ÖGfE-Schmidt: Steigende Zustimmung zur EU-Mitgliedschaft angesichts neuer Herausforderungen

67 Prozent: Österreich soll EU-Mitglied bleiben - 25 Prozent für EU-Austritt - Umfrage

Wien (OTS) - „Das vergangene Jahr hat weder der EU noch Österreich eine Verschnaufpause gegönnt. Neben den Nachwehen der Wirtschaftskrise, den Freihandelsturbulenzen, Flucht und Migration, dem Ukraine-Konflikt und der Terrorgefahr hat sich das Themenspektrum um den Brexit-Schock, den Putschversuch in der Türkei, die Zuspitzung der Lage in Syrien und die neue US-Präsidentschaft erweitert. Trotz – oder auch gerade wegen – dieses Spannungsfeldes stehen die ÖsterreicherInnen der EU-Mitgliedschaft heute positiver gegenüber, als dies noch vor einem halben Jahr der Fall war“, verweist ÖGfE-Generalsekretär Paul Schmidt auf eine aktuelle Umfrage der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik, die Mitte Jänner österreichweit durchgeführt wurde.

67 Prozent der befragten ÖsterreicherInnen sprechen sich derzeit dafür aus, dass unser Land EU-Mitglied bleibt. 25 Prozent plädieren für einen Austritt. 8 Prozent beziehen keine Stellung. Gegenüber Juli 2016 ist die Zahl der BefürworterInnen der Mitgliedschaft um 6 Prozentpunkte gestiegen. Die Zahl jener, die für einen Austritt aus der EU plädieren, hat sich um zwei Prozentpunkte erhöht. Rückläufig ist hingegen die Zahl jener, die sich ihrer Entscheidung unsicher sind und „weiß nicht“ antworteten – sie beträgt aktuell 8 Prozent (Juli 2016: 16 Prozent).

Insgesamt 53 österreichweite ÖGfE-Befragungen seit Juni 1995 zeigen, dass – trotz Schwankungen – die BefürworterInnen der EU-Mitgliedschaft stets in der Mehrheit waren. Im Durchschnitt lag die Zahl der MitgliedschaftsbefürworterInnen bei rund 70 Prozent, die Zahl der GegnerInnen bei 23 Prozent. Die höchste Zustimmung zur EU-Mitgliedschaft fand sich im Juni/Juli 2002 (80 Prozent), der stärkste Wunsch nach einem Austritt im Juni/Juli 2008 (33 Prozent).

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Männer befürworten in der aktuellen Umfrage zu 64 Prozent die EU-Mitgliedschaft Österreichs, Frauen zu 70 Prozent. Der Wunsch nach einem EU-Austritt liegt bei den männlichen Befragten bei 31 Prozent, bei den weiblichen bei 20 Prozent. Während Befragte mit Universitätsabschluss zu 91 Prozent für den Verbleib Österreichs bei der EU plädieren (EU-Austritt: 7 Prozent), sind es bei Personen mit Matura 83 Prozent (EU-Austritt: 13 Prozent). Bei Befragten mit Berufs- und Handelsschulabschluss lautet das Verhältnis 63 Prozent („bleiben“) zu 30 Prozent („austreten“), bei Befragten mit Pflichtschulabschluss 57 Prozent („bleiben“) zu 30 Prozent („austreten“). [Fehlende Werte = „weiß nicht/Keine Angabe“].

„Das veränderte geopolitische Umfeld ebenso wie die zur Schau gestellten Differenzen der Mitgliedstaaten, und als deren Folge die mangelhafte Durchsetzungskraft der Union, verlangen nach neuen Strategien. Die Menschen erwarten mehr Zusammenhalt und klare Antworten auf die Frage, wie die Union künftig etwa mit verstärkter Zuwanderung oder steigender Arbeitslosigkeit umgehen will. Eine effiziente EU, die sich ihrer Verantwortung bewusst ist, ist dabei für die große Mehrzahl der Bevölkerung die beste Option, diese Aufgaben zu bewältigen“, hält Schmidt fest.

Die Umfrage wurde von der Sozialwissenschaftlichen Studiengesellschaft vom 11. bis 16. Jänner 2017 im Auftrag der ÖGfE durchgeführt. Befragt wurden österreichweit 607 Personen per Telefon (repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahre/Gewichtung nach Geschlecht, Alter und Bildung). Maximale Schwankungsbreite ca. +/- 4,0 Prozent. Differenz auf 100 Prozent aufgrund gerundeter Werte.

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Mag. Paul Schmidt
Österreichische Gesellschaft für Europapolitik
Tel.: (+43-1) 533 49 99
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