- 13.02.2017, 12:37:00
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„Wunder Partnerschaft“ und Michael Hanekes preisgekröntes Meisterwerk „Amour – Liebe“ in „kreuz und quer“
Am 14. Februar ab 22.35 Uhr in ORF 2
Utl.: Am 14. Februar ab 22.35 Uhr in ORF 2 =
Wien (OTS) - In Michael Cencigs Film „Wunder Partnerschaft – Was
Paare zusammenhält“, den „kreuz und quer“ – präsentiert von Doris
Appel – am Dienstag, dem 14. Februar 2017, um 22.35 Uhr in ORF 2
zeigt, erzählen sieben Paare, wie sie ihre Liebe immer wieder von
Neuem am Leben erhalten. Um 23.25 Uhr folgt in ORF 2 anlässlich der
diesjährigen Oscar-Verleihung Michael Hanekes cineastisches
Meisterwerk „Amour – Liebe“, das vom ORF im Rahmen des
Film/Fernseh-Abkommens kofinanziert wurde.
„Wunder Partnerschaft – Was Paare zusammenhält“ – Ein Film von
Michael Cencig
„Liebe ist eine Entscheidung“, postuliert der amerikanische
Jazzmusiker Tuck Andress gleich zu Beginn des Films von Michael
Cencig: „Man verliebt sich, aber einander ein Leben lang zu lieben
ist eindeutig eine Entscheidung. Denn Gefühle können sich ändern.
Einmal ist man inspiriert und alles ist möglich, aber ein anderes Mal
ist man überhaupt nicht inspiriert.“ Und Patti, seit 35 Jahren Tucks
Ehefrau und musikalische Partnerin, ergänzt: „Wenn die Liebe am
stärksten ist, bereitet man sich am besten auf den schlimmsten Tag
seines Lebens vor. Das haben wir gemacht. Wir haben einen Pakt
geschlossen: nicht wegzulaufen, wenn es schwierig wird, nicht im
Streit zu Bett zu gehen und uns einen guten Eheberater zu suchen,
bevor wir uns jemals trennen.“
Tuck und Patti sind eines von sieben Paaren, die in diesem Film
erzählen, wie sie ihre Liebe immer wieder von Neuem am Leben erhalten
– bisweilen auch unter Schmerzen: „Leben ist grundsätzlich dazu da,
an Grenzen zu gehen“, ist Journalistin Gabriele Kuhn überzeugt: „Auch
in Beziehungen und auch, wenn es wehtut. Es muss manchmal so richtig
wehtun. Denn nur, wenn man an Grenzen geht, kann man sich
weiterentwickeln.“ Michael Hufnagl, Gabrieles Ehemann, mit dem sie
die Zeitungskolumne „Paaradox“ verfasst, ergänzt: „Man steht immer
wieder einmal am Abgrund. Und dann nützt es nichts zu sagen, Schatzi,
da ist kein Abgrund.“ Man müsse den Abgrund benennen und in die Tiefe
blicken, auch wenn einem dabei schwindelt. Nach 17 Jahren ist Michael
überzeugt, dass es sich lohnt, sich immer und immer wieder mit dem
Partner auseinanderzusetzen: „Wenn ich daran denke, wie oft wir
aneinander gewachsen sind, wo wir am Anfang standen und wo wir heute
stehen, dann bin ich fasziniert vom Wunder Partnerschaft.“
Konfrontation und Kooperation – Beziehungen entfalten sich oft im
Spannungsfeld zwischen diesen beiden Polen. Oder sie pendeln zwischen
Zumutung und Ermutigung. Denn früher oder später bekommt das
romantische Idealbild, das man sich vom geliebten Menschen gemacht
hat, Risse. Und ehe man sich’s versieht, tun sich Abgründe auf.
Spätestens dann stellt sich die Frage nach dem Beziehungskitt. Eine
Zeit lang mag das die Familie sein, die man gegründet, oder das Haus,
das man gebaut hat. Aber die Kinder werden groß und ziehen aus, das
Haus ist plötzlich leer. Was immer bisher als Klebstoff hergehalten
hat, verflüchtigt sich, und die Beziehung zerbricht.
Der Beziehungskitt ist chemisch nicht nachweisbar und die
Anziehungskraft physikalisch nicht messbar – so wenig wie jenes
geheimnisvolle Phänomen der Liebe. Diese lebendig zu erhalten – und
damit die Beziehung – ist eine Lebensaufgabe, die nie „erledigt“, mit
der man nie „fertig“ ist. Kaum eine Berufsgruppe weiß das besser als
jene der Paartherapeuten. Danielle Arn-Stieger und Clemens Stieger
sind seit 27 Jahren ein Paar und bieten gemeinsam Paartherapie an.
„Zum Heiraten braucht es zwei, zur Trennung genügt einer“,
konstatiert Clemens trocken. Seine Frau spricht eine erfreuliche
Seite ihrer beruflichen Praxis an: „Wir sind beschenkt mit
unterschiedlichsten Beziehungsmodellen. Und wir erleben auch, dass
sie gelingen.“ Die Ehe von Danielle und Clemens ist der seltene Fall
einer Jugendliebe, aus der sich eine Lebensbeziehung entwickelt hat,
die den Anforderungen einer erwachsenen Partnerschaft gewachsen ist.
Mit entscheidend dafür ist ihr Umgang mit Nähe und Distanz: „Das ist
etwas, das sich bei mir verändert hat“, erzählt Clemens Stieger: „Am
Anfang war Nähe sehr wichtig, weil es ja etwas Kostbares war. Später
ist es dann eng geworden. Und in letzter Zeit beobachte ich, dass ich
körperliche Nähe wieder mehr suche.“ Danielle lächelt: „Du bist
richtig kuschelig geworden.“ Die Chancen stehen also nicht schlecht,
dass der Bund fürs Leben, den die beiden Katholiken vor dem Traualtar
geschlossen haben, halten wird. „Ich hab ein Bild von für immer. Bis
zum Tod – und darüber hinaus“, bekennt Danielle Arn-Stieger.
Mit dieser Idee der Liebe, die über den Tod hinausgeht, die den Tod
überdauert und somit überwindet, berührt die Beziehungsthematik den
Bereich von Transzendenz und Religion. Auch für Tuck und Patti ist
die spirituelle Dimension ein zentraler Aspekt ihrer Ehe: „Als wir
zusammenkamen, haben wir über das Ehegelübde gesprochen“, erinnert
sich Tuck Andress: „Das war uns heilig, dieser Pakt zwischen uns
beiden und Gott. Üblicherweise ist das das einzige Versprechen, das
für das ganze Leben gilt. Wir haben das sehr ernst genommen. Uns war
dadurch die Möglichkeit genommen, einen anderen Weg einzuschlagen,
nur weil es uns vielleicht nicht mehr freut. Damit war es endgültig
vorbei. Für beide von uns.“
Im Zentrum jeder Liebesbeziehung steht ein starkes „Deshalb“: Deshalb
liebe ich ihn ... deshalb will ich sie heiraten ... Aber darunter
verbirgt sich oft auch ein leises „Obwohl“: Ich liebe sie, obwohl ...
Ich heirate ihn, obwohl ... Patti kann das nur bestätigen: „Am Anfang
war es wirklich ,obwohl‘ ... Oh Gott, dieses Schnarchen wird mich
jetzt mein ganzes Leben begleiten! Was kann ich dagegen tun, soll ich
ihn treten oder gar von der Bettkante stoßen? ... Aber der Tag wird
kommen – falls ich die bin, die am Ende übrigbleibt – wo ich mich
nach diesem Schnarchen sehnen werde.“
„Amour – Liebe“ – Michael Hanekes cineastischer Welterfolg mit
Jean-Louis Trintignant, Emmanuelle Riva und Isabelle Huppert
Goldene Palme, Golden Globe, César und der Oscar für den besten
fremdsprachigen Film im Jahr 2013 – das sind nur wenige der
zahlreichen Auszeichnungen, die Michael Haneke für sein Liebesdrama
„Amour“ bzw. „Liebe“ entgegennehmen durfte. Nach dem internationalen
Erfolg von „Das weiße Band“ ist Michael Haneke mit „Liebe“ einmal
mehr ein cineastisches Meisterwerk gelungen, das von internationalem
Lob überhäuft wurde:
Georg und Anna sind um die 80, kultivierte Musikprofessoren im
Ruhestand. Die Tochter, ebenfalls Musikerin, lebt mit ihrer Familie
im Ausland. Eines Tages erleidet Anna einen Schlaganfall. Eine
Operation schlägt fehl. Als sie aus dem Krankenhaus nach Hause kommt,
ist sie halbseitig gelähmt. Es beginnt eine Bewährungsprobe für die
Liebe des alten Paares. In den Hauptrollen des sensiblen Films, der
sich der Liebe im Alter und dem Abschiednehmen widmet, beeindrucken
Jean-Louis Trintignant und Emmanuelle Riva. Außerdem zu sehen sind
Isabelle Huppert, Alexandre Tharaud, William Shimell u. a. Michael
Haneke zeichnet für Drehbuch und Regie verantwortlich.
Die Sendungen sind auf der Video-Plattform ORF-TVthek
(http://TVthek.ORF.at) – vorbehaltlich vorhandener
Online-Lizenzrechte – als Live-Stream sowie nach der TV-Ausstrahlung
sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar.
Das gesamte TV-Angebot des ORF – ORF eins, ORF 2, ORF III, ORF SPORT
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