Austria Solar: Energiestrategie ohne Ziele sinnlos, Appell an Bundesregierung für verbindliche Ziele bis 2030

Die Bundesregierung muss verbindliche Ziele für Treibhausgase bei Strom, Wärme und Verkehr festlegen, damit die kommende Klima- und Energiestrategie Wirkung entfaltet.

Wien (OTS) - Die Bundesregierung ist seit Wochen damit beschäftigt, die kommende Energie- und Klimastrategie im Detail zu definieren. Als Basis dienen über tausend Seiten Rückmeldungen der Online-Konsultation, zu der die Regierung im Herbst 2016 aufgerufen hatte. Danach tagten Arbeitsgruppen, in denen vor allem die Vertreter der Wirtschaftskammer und der Industriellenvereinigung drängten, keine verbindlichen Ziele für Treibhausgase nach dem Jahr 2030 festzulegen. Auch bis zu diesem Jahr sollen keine verbindlichen Ziele für die Sektoren Strom, Wärme und Verkehr definiert werden. Dieser Widerstand führt die Energie- und Klimastrategie ad absurdum und schadet langfristig der Wirtschaft, wie mittlerweile auch Firmenvertreter betonen, etwa beim Appell von Umweltorganisationen und 190 Unternehmen für aktiveren Klimaschutz vor einem Monat. Austria Solar fordert daher die Bundesregierung auf, bei der Erstellung der Klima- und Energiestrategie Mut und Selbstbewusstsein zu zeigen und verbindliche Zielen und Maßnahmen für eine langfristig konsequente Dekarbonisierung bis 2050 festzulegen. Beim Energieverbrauch sollte als Etappenziel minus 30 Prozent bis 2030 und minus 50 Prozent bis 2050 festgeschrieben werden. Für die einzelnen Sektoren Strom, Wärme und Verkehr müssen verbindliche Ziele für Treibhausgase und Energieverbrauch festgelegt werden, um konkrete Investitionen am Markt auszulösen. Nur diese führen zu neuen Arbeitsplätzen, langfristig stabilen Energiepreisen und einem starken Wirtschaftsstandort.

Zeit für CO2-Steuer ist da

Das zentrale Instrument der Energie- und Klimastrategie muss eine Ökologisierung des Steuersystems sein, mit einer progressiven CO2-Steuer und gleichzeitiger Entlastung der Lohnnebenkosten. Dies war auch die wichtigste Empfehlung der Online-Konsultation aller Experten in Österreich. Bereits im Plan A des Bundeskanzlers wurde dafür ein Ausmaß von 3 Milliarden EUR berechnet, um eine Hebelwirkung in beide Richtungen, Klimaschutz und Arbeit, zu erzielen. „Vor allem der Umstieg auf erneuerbare Energie bei Wärme sollte vorangetrieben werden, dabei bleibt das meiste Geld im Land und schafft tausende Arbeitsplätze“, betont Roger Hackstock, Geschäftsführer der Branchenverbandes Austria Solar. Ein Viertel des österreichischen Energieverbrauchs wird für Heizen und Kühlen benötigt, der noch zu zwei Drittel mit Öl und Gas bereit gestellt wird. „Wir haben ausreichend Solarwärme, Umweltwärme und Holzwärme zur Verfügung, um diesen Verbrauch zu decken. Kommt die CO2-Steuer, werden die Menschen massiv auf diese Energien umstellen“, so Hackstock. Daher sei von großer Bedeutung, hier mit der kommenden Energie- und Klimastrategie ein klares und verbindliches Zeichen zu setzen, auf das sich die Investoren verlassen können.

Rückfragen & Kontakt:

Verband Austria Solar
Roger Hackstock, Tel.: +43 (0) 1 581 13 27 12
Email: roger.hackstock@austriasolar.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | ASO0001