Chancen der Digitalisierung nützen – von der Vision in die Praxis

Beim Fraunhofer Kaminabend »Chancen der Digitalisierung nützen – von der Vision in die Praxis« erläuterten Vortragende aus Forschung und Industrie mögliche Wege in die Industrie 4.0.

Wattens, Tirol (OTS) - Am 20. Februar 2017 lud Fraunhofer Austria zum ersten Kaminabend des Innovationszentrums »Digitale Transformation der Industrie« in der Werkstätte Wattens mit dem Thema »Chancen der Digitalisierung nützen – von der Vision in die Praxis« ein. Im Rahmen von Fachvorträgen wurde gezeigt, wie Unternehmen die Möglichkeiten der industriellen Digitalisierung für ihren Unternehmenserfolg nutzen können. Dabei wurde der Bogen von der Unternehmensvision bis hin zur konkreten Umsetzung in der Produktion gespannt.

Vision: Industrie 4.0 zur Standortsicherung

Wie ein 112 Jahre altes Unternehmen jung bleibt, erläuterte Simon Meinschad, Geschäftsführer der hollu Systemhygiene GmbH. Um der digitalen Transformation zu begegnen, entwickelte das Unternehmen ein Modell, das kommende Trends der Branche sowie notwendige Lösungen aufzeigt. »Für unseren langfristigen Erfolg müssen wir unsere Geschäftsmodelle schon jetzt auf die Zukunft ausrichten«, so Meinschad. »Dabei wollen wir trotz Digitalisierung eine humane Organisation bleiben – der Mensch steht bei uns im Mittelpunkt!« Gemeinsam mit Fraunhofer Austria entwickelte hollu beispielsweise ein zukunftsweisendes Konzept zur Fabriklayoutgestaltung. Dabei berücksichtigten die Projektpartner auch neuartige Produktionstechnologien.

Per Industrie 4.0 Reifegradmodell von der Theorie in die Praxis

Damit »Industrie 4.0« und »Digitale Transformation« für Unternehmen nicht nur Schlagworte bleiben, hat Fraunhofer Austria das »Industrie 4.0 Reifegradmodell« entwickelt, welches Unternehmen gezielt dabei hilft, den eigenen Status quo in punkto »Industrie 4.0« zu erheben und systematisch potentielle Anwendungsfälle und Handlungsfelder abzuleiten. »Mit unserem Industrie 4.0 Reifegradmodell begleiten wir Unternehmen von der Vision der Industrie 4.0 in die Realität. Die Kombination aus aktuellen Forschungsergebnissen und Praxiserfahrungen aus der Wirtschaft ermöglichen ein bestmögliches Ergebnis«, so Michael Stockinger, Projektleiter des Fraunhofer Innovationszentrums »Digitale Transformation der Industrie« in Tirol. Geeignet ist das Modell für alle Unternehmensgrößen. »Speziell für kleine und mittlere Unternehmen haben wir unser Reifegradmodell auch an die Bedürfnisse von KMU angepasst. Diesen stehen zum Beispiel oft weniger finanzielle Ressourcen für Technologien zur Verfügung.«

Best-Practice: Digitalisierung erfolgreich umgesetzt

In seinem Vortrag »Bestands- und Kostensenkungspotentiale durch Maßnahmen der Digitalisierung nutzen« stellte Thomas Edtmayr, Leiter der Gruppe Produktionsoptimierung | Industrial Engineering bei Fraunhofer Austria, ein Konzept zur intelligenten Maschinenzustandsüberwachung in einem stahlverarbeitenden Betrieb vor. Ziel des Projekts war es, Bestände und Kosten durch Maßnahmen der Digitalisierung zu senken.

Die metallverarbeitende Industrie ist geprägt von variierenden Werkstoffen, die unterschiedliche Anforderungen an die Bearbeitungswerkzeuge haben. Davon sind auch beispielsweise Schneidewerkzeuge betroffen, die je Werkstoff unterschiedliche abgenutzt werden. Um eine objektive Beurteilung des Verschleißes zu ermöglichen, wurde im Zuge des Projekts ein Schwingungssensor eingesetzt. »Wir haben beobachtet, dass die Schwingungsamplituden höher werden, je schlechter der Zustand des Schneidewerkzeugs ist. Dieses Wissen unterstützt nun verschiedene Entscheidungen, etwa wann das Schneidewerkzeug gewechselt oder welches Stahlteil als nächstes produziert werden soll«, erklärt Edtmayr.

Fraunhofer Austria Research GmbH

Die Fraunhofer Austria Research GmbH wurde Ende 2008 als erste europäische Tochtergesellschaft der Fraunhofer-Gesellschaft gegründet. In den beiden Geschäftsbereichen »Produktions- und Logistikmanagement« in Wien und »Visual Computing« in Graz sowie dem Fraunhofer Innovationszentrum »Digitale Transformation der Industrie« in Tirol arbeiten 56 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an anwendungsorientierten Lösungen zum Nutzen der Wirtschaft und zum Vorteil der Gesellschaft. Forschen für die Praxis ist die zentrale Aufgabe der Fraunhofer-Einrichtungen.

Im Fraunhofer Innovationszentrum »Digitale Transformation der Industrie« in Tirol entwickeln unsere WissenschaftlerInnen gemeinsam mit Unternehmen und Forschungspartnern innovative und praxistaugliche Lösungen für eine erfolgreiche digitale Zukunft der Industrie.

Rückfragen & Kontakt:

Marie-Therese Wagner, MA MSc
Pressereferentin Fraunhofer Austria Research GmbH
Telefon: +43 676 888 616 17
E-Mail: marie-therese.wagner@fraunhofer.at

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