WK Wien: Transport braucht mehr als nur Fahrräder

Wesentliche Verkehrsprojekte werden auf die lange Bank geschoben. Wiener Stadtregierung beschäftigt sich mit Randthemen. Wichtige Themen jetzt in Angriff nehmen.

Wien (OTS) - Einmal mehr beweist die Stadtregierung, dass sie die großen Anforderungen einer modernen Verkehrsplanung nicht im Blick hat. Jüngstes Beispiel: Die kürzlich präsentierte Förderung von Transportfahrrädern. „Während man sich im Rathaus mit Randthemen wie Transportfahrrädern beschäftigt, herrscht bei wesentlichen Themen der Verkehrsinfrastruktur Stillstand. Es ist höchste Zeit, sie umzusetzen“, kritisiert Davor Sertic, Spartenobmann Transport und Verkehr in der Wirtschaftskammer Wien. „Ganz abgesehen davon, dass der Großteil des Lieferverkehrs in Wien nicht mit Fahrrädern durchzuführen ist.“

Auch für Maria Smodics-Neumann, Obfrau der Sparte Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer Wien, gehen Transportfahrräder am Thema vorbei. Handwerksbetriebe werden durch die Parkraumbewirtschaftung und Anrainerzonen in ihrem Lieferverkehr laufend behindert. „Was wir brauchen, sind keine Fahrräder, sondern eigene Lieferzonen, Wirtschaftsverkehrsspuren und praxisnahe Ausnahmeregelungen bei Kurzparkzonen und Anrainerzonen“, sagt Smodics-Neumann. „Glaubt wirklich jemand, dass beispielsweise ein Installateur eine Gastherme mit dem Fahrrad liefern kann?“

Sertic ergänzt: „Wien ist einer der größten Warenumschlagplätze Mitteleuropas. Täglich werden hier rund 130.000 Tonnen umgeschlagen. Dafür braucht es ein leistungsstarkes und funktionierendes Logistiknetz.“ 

Lobautunnel umsetzen

Für Sertic ist der Bau des Lobautunnels eines der wichtigsten Verkehrsprojekte in Wien. Die Umsetzung des Projekts bringt wesentliche Entlastungen für Bürger und Unternehmen in der Stadt. So kann durch den Lobautunnel der Verkehr in der Region um bis zu 25 Prozent reduziert werden. Im Bereich Praterbrücke ist die A23 mit täglich mehr als 150.000 Pkw die meist befahrene Straße in Österreich. „Zudem würde der Bau des Lobautunnels tausende Arbeitsplätze bringen – wenn die Politik hier endlich in die Gänge kommen würde“, sagt Sertic.

Der Lobautunnel ist aber nur ein Beispiel für falsche Prioritäten der Wiener Verkehrspolitik. „Auch beim neuen Fernbusterminal müssen endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden“, fordert Sertic. Der internationale Fernbusverkehr steigt laufend. Seit Jahren ist bekannt, dass Wien hier bei der Infrastruktur nicht mithalten kann. Sertic: „Wien braucht einen modernen Fernbusterminal. Eine Standortentscheidung ist hier überfällig.“ 

Fernbusterminal überfällig

Ein neuer Fernbusterminal würde nicht nur Busunternehmern zu Gute kommen. Auch die Tourismuswirtschaft würde profitieren. „Das Segment der Bustouristen wird für die gesamte Branche immer wichtiger. Es ist entscheidend, dass wir als Weltstadt den Gästen in Zukunft eine komfortable An- und Abreise gewährleisten können“, sagt Markus Grießler, Obmann der Sparte Tourismus- und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Wien. Bereits jetzt kommen über drei Millionen Gäste mit Fernbussen nach Wien.


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