- 11.02.2017, 14:30:01
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ÖSTERREICH: Häupl antwortet parteiinternen Kritikern: "Eine Spur respektvoller, bitte."
Wiens Bürgermeister im ÖSTERREICH-Interview: "Politische Ziehsöhne im Grenzbereich zu Brutus ärgern mich." - Häupl schließt weitere personelle Veränderungen nicht aus
Utl.: Wiens Bürgermeister im ÖSTERREICH-Interview: "Politische
Ziehsöhne im Grenzbereich zu Brutus ärgern mich." - Häupl
schließt weitere personelle Veränderungen nicht aus =
Wien (OTS) - Im Interview für die Sonntagsausgabe der Tageszeitung
ÖSTERREICH nimmt Wiens Bürgermeister Michael Häupl zu parteiinternen
Kritikern Stellung, die ihn in immer kürzeren Abständen dazu
auffordern, den Abschied zu nehmen. Ob ihn das nerve? Häupl: "Nerven
ist keine politische Kategorie. Ich würde mir erwarten, dass der
Bezirksparteivorsitzende von Simmering, endlich das einlöst, was wir
uns vor einem Jahr ausgemacht haben: nämlich den 11. Bezirk für die
SPÖ zurückzuholen. Getan hat sich bis zur Stunde nichts."
Häupl hätte nichts prinzipiell gegen eine Nachfolgediskussion:
"Verstehen Sie mich richtig: Ich halte es nicht für unkeusch, wenn
man bei einem 67-Jährigen diskutiert, wie das in Zukunft aussehen
soll. Nur könnte man das eine Spur respektvoller gestalten. Ich bin
ja nicht erst gestern hereingeschneit."
Von manchen Parteifreunden sei er menschlich enttäuscht: "Herr
Troch aus Simmering gehört da aber nicht dazu." Anders liege die
Sache beim ehemaligen SPÖ-Geschäftsführer Gerhard Schmid oder beim
ehemaligen Parteisekretär Christian Deutsch: "Schmid verstehe ich
nicht und Christian verstehe ich nicht. Beleidigt sein ist für mich
auch keine politische Kategorie, aber natürlich ärgert es einen, wenn
sich politische Ziehsöhne im Grenzbereich zu Brutus bewegen."
Weitere personelle Veränderungen nach der kleinen Rathaus-Rochade
im Jänner will Häupl nicht ausschließen: "Bei der Entwicklung unserer
Perspektiven müssen wir uns mit allen Fragen beschäftigen. Auch mit
personellen."
Hauptgegner für die SPÖ bleibe die FPÖ. "Auf der anderen Seite
haben wir das bürgerliche bis grüne Potenzial, das wir auch nicht
außer Acht lassen dürfen." Bei der FPÖ sei es aber am schwierigsten.
Häupl: Da sind viele Emotionen drinnen, da geht es mehr ums
Bauchgefühl. Und damit kann die Sozialdemokratie in der Regel nicht
so toll umgehen - wir kopfgesteuerten Kinder der Aufklärung."
Zufrieden zeigt sich Häupl mit dem erneuerten Regierungsprogramm:
"Ich bin mit der, auf dem Plan A fußenden Erneuerung des
Regierungsprogramms zufrieden, ja. Es ist ein über weite Strecken
sehr wirtschaftspolitisch dominiertes Programm, aber das ist gut so.
Auch wenn noch viele Dinge dabei sind, die im Detail noch
Diskussionsschmerzen hervorrufen werden, zum Beispiel, wenn es um die
Senkung der Lohnnebenkosten geht. Summa summarum ist das alles
ordentlich. Die Frage von Neuwahlen stellt sich sicher nicht mehr so
aktuell wie noch vor wenigen Wochen ... Also ich halte es für gut,
was da drinnen steht."
Auch das Burkaverbot? Häupl: "Sie meinen das Thema
Gesichtserkennung. Das steht in meiner persönlichen Problemhierarchie
auf Platz 171. Dass sich die Touristiker drüber aufregen, versteh
ich. Denn die arabischen Prinzessinnen gehen halt gern in der Wiener
Innenstadt einkaufen. Oder in Zell am See."
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