• 07.12.2016, 09:30:01
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AUVA-„Back to Life Award“ verliehen

Gabriele Brandstetter aus Ulmerfeld ausgezeichnet: „Ich schaffe das, weil ich es will“!

Utl.: Gabriele Brandstetter aus Ulmerfeld ausgezeichnet: „Ich
schaffe das, weil ich es will“! =

Wien/St. Pölten (OTS) - Franz Brandstetter erlitt 1984 einen
Arbeitsunfall und ist seitdem auf Hilfe angewiesen. Seine Tochter,
Gabriele Brandstetter, pflegt ihn seit neun Jahren mit großem
Engagement. Dafür wurde sie am Mittwoch, 7. Dezember 2016, mit dem
AUVA-„Back to Life Award“ ausgezeichnet. Im Rahmen eines Festakts in
St. Pölten überreichte Barbara Schwarz, Landesrätin für Soziales,
Bildung und Familie stellvertretend für Landeshauptmann Erwin Pröll
die Ehren-Urkunde. Brigitte Adler, Vizepräsidentin der Arbeiterkammer
Niederösterreich und Franz Wiedersich, Direktor der Wirtschaftskammer
Niederösterreich gratulierten mit Sachpreisen – einem Erholungsurlaub
sowie einem Warengutschein im Wert von 1.000 Euro.

Der AUVA-„Back to Life Award“ (vormals „Pflegepreis“) zeichnet
einerseits Menschen aus, die Angehörige nach einem schweren
Arbeitsunfall pflegen, andererseits Betroffene, die sich nach einem
schweren Arbeitsunfall selbst ins Leben zurückgekämpft haben. Was
ihnen gemeinsam ist, ist die Fähigkeit, sich immer wieder auf
geänderte Anforderungen und Gegebenheiten, die das Leben mit sich
bringt, einzustellen. Eine solche Anpassungskünstlerin ist die
61-jährige Gabriele Brandstetter. Als die ehemalige Staatsliga
-Tennisspielerin und spätere Tennistrainerin vor rund neun Jahren von
ihrer Mutter um Hilfe bei der Betreuung ihres Vaters und der kranken
Schwester gebeten wurde, dachte Frau Brandstetter nicht lange nach:
Sie gab ihr Leben in Wien auf und zog wieder ins elterliche Haus nach
Niederösterreich.

Gemeinsam stark für pflegende Angehörige

„Das Thema Pflege geht uns alle früher oder später einmal an. In
Niederösterreich sind fast 100.000 Menschen pflegebedürftig, sehr
viele werden von ihren Angehörigen betreut. Dabei ist es in erster
Linie den pflegenden Angehörigen zu verdanken, dass hilfsbedürftige
Personen möglichst lange in ihrer vertrauten Umgebung betreut werden
und zu Hause leben können. Die Leistungen, die Angehörige dabei
erbringen, bilden einen wesentlichen Teil unserer
Gesundheitsversorgung“, erklärt Landesrätin Barbara Schwarz.

„Der Back to Life Award, ist für mich jedes Jahr ein besonderes
Ereignis, da die Effekte unserer Arbeit selten so greifbar sind. An
Gabriele Brandstetter hat mich besonders fasziniert, dass sie trotz
allem so ein fröhlicher Mensch geblieben ist. Im Namen der AUVA
möchte ich mich bei Frau Brandstetter für ihre Leistung bedanken, die
man mit Geld nicht aufwiegen kann. Wir können sie mit unseren
Versicherungsleistungen zwar unterstützen, aber deren Erfolg und
Wirksamkeit ist erst durch Menschen wie sie möglich“, gratuliert
Alexander Bernart, Direktor der AUVA-Landesstelle Wien.

Die AUVA bietet jedem Versicherten im Schadensfall ein ganzheitliches
Leistungsangebot. Dazu gehört neben der Versorgung von Unfallopfern
auch die Unterstützung der pflegenden Angehörigen. Die AUVA berät in
allen Fragen rund um Pflege und Rehabilitation und unterstützt auch
bei notwendigen Wohnungsumbauten oder der Anschaffung von
Heilbehelfen.

Ein Leben im Dienst der Familie

„Es war für mich nie eine Frage, dass ich meine Familie bei der
Pflege unterstütze. Ich hatte so ein schönes Leben, – das wollte ich
meiner Familie zurückgeben“, so Brandstetter. Vor allem ihrer
Schwester, die seit ihrem 17. Lebensjahr unter Schizophrenie litt,
wollte sie glückliche Momente bereiten. Durch ihre Betreuung konnte
die Schwester zu Hause in ihrer gewohnten Umgebung bleiben. „Ich war
überglücklich, dass meine Schwester nicht in ein Heim musste, das
hätte mir das Herz gebrochen. Meine Schwester hat ihr Leben
gewissermaßen absitzen müssen. Ich habe zu ihr gesagt: ‚Ich schenke
dir zehn Jahre meines Lebens. Ich schau auf dich!‘“ Auch um ihren
Vater kümmerte sie sich liebevoll, kochte ihm gerne seine
Lieblingsspeisen wie Eiernockerl, Palatschinken oder Grießkoch.

Pflegende Angehörige brauchen Unterstützung

Um pflegende Angehörige zu entlasten, bietet das Land
Niederösterreich eine geförderte Tages- und Kurzzeitpflege, damit
pflegende Angehörige eine kurze Auszeit vom Alltag nehmen und Kraft
tanken können. Viele pflegende Angehörige überfordern sich und
geraten in ein Burn-out. Daher nimmt Frau Brandstetter sich einmal im
Jahr eine Auszeit und fährt auf Urlaub. Während dieser Zeit weiß sie
ihren Vater in einem Seniorium mit Pflegeversorgung gut aufgehoben.
„Anfangs war ihm das nicht ganz recht, er hätte mich am Liebsten
ständig um sich. Dann habe ich ihm klar gesagt: ,Mein Lieber, du
musst auch an mich denken. Ich brauche auch einmal Zeit für mich‘. Da
muss man einen gesunden Egoismus walten lassen“, so Brandstetter.

„Man glaubt nicht, was der Mensch alles aushält“

Gabriele Brandstetter ist durch viele schwierige Phasen in ihrem
Leben gegangen. Im August 2012 verunglückte ihr Bruder mit seiner
Ehefrau bei einem Autounfall tödlich, im Sommer darauf verstarb die
Schwester im Alter von 50 Jahren, sechs Tage darauf ihre Mutter,
91-jährig. 2013 erlitt ihr Vater in Folge eines Sturzes eine
Kontraktion, die ihn in den Rollstuhl brachte. Um sich von den
Schicksalsschlägen zu fangen, gab sie den Vater vorübergehend in ein
Pflegeheim, holte ihn aber bereits nach zwei Wochen wieder zu sich
nach Hause und pflegt den mittlerweile 85-jährigen seitdem weitgehend
alleine. Unterstützt wird sie vom Hilfswerk, z.B. wenn sie unterwegs
ist um Besorgungen zu machen. Der Pflegealltag beginnt um 5:00 Uhr
morgens und endet um 20:00 Uhr, wenn der Vater schlafen geht. Dabei
kümmert sie sich um alles, von der täglichen Hygiene und
Nahrungsversorgung bis zur Wundpflege. Seit der Vater nicht mehr
gehen kann, hat die körperliche Belastung bei der Pflege zugenommen.

Nicht aufzuwiegen ist für Gabriele der emotionale Gewinn, den sie
durch ihre Arbeit bekommt: „Wenn mein Vater in der Früh wieder
aufwacht und gut gelaunt ist, gibt mir das die nötige Energie für den
Tag“, sagt sie.

Über die AUVA:

Bei der AUVA sind rund 4,8 Millionen Personen gesetzlich gegen
Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten versichert. Die AUVA finanziert
ihre Aufgaben fast zur Gänze aus Pflichtbeiträgen der Dienstgeber und
übernimmt dafür die Haftung für Arbeitsunfälle und das Auftreten von
Berufskrankheiten. Prävention ist die Kernaufgabe der AUVA, denn
Unfallverhütung und die Vorbeugung von Berufskrankheiten senken die
Kosten für die weiteren Kernaufgaben Heilbehandlung, Rehabilitation
und finanzielle Entschädigung von Unfallopfern.

Die Landesstelle Wien betreut in den Bundesländern Wien,
Niederösterreich und Burgenland 42 Prozent der AUVA-Versicherten. Pro
Jahr erhalten rund 150.000 Verletzte in den Wiener
AUVA-Unfallkrankenhäusern Meidling und Lorenz Böhler sowie rund 1.900
Patientinnen und Patienten in den Rehabilitationszentren
Wien-Meidling und Weißer Hof, Klosterneuburg, die bestmögliche
Behandlung.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AWI

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