- 13.12.2016, 12:33:01
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Stadt Wien präsentiert Pläne für Wiener Eislaufverein, Hotel Intercontinental und Wiener Konzerthaus
Wien (OTS/RK) - Bürgermeister Michael Häupl und Vizebürgermeisterin
Maria Vassilakou haben heute, Dienstag, das Ergebnis des
Vermittlungsverfahrens für das Areal Eislaufverein, Intercont und
Konzerthaus vorgestellt. “Der Wiener Eislaufverein gewinnt zu seinen
150 Jahren weitere 100 Jahre Bestehen und wird noch attraktiver, das
Konzerthaus erhält ein großzügiges Vorfeld mit der Möglichkeit der
Schaffung neuer Zugänge. Wien bekommt einen modernen
Konferenzstandort und für die WienerInnen öffnen wir einen neuen
Platz mitten in der Stadt”, erklärten Bürgermeister Michael Häupl und
Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou. „Die Nachdenkpause wurde in
jeder Hinsicht bestens genutzt und das vorliegende Projekt wurde in
allen wesentlichen Bereichen optimiert. Diese Neugestaltung werden
von der Stadt Wien und von allen Beteiligten – Eislaufverein,
Konzerthaus, Hotel Intercont und dem Eigentümer WertInvest getragen.“
Das adaptierte Projekt führt alle gestalterischen Elemente des von
einer internationalen Jury gekürten Entwurfs von Architekt Isay
Weinfeld fort und steht somit in Kontinuität mit dem Ergebnis des
Architektur-Wettbewerbes und des kooperativen städtebaulichen
Planungsverfahrens, das am Beginn der Entwicklung stand. Die
Adaptierungen wurden vom Planungsteam rund um Isay Weinfeld auf Basis
der Vorgaben der Stadt Wien in Abstimmung mit WertInvest und externen
ExpertInnen erarbeitet.
Dazu Bürgermeister Michael Häupl: „Die Neuorganisation des Areals
zwischen Eislaufverein, Intercont und Konzerthaus ist eine weitere
wichtige Maßnahme um Wien zukunftsfit zu machen. Die historische
Atmosphäre des Gebietes bleibt erhalten, während gleichzeitig die
Funktionalität auf die Anforderungen einer modernen Millionenstadt
aufgewertet wird.“
Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou, Stadträtin für
Stadtentwicklung, Verkehr, Klimaschutz, Energieplanung und
BürgerInnenbeteiligung sagt weiter: „Die nun vorliegende neue
Gestaltung eines in die Jahre gekommenen Ortes der Stadt ist gut für
Wien. Der Eislaufverein gewinnt ein neues Antlitz und wir werden auch
für die nächsten 100 Jahre einen Eislaufplatz mitten in der Stadt
haben. Das Konzerthaus kann sich neu präsentieren und für die Wiener
Bevölkerung entsteht ein neuer großzügiger Platz in zentraler Lage.
Das Intercont bedeutet eine Aufwertung für den Konferenzstandort
Wien.“
Michael Tojner, WertInvest, betont: „Das Projekt war für uns immer
schon weit mehr eine Leidenschaft als eine Frage der ökonomischen
Vernunft. Wir wollten aber ein Projekt auf die Beine stellen, das
nachhaltige Impulse für Wien setzt, vor allem in Bezug auf
internationale Architektur, öffentlichen Mehrwert durch Absicherung
des Wiener Eislaufvereins und eines neuen Konferenzzentrums sowie in
Bezug auf Nachhaltigkeit. An diesem Ort zu bauen, bedeutet im
besonderen Maße unterschiedliche Interessenslagen zu berücksichtigen
und immer wieder aufs Neue gemeinsam Nachzudenken. Die Geduld aller
Beteiligten und unser finanzieller Atem wurden auf eine harte Probe
gestellt. Leicht haben wir es uns nicht gemacht, und leicht hat man
es uns nicht gemacht. Ich meine aber, das Ergebnis spricht für sich.
Mein besonderer Dank gilt dem Architekten Isay Weinfeld, der Stadt
Wien und allen Mitarbeitern, die in diesem aufwendigen, fünf Jahre
dauernden Prozess drangeblieben sind.“
Walter Leschetizky, Präsident des Wiener Eislauf-Vereins sagt:
„Nach langen Verhandlungen konnten der Wiener Eislauf-Verein (WEV)
und WertInvest einen Durchbruch erzielen. Zu einer Einigung kam es
hinsichtlich der Gestaltung des zukünftigen Areals des WEV und zu den
wesentlichen Vertragspunkten. Der WEV ist zuversichtlich, dass auch
die letzten Detailfragen mit WertInvest geklärt werden können. Der
traditionsreiche Wiener Eislauf-Verein, der im nächsten Jahr sein
150-jähriges Jubiläum feiert, kann, wie auch seine Mitglieder und
alle die den Eislaufsport lieben, mit Zuversicht und Optimismus in
die Zukunft schauen."
Präsident des Kuratoriums, Wiener Konzerthausgesellschaft
Christian Konrad sagt zum Projekt: „Das Projekt hat ein großes
Potenzial und die freie Sicht wird das Wiener Konzerthaus
architektonisch aufwerten. Ein attraktiv gestalteter öffentlicher
Raum unmittelbar vor dem Haus stellt einen Mehrwert für die
Besucherinnen und Besucher des Wiener Konzerthaus dar.“
Und Matthias Naske, Intendant, Wiener Konzerthausgesellschaft,
sagt: „Als unmittelbarer Nachbar ist die Wiener
Konzerthausgesellschaft in hohem Maße an einer gesamtheitlichen
Weiterentwicklung und Belebung dieses Stadtraums interessiert. Die
ganzjährige Durchwegung entlang der Längsfassade des Wiener
Konzerthauses ist dabei ein Gewinn.“
Die Details des Projekts: Neuer Eislaufverein, Öffnung des
Konzerthauses, neuer Freiraum
Die Details des adaptierten Projektes Wiener Eislaufverein, Hotel
Intercontinental und Wiener Konzerthaus beinhalten Folgendes:
o Erhaltung des Standortes des Wiener Eislaufvereins
(Eislaufverein-Freifläche: 6.500 m²) bzw. umfassende
Erneuerung/Erweiterung der Infrastruktur (zusätzliche 1.000 m2 große
Ganzjahres-Eishalle für Eishockey, Eiskunstlauf und Eistanz),
vertraglich auf 99 Jahre gesichert
o Schaffung eines neuen, offenen öffentlichen Platzes mit
weitreichenden konsumfreien Zonen während sieben Monaten im Jahr auf
privatem Grund: Attraktivierung des gesamten Außenbereiches
(Bepflanzung etc.) und dessen Bespielung (mit Musik, Kultur,
Freizeitmöglichkeiten etc.); die Außenfläche umfasst außerhalb der
Eislaufsaison insgesamt 6.500 m² (öffentlicher Platz) und
Stadtterrasse 800 m²
o Öffnung des Durchgangs Heumarkt und Lothringerstraße (Verbreiterung
auf 5,0 bis 6,5 m) – Wege insgesamt rund 500 m²
o Öffnung des Areals zum Konzerthaus, Wiederöffnung des
Seiteneingangs
o Schaffung neuer Büroflächen und Proberäume für
Kunst-Kultur-Ateliers
o Neue Anlagen und Infrastruktur für den Sport (Turnsaal für
umliegende Schulen und Vereine) sowie Fitnesseinrichtungen
Die Eckpunkte des adaptierten Projektes
o Der von der internationalen Jury ausgewählte Entwurf von Isay
Weinfeld (Scheibe – Platte – Turm) wird beibehalten und in
entscheidenden Punkten adaptiert.
o Die Redimensionierung des Turms sieht eine Reduktion von 3
Geschoßen vor. Der Turm wird somit um ca. 10 Meter niedriger (neu:
66,3 m), schlanker und eleganter. Die auf Wohnungen entfallende
Fläche reduziert sich um 24%.
o Das bestehende Hotel wird an leicht veränderter Position neu
errichtet, da nur 10-15 % der Gesamtgebäudesubstanz hätten erhalten
werden können. Das Ensemble rückt Richtung Johannesgasse vor und
schafft mehr Raum für eine verbreiterte Durchwegung entlang des
Konzerthauses. Die Hotelscheibe wurde gegenüber dem ursprünglichen
Projekt um 2 Geschoße reduziert und im Grundriss optimiert. Durch die
Sanierung und Renovierung des gesamten Hotelbereichs können die
Kongress-Kapazitäten maßgeblich ausgebaut werden.
All diese Punkte werden durch städtebauliche Verträge abgesichert
sowie in bilateralen Vereinbarungen zwischen Eigentümer und WEV,
sowie Konzerthaus und anderen geregelt.
Chronologie des Planungsverfahrens
o Kooperatives Planungsverfahren (2012)
Auf Initiative der Stadt Wien wurden 2012 in umfangreichen
Hearings die Möglichkeiten des Areals ausgelotet. Daran nahmen
AkteurInnen vor Ort (WEV, Konzerthaus, Hotel InterContinental), der
Investor, VertreterInnen des Magistrats und der Politik
(Stadtplanungsressort, Planungssprecher, Bezirke) sowie
Fachexpertinnen und Fachexperten aus Architektur und Städtebau sowie
Denkmalschutz teil. Aufbauend auf den gewonnenen Erkenntnissen wurde
ein mehrstufiges kooperatives ExpertInnenverfahren durchgeführt, an
dem 50 Beteiligte aus Politik und Magistrat, des Wiener
Eislaufvereins, des Konzerthauses, des Internationalen Rates für
Denkmalpflege (ICOMOS), des Investors sowie des Hotelmanagements
teilnahmen. Die Öffentlichkeit wurde mittels AnrainerInnen-Befragung
in das Verfahren eingebunden und eine Ausstellung mit begleitenden
Dialogen durchgeführt. Das kooperative ExpertInnenverfahren war
bewusst so angelegt, dass der gesamten Bandbreite an
unterschiedlichen Sichtweisen Gehör verschafft wurde.
o Beschluss der Stadtentwicklungskommission und Architekturwettbewerb
(2013-2014)
Auf Basis für den Wettbewerb diente der Beschluss der
Stadtentwicklungskommission zur Neugestaltung des Areals. Im
Wettbewerb selbst, der seitens des Investors ausgelobt wurde, haben
24 hochqualifizierte Architekturbüros eine große Bandbreite an
Konzepten vorgelegt. Für das mit VertreterInnen der Stadt und
internationalen Architektur- und StädtebauexpertInnen besetzte
Preisgericht unter der Leitung von Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Markus
Allmann (Universität Stuttgart) war das Projekt des brasilianischen
Architekten Isay Weinfeld eindeutig die beste und tragfähigste
Lösung.
o Fachbeirat (2014-2016)
Aufbauend auf den vorangegangenen umfangreichen Planungsschritten
wurden Vorbereitungen für ein Flächenwidmungsverfahren gestartet. Die
dazu eingeholten fachlichen Beurteilungen des Magistrats und des
Fachbeirates für Stadtplanung und Stadtgestaltung führten im Mai 2016
zur Einschätzung, dass es trotz der soliden Vorarbeiten noch offene
Fragen und Bedenken gab.
o Nachdenkpause und Vermittlungsverfahren (2016)
In der im Mai 2016 vorliegenden Form konnte daher für dieses Vorhaben
kein Flächenwidmungs¬verfahren eingeleitet werden.
Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou erklärte deshalb für alle Seiten
eine „Nachdenkpause“, um im Zuge eines Vermittlungsverfahrens
tragfähige Lösungen zu suchen. Im Zuge des Vermittlungsverfahrens
unter Leitung von Univ. Prof. Dipl. Architekt ETH Christoph
Luchsinger und DI Christof Schremmer MCP konnte der Entwurf in
entscheidenden Bereichen optimiert und die Hinweise des Fachbeirates
aufgenommen werden.
Weitere Vorgangsweise
o Stadt Wien:
Geplanter Start der öffentlichen Auflage des Flächenwidmungs- und
Bebauungsplans – Mitte Jänner 2017 und anschließende Befassung des
Wiener Gemeinderates
o WertInvest:
Geplanter Baubeginn im April 2019; nach Ende der Eislaufsaison
2018/2019
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