- 07.12.2016, 16:00:53
- /
- OTS0198
Sobotka zeichnet Zivildiener für besonderes Engagement aus
Innenminister Mag. Wolfgang Sobotka ehrte am 7. Dezember 2016 in Wien die Zivildiener des Jahres.
Utl.: Innenminister Mag. Wolfgang Sobotka ehrte am 7. Dezember 2016
in Wien die Zivildiener des Jahres. =
Wien (OTS) - Neben Engagement, Sozialkompetenz und Zivilcourage wurde
dabei auch der Beitrag zum besseren Zusammenleben von Menschen
verschiedener Herkunft bewertet. Bundessieger wurde Christian Renelt
aus Wien.
Seit 1975 können sich junge Österreicher für den Zivildienst
entscheiden. Jedes Jahr leisten über 14.000 Zivildiener in
verschiedenen Einrichtungen Dienst. Die wesentlichsten
Einsatzbereiche sind dabei das Rettungswesen, die Sozial- und
Behindertenhilfe, Altenbetreuung, Krankenanstalten, Katastrophenhilfe
und der Zivilschutz. Neben 1.500 Zivildiensteinrichtungen bestehen
rund weitere 2.000 kleinere Einsatzstellen (Bezirksstellen, kleinere
Werkstätten). Innenminister Wolfgang Sobotka holte nun die besten
Zivildiener des Landes vor den Vorhang, um ihnen für ihr besonderes
Engagement zu danken und sie mit der Auszeichnung „Zivildiener des
Jahres“ zu ehren. Christian Renelt aus Wien ging dabei als
Bundessieger hervor. Er versah seinen Dienst im
Bundes-Blinden-Institut (BBI), einer Schule für junge Menschen mit
Blindheit oder Sehbeeinträchtigung in Wien und war dabei durch seine
Herzlichkeit und sein außerordentliches Engagement aufgefallen. In
seiner Ansprache würdigte der Innenminister alle Preisträger und
unterstrich deren Leistungen im Dienste der Allgemeinheit. „Die Werte
Nächstenliebe, Solidarität und Zivilcourage sind eng mit dem
Zivildienst verbunden. Die Zivildiener leisten einen wertvollen
Beitrag für die Gesellschaft. Sie sammeln Erfahrungen, die weitere
berufliche Entscheidungen beeinflussen. Viele ehemalige Zivildiener
unterstützen ihre Zivildiensteinrichtung auch weiterhin
ehrenamtlich“, so Sobotka.
Preisträger und deren Tätigkeitsbereiche
Bundessieger: Christian Renelt war im Bundes-Blinden-Institut (BBI),
einer Schule für junge Menschen mit Blindheit oder
Sehbeeinträchtigung in Wien tätig. Er unterstützte das Team bei der
Betreuung der Klassen, insbesondere half er bei Deutschkursen für
blinde und sehbeeinträchtigte Menschen mit Migrationshintergrund.
Innerhalb kurzer Zeit erlernte er die Brailleschrift. Er brachte
viele neue Ideen ein, förderte und motivierte die Kinder und verhalf
ihnen dadurch zu persönlichen Lernerfolgen. Im Musikunterricht konnte
er den Schülerinnen und Schülern mit rhythmischen und gesanglichen
Übungen seine eigene Begeisterung für Musik vermitteln. Herr Renelt
bewies auch Kreativität. Er hat zum Beispiel spezielle
Schreibunterlagen aus Karton gebastelt, um blinden und
sehbeeinträchtigten Menschen das Üben ihrer Unterschrift in normaler
Schwarzschrift zu erleichtern.
Landessieger
Burgenland: Alexander Anderl verrichtete seinen Zivildienst beim
Roten Kreuz Burgenland in der Bezirksstelle Oberpullendorf. Er
zeichnete sich im täglichen Dienstbetrieb durch Einsatz,
Eigeninitiative und Arbeitsfreude aus. Dazu kamen seine ausgeprägte
soziale Kompetenz und seine Fröhlichkeit, die ihn zu einem beliebten
Kollegen machten. Unter anderem konnte er mit einem Defibrillator
einem Notfallpatienten das Leben retten.
Kärnten: Alessandro Waltl absolvierte den Zivildienst im
Integrationszentrum „Rettet das Kind-Seebach“ in Seeboden am
Millstättersee, wo junge Menschen mit Beeinträchtigungen betreut
werden. Er unterstützte das Team bei Ausflügen und begeisterte die
Kinder mit vielen neuen Ideen und Spielen. Besonders ein autistisches
Kind konnte er beim gemeinsamen Spielen und Basteln anspornen. Auch
in Krisensituationen zeichnete er sich im Umgang mit den jungen
Menschen durch seine gefestigte Persönlichkeit und durch Respekt aus.
Mit seinem Humor konnte er die Herzen der Kinder gewinnen.
Niederösterreich: In Niederösterreich gibt es ausnahmsweise zwei
Landessieger, weil beide Kandidaten die Jury gleichermaßen überzeugen
konnten.
Felix Parsch leistete seinen Zivildienst im Klinikum Malcherhof in
Baden. Im Umgang mit den Patientinnen und Patienten zeigte er
Hingabe, Wärme und vor allem Menschlichkeit und hatte stets ein
offenes Ohr für ihre Wünsche und Sorgen. Kleinigkeiten wie ein leeres
Wasserglas fielen ihm sofort auf. Ihm war es ein Anliegen, den
Menschen den Aufenthalt im Klinikum so angenehm wie möglich zu
gestalten.
Fatih Saka war in der Caritas-Flüchtlingshilfe St. Gabriel in Maria
Enzersdorf tätig. Er begleitete unter anderem die Bewohnerinnen und
Bewohner zu Arztterminen und Rechtsberatungen. Seine türkischen
Sprachkenntnisse waren dabei oft hilfreich, da viele Personen auf der
Flucht längere Aufenthalte in der Türkei hatten. Saka zeichnete sich
durch seine Verlässlichkeit, Warmherzigkeit und seinen Sinn für
Gerechtigkeit aus. Er schlichtete Auseinandersetzungen und war
Vertrauensperson für Jung und Alt.
Oberösterreich: Christian Ecker leistete seinen Zivildienst im
Kindergarten der Marktgemeinde Saxen in Oberösterreich. Er zeichnete
sich durch sein Einfühlungsvermögen aus und konnte rasch eine enge
Bindung zu den Kindern aufbauen. Er zeigte nicht nur pädagogisches,
sondern auch kreatives und handwerkliches Geschick, zum Beispiel hat
er eine Kulisse für die Theatergruppe gebaut.
Salzburg: Alexander Roth verrichtete seinen Zivildienst in der
„Werkstatt Kleingmainerhof“, die von der Lebenshilfe Salzburg
betrieben wird. Hier arbeiten Menschen mit geistigen
Beeinträchtigungen. Herr Roth hat die Beschäftigten nach ihren
individuellen Fähigkeiten bestmöglich gefördert und ihre Stärken
ausgebaut, dabei hat er auch viele neue Ideen eingebracht. Durch
seine freundliche Art konnte er schnell das Vertrauen der Klientinnen
und Klienten gewinnen.
Steiermark: Nosakhare Osagiede war während seines Zivildienstes im
Caritas-Familienhaus St. Christoph der Diözese Graz-Seckau tätig, wo
Familien, insbesondere alleinerziehende Elternteile, bei der
Betreuung ihrer Kinder unterstützt werden. Durch seine eigene
Erfahrung als Vater von zwei Kindern und seine Offenheit war er eine
große Bereicherung für die Organisation. Er stand den Bewohnerinnen
und Bewohnern mit Rat und Tat zur Seite und brachte ihnen die
afrikanische Kultur näher, indem er z.B. landestypische Gerichte
kochte.
Tirol: Bernhard Hager absolvierte seinen Zivildienst im
Sonderpädagogischen Zentrum für Kinder mit Blindheit und
Sehbehinderung des Landes Tirol. Er unterstützte die Kinder beim
Lernen, beim Sport und bei besonderen Anlässen und arbeitete in der
Bibliothek – innerhalb kurzer Zeit lernte er die Brailleschrift und
tätigte sogar Übersetzungen. Die Schülerinnen und Schüler schlossen
den 20-Jährigen insbesondere wegen seines liebevollen und geduldigen
Wesens ins Herz.
Vorarlberg: Dieter Reumiller war in der „Werkstatt Ecopark“ in
Hörbranz eingesetzt, die von der Lebenshilfe Vorarlberg betrieben
wird. Hier arbeiten Menschen mit Beeinträchtigungen, für die Dieter
durch seine einfühlsame, klare und verantwortungsbewusste Art zu
einem guten Freund wurde. Reumiller initiierte unter anderem
Fußballtrainings und studierte für die Faschingsfeier eine
Tanzeinlage mit den Kolleginnen ein.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NIN






