden alle Menschen so leben
wie wir ÖsterreicherInnen, bräuchten wir drei Erden“, so der Bischof.
Während wir in Österreich durchschnittlich ein Viertel der gekauften
Lebensmittel entsorgen, sind weltweit beinahe zwei Milliarden
Menschen von Hunger und Mangelernährung betroffen“, zeigt der
Schirmherr von Brot für die Welt die aktuelle Problematik auf.
Freiheit und Verantwortung
„Freiheit und Verantwortung“ sind die Leitmotive der Feiern zum
500-jährigen Reformationsjubiläum, das die Evangelischen Kirchen
heuer begehen. An diese Grundprinzipien erinnert Bischof Bünker auch
in Bezug auf den täglichen Umgang mit Nahrungsmitteln: „Aus unserer
Freiheit zu wählen, welche und wie viele Lebensmittel wir kaufen,
erwächst natürlich zugleich auch unsere Verantwortung für die daraus
entstehenden Konsequenzen“, so der Bischof, dem die Thematik der
Entwicklungszusammenarbeit seit jeher ein wichtiges Anliegen ist.
206.000 Tonnen des Nahrungsmülls in Österreich könnten vermieden
werden, wenn genau geplant würde und nur so viel gekauft, wie
tatsächlich gebraucht wird. „Der Wert dieser Abfälle bemisst sich auf
1,3 Milliarden Euro im Jahr – damit könnte Brot für die Welt in
afrikanischen Ländern 92 Millionen Familien mit dürreresistentem
Saatgut versorgen“, folgert Bischof Bünker. Auch durch einen
bewussteren und mäßigeren Fleischkonsum kann der Ressourcenverbrauch
maßgeblich reduziert werden. Österreich belegt in Punkto
Fleischkonsum einen Spitzenplatz auf der Weltrangliste. Um ein
Kilogramm Fleisch zu erzeugen werden, je nach Tierart und
Haltungsform, 6 – 16 Kilogramm Futtermittel benötigt.
Österreich muss die nachhaltigen Entwicklungsziele der
Vereinten Nationen verankern!
Den Weg in eine nachhaltige Zukunft und eine gerechtere Welt könnten
die Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (SDG´s) weisen, die im
September 2015 in Österreich in Kraft getreten sind. „Leider fehlt
hierzulande noch immer - anders als in anderen Staaten - der
Umsetzungsplan und die Strategie“, kritisiert Bischof Bünker, und er
appelliert an die Regierung, sich unverzüglich deren Umsetzung, mit
dem obersten Ziel „der Beendigung der extremen Armut in allen Formen
und überall in der Welt", zuzuwenden.
In den Projekten von Brot für die Welt wird Armut und Hunger
bekämpft, indem nachhaltige kleinbäuerliche Landwirtschaft gefördert
wird. So können Menschen der Armut entkommen und ein selbstbestimmtes
Leben in Würde führen. „Wenn wir bewusst weniger verschwenden, und
stattdessen in die Zukunft jener Menschen investieren, die es am
nötigsten brauchen, machen wir die Welt zu einem besseren Ort“,
betont der evangelische Bischof Bünker abschließend.
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