- 02.02.2017, 08:46:23
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- OTS0007
Erfreuliche Nachwuchsbilanz bei Steinadlern 2016 im Nationalpark Hohe Tauern
Nationalpark hat Vorbildwirkung bei Schutz und Monitoring

Utl.: Nationalpark hat Vorbildwirkung bei Schutz und Monitoring =
Großkirchheim/Matrei/Mittersill (OTS) - 15 Jungvögel erblickten 2016
in den Hohen Tauern das Licht der Welt. Diese Reproduktionsrate
entspricht dem guten Schnitt der vergangenen Jahre. Die Kinderstube
ist derzeit gut gefüllt und der Bestand der Steinadler in den Hohen
Tauern stabil. 42 Adlerpaare haben ihr Revier im Nationalpark Hohe
Tauern. Das Revier eines Steinadlerpaares misst je nach
Lebensraumqualität 50 – 150 km² und Eindringlinge (andere Adler)
werden nicht geduldet.
Beinahe die Hälfte des Steinadlernachwuchses (sieben Jungvögel) kam
im Salzburger Anteil der Hohen Tauern zur Welt, in Kärnten flogen
fünf Jungvögel aus und in Tirol drei. Wobei es in Tirol nicht klar
ist, ob beide Nestlinge ausgeflogen sind oder nur einer (Kainismus).
„Seit 2003 führen wir ein Monitoring bei den Steinadlern durch. Ziel
des Projektes ist der Schutz des Steinadlers, welcher auf der Roten
Liste der geschützten Arten steht. Monitoring ermöglicht es uns
dabei, Bestandstrends zu erkennen und den Reproduktionserfolg zu
ermitteln. Derzeit ist der Nationalpark Hohe Tauern ein perfekter
Lebensraum für die Könige der Lüfte. Spannend wird es sein, ob sich
klimatische Veränderungen auf diese Wildart auswirken,“ so Peter
Rupitsch, Direktoriumsvorsitzender des Nationalparkrates Hohe Tauern.
Begonnen hat das Steinadlermonitoring mit der wissenschaftlichen
Basiserhebung "Aquilalp" in den Jahren 2003 bis 2005. Damals wurde in
sämtlichen ostalpinen Schutzgebieten der Steinadlerbestand erhoben,
Horste kartiert, Lebensräume sowie Lebensbedingungen erforscht und
ein Monitoring aufgebaut. Seit 2011 werden jährlich Horste durch
Nationalpark Ranger, Jägern und Förstern kontrolliert und die
Populationsentwicklung aufgezeichnet. Viele Entscheidungen in
Bewilligungsverfahren – etwa bei Hubschrauberflügen – stützen sich
auf Daten aus dem Steinadler-Monitoring.
Steckbrief Steinadler:
Der Steinadler ist ein mächtiger Greifvogel mit bis zu 220 cm
Flügelspannweite. Altere Vögel wirken sehr dunkel, Jungvögel fallen
durch die weißen Flügelflecken und den weißen Schwanz mit schwarzer
Endbinde auf. Charakteristisch sind weiters die stark gefingerten
Handschwingen und der eher breite Schwanz. Seinen „stolzen" Blick
verdankt der Steinadler besonderen Knochenausbildungen über den
Augen.
Steinadler leben in einer monogamen Dauerehe und brüten an Felsen
oder in großen Bäumen. Jedes Adlerpaar besitzt mehrere Horste,
jährlich wird aber immer nur eines benutzt. Die Horstplätze des
Steinadlers liegen meist unterhalb der Jagdreviere, da der Transport
der Beute nach unten einfacher ist. Steinadler jagen im bodennahen
Flug und versuchen dabei, ihre Beute auf kurze Distanz zu
überraschen. Beutetiere sind meist bodenbewohnende kleine bis
mittelgroße Säugetiere, die der Steinadler mit seinen äußerst starken
Zehen und Krallen tötet. Das Revier eines Steinadlerpaares misst je
nach Lebensraumqualität 50 - 150 km².
Kainismus kommt auch bei den Steinadlern vor. Kainismus ist das
Phänomen, dass das Schwächere (meist Zweitgeboren) bei den Küken oft
zugrunde geht, da es sich bei der Fütterung gegen das Stärkere nicht
durchsetzen kann. In manchen Fällen ist es sogar so, dass das
erstgeborene Adlerküken sofort nach dem Durchstoßen der Eierschale
das Zweitgeborene attackiert bis dieses stirbt.
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