- 16.12.2016, 10:57:42
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Rotes Kreuz: Jetzt in 17.000 Flüchtlingskinder investieren
Welttag der Migration: Zahl der Schüler mit nicht-deutscher Erstsprache deutlich gestiegen
Utl.: Welttag der Migration: Zahl der Schüler mit nicht-deutscher
Erstsprache deutlich gestiegen =
Wien (OTS/Rotes Kreuz) - Seit Anfang 2015 sind 17.000
Flüchtlingskinder in Österreichs Pflichtschulen eingetreten. Das
wären, umgerechnet auf eine Klassenschüler-Höchstzahl von 25 Kindern,
680 „neue“ Schulklassen. Wegen der sinkenden Schülerzahlen hätte
dadurch aber nicht so sehr die absolute Zahl der Schülerinnen und
Schüler zugenommen, sagt Werner Kerschbaum, Generalsekretär des Roten
Kreuzes. „Aber die Anzahl der Kinder mit nicht-deutscher Erstsprache
ist entsprechend gestiegen.“
Um den Spracherwerb in Wort und Schrift und damit das Erreichen der
Lernziele sicherzustellen, fordert das Rote Kreuz zusätzliches
Personal zur Unterstützung der Pädagogen. Auch an speziellen
Unterrichtsmaterialien würde es fehlen. Das Rote Kreuz hat daher in
diesem Jahr zwei Ausgaben des Magazins „Trio – Hallo Österreich!“
herausgegeben. Es ist speziell auf den Spracherwerb von Kindern mit
nicht-deutscher Erstsprache zugeschnitten. „Beide Auflagen dieses
Magazins waren sofort vergriffen“, sagt Kerschbaum.
„Jetzt rächt sich außerdem, dass das Fach ‚Deutsch als
Zweitsprache/Fremdsprache‘ in der Ausbildung der Pädagogen kein
Pflichtfach ist, wie es das Rote Kreuz seit langem fordert“, sagt der
Generalsekretär. All das stehe einer erfolgreichen Bildungskarriere
vieler Flüchtlingskinder entgegen. „Kein Schulabschluss, das bedeutet
in der Regel: keine Erwerbstätigkeit, kein Arbeitseinkommen, keine
Steuerleistungen, dafür oft jahrelange Unterstützung durch
Transferleistungen aus öffentlichen Mitteln.“
Das Rote Kreuz fordert daher jetzt umfangreiche Investitionen in die
Bildung und bietet selbst seit mehreren Jahren bundesweit
Lernprogramme als Ergänzung zum Schulunterricht an. „Wir können und
wollen das Bildungssystem nicht ersetzen, sondern wirkungsvoll
ergänzen“, sagt der Rotkreuz-Generalsekretär. „Der Bedarf ist
offensichtlich da, denn unsere Lernprogramme sind ständig bis zum
letzten Platz ausgebucht.“
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