Ihr Argument hinkt, Herr Vitouch

ÖH Kunstuni Graz: Zugangsbeschränkungen sind nicht die Lösung

Graz (OTS) - Im Standard-Interview vom 9.1.2017
(http://www.ots.at/redirect/privatunis) sprach sich Oliver Vitouch,
Vorsitzender der Österreichischen Universitätenkonferenz, wiederholt für Zugangsbeschränkungen aus. Seine Argumentation stützte er auf die Vorgehensweise an den Kunstuniversitäten - ein „Gedankenexperiment“, das hauptsächlich von Unwissenheit bezüglich der aktuellen Zustände an den Österreichischen Kunstuniversitäten zeugt.

Die Österreichischen Kunstuniversitäten genießen zweifelsohne einen guten Ruf - in Bezug auf Internationalität und deren künstlerische Ausrichtung. Von Studierenden sind Jahre an Vorbildung und praktischer Erfahrung von Konzerten oder Wettbewerben für ein Studium notwendig.

Jedoch ist Ihr Argument nicht stichhaltig, Herr Vitouch. Nicht alles ist rosig an den Kunstuniversitäten - nicht im Licht der dortigen Zugangsbeschränkungen, noch weniger in Bezug auf die Lehrqualität. Natürlich würde der Betrieb mit einem „Hineinschnuppern für alle, die in der Oberstufe Musik oder Bildnerische Erziehung hatten“ kollabieren. Die Frage sollte sich aber nicht stellen, da Kunstuniversitäten eine Sonderstellung innehaben.

Im Bereich der Lehrqualität herrschen hier mehr als mangelhafte Zustände: die Benotungen sind von Willkür geprägt, bei Lehrenden sucht man oft vergeblich nach Nachweisen von didaktischen Kompetenzen und der Betriebsrat torpediert regelmäßig qualitätssichernde Maßnahmen. Dies sind die dringenden Umstände, die es zu lösen gilt. Vitouch handelt Zugangsbeschränkungen als den Heiligen Gral der Finanzierbarkeit von Hochschulen, das Beispiel der Kunstuniversitäten führt seine Argumente ad absurdum: es braucht nachhaltige Reformen, keine weiteren Knock-out Tests und Studiengebühren.

„Von Seiten der Verantwortlichen in der Hochschulpolitik wäre ein tiefergehendes Wissen bezüglich der Umstände sehr zu begrüßen, auch um fadenscheinige Argumentationen von politischen Agenden zu unterbinden“ so Sebastian Höft, Vorsitzender der ÖH der Kunstuniversität Graz. „Man sollte sich näher mit der Sonderstellung der künstlerischen Universitäten beschäftigen. Ihr Stellenwert sagt viel über unsere Gesellschaft aus und sollte nicht von politisch motivierten Halbwahrheiten untergraben werden.“

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