vida-Hebenstreit zu Pensionen: Höherer Mindestlohn schützt vor Altersarmut

Leistung muss sich lohnen: Mindestlöhne rasch auf 1.500 Euro anheben - Angesichts längerer Pensionsdurchrechnungszeiten unverzichtbare Maßnahme

Wien (OTS) - „Gerade aufgrund der Pensionsreformen samt den längeren Durchrechnungszeiten für die Pensionshöhe ist es umso wichtiger, rasch eine Sozialpartnereinigung für einen höheren Mindestlohn zu erzielen“, appelliert Roman Hebenstreit, Vorsitzender der Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft vida. Aus den heute vom Finanzministerium veröffentlichten Budgetzahlen geht hervor, dass der Bundeszuschuss zu den Pensionen 2016 neuerlich gesunken und das Antrittsalter gestiegen ist. „Es ist zu erwarten, dass dieser Trend anhält. Die Anhebung der Kollektivverträge auf mindestens 1.500 Euro und in weiterer Folge auf 1.700 Euro stellt angesichts der längeren Durchrechnung einen wichtigen Schutz vor Altersarmut dar“, bekräftigt der vida-Vorsitzende. **** 

Von Arbeit müsse man leben können. Für viele Menschen in Österreich gehe sich das aber trotz Vollzeitarbeit nicht aus, so Hebenstreit weiter. „Bei einer solchen Ausgangslage droht in der Pension dann oft die absolute Katastrophe, da auch für private Altersvorsorge bei den unteren Einkommen kein Geld übrig bleibt “, warnt Hebenstreit.  

Die Armutsgefährdungsschwelle liegt aktuell bei 1.163 Euro monatlich für einen Ein-Personen-Haushalt. Auf Vollzeitbasis gerechnet verdienen laut Statistik Austria bundesweit rund 356.500 Menschen weniger als 1.500 Euro brutto monatlich, was etwa 1.200 Euro netto entspricht. Das ist rund jede/r achte Beschäftigte in der Privatwirtschaft. Betroffen von den Niedriglöhnen sind zu zwei Drittel Frauen und zu einem Drittel Männer. 

vida vertritt viele Beschäftigte aus sogenannten Niedriglohnbranchen wie beispielsweise Hotel- und Gastgewerbe, Bewachung, Reinigung oder Personenbeförderung. „In insgesamt 18 von uns verhandelten Kollektivverträgen liegt der Mindestlohn derzeit unter 1.500 Euro, in zwei sogar unter 1.300 Euro. Wir fordern die Mindestlohnerhöhungen nicht zuletzt deswegen, weil wir den von uns vertretenen Beschäftigten auch im Alter ein Leben in Würde ermöglichen wollen. Und dafür muss es den Menschen ermöglicht werden, ihren Lebensunterhalt mit ihren Pensionen bestreiten zu können“, schließt Hebenstreit.

 

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