• 10.02.2017, 10:05:36
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  • OTS0027

Rotes Kreuz: Bedarf an kostenloser medizinischer Betreuung steigt

AmberMed Ärzte leisten jährlich 4.500 ehrenamtliche Stunden um Menschen ohne E-Card kostenlos medizinisch zu versorgen - am 11. Februar ist Welttag der Kranken

Utl.: AmberMed Ärzte leisten jährlich 4.500 ehrenamtliche Stunden um
Menschen ohne E-Card kostenlos medizinisch zu versorgen - am
11. Februar ist Welttag der Kranken =

Wien (OTS/Rotes Kreuz) - AmberMed ist eine ambulante medizinische
Einrichtung von Diakonie und Rotem Kreuz, die unversicherte Menschen
medizinisch versorgt. Wie wichtig diese Versorgung in Österreich ist,
belegen die jährlichen Zuwachsraten der AmberMed-Patienten: „Jährlich
betreuen ehrenamtlichen Ärzte um 12 bis 18 Prozent mehr Menschen.
2016 konnten rund 3000 Personen kostenlos medizinisch versorgt
werden, das sind mehr als 4500 Arbeitsstunden im Dienste der
Menschlichkeit“, sagt Werner Kerschbaum, Generalsekretär des
Österreichischen Roten Kreuzes. Die Gründe dafür liegen laut
Kerschbaum klar auf der Hand: „Jährlich wächst der Anteil der
Menschen in Europa, die aufgrund mangelnder Arbeitsperspektiven in
ihrem Heimatland von Armut bedroht sind und auswandern. Viele von
ihnen leben ohne Aufenthaltsberechtigung auch in Österreich, wobei
wir keine genauen Zahlen kennen.“ Rund zwei Prozent der
AmberMed-Patienten sind Österreicher.

In Österreich fallen diese Menschen durch die Maschen des sozialen
Netzes und haben keinen Versicherungsschutz. AmberMed hilft jenen,
die dringend medizinische Versorgung benötigen, kein Geld haben und
nicht versichert sind. Die Einrichtung bietet medizinische Beratung,
Medikamentenhilfe, soziale und psychotherapeutische Betreuung.
„Patienten, die zu AmberMed kommen leben in relativer Armut, haben
kein geregeltes Einkommen, leben in kleinen Wohnungen ohne
Fließwasser oder Kochmöglichkeiten“, so Kerschbaum. „Viele Klienten
mit Migrationshintergrund haben zudem Sprachbarrieren oder
traumatische Flucht- und Gewalterlebnisse zu bewältigen“.

Einen Großteil der Medikamente stellt das Rote Kreuz kostenlos zur
Verfügung. 2016 konnten gegen ärztliche Verschreibung rund 13.000
Einzelpackungen an Patienten vergeben werden. Eine Steigerung um zehn
Prozent gegenüber 2015.

„Wir verstehen AmberMed als aktiven Beitrag zur Armutsbekämpfung und
Sicherstellung der medizinischen Versorgung als Grundrecht“, sagt der
Rotkreuz-Generalsekretär.

AmberMed wird zu 50 Prozent über öffentliche Fördergeber, wie das
Bundesministerium für Gesundheit, die Wiener Gebietskrankenkasse, den
Fonds Soziales Wien oder den Fonds Gesundes Österreich, finanziert.
Für die restlichen 50 Prozent ist die Einrichtung auf private
Unterstützung und Firmenspenden angewiesen.

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