ÖH zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung

Studierenden muss der Alltag deutlich erleichtert werden!

Wien (OTS) - Die Studierendensozialerhebung 2015 hat ergeben, dass 11,6% aller Studierenden mit studienerschwerenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen leben. Psychische Erkrankungen und chronisch-somatische Beeinträchtigungen zählen hier zu den Häufigsten. Aufnahmeprüfungen, Studieneingangsphasen, Voraussetzungsketten, Arbeit neben dem Studium und knapp bemessene Mindeststudienzeiten sind Faktoren, die enormen Druck ausüben. Dadurch wird die Wahrscheinlichkeit psychischer Beschwerden erhöht. Dass jene Studierende dann auch noch oft auf Unverständnis treffen und belächelt werden, stellt eine zusätzliche Belastung dar.

"Wir haben es hier eindeutig mit strukturellen Problemen zu tun, die dringend gelöst werden müssen", so Philip Flacke vom Vorsitzteam der Bundesvertretung der Österreichischen Hochschüler_innenschaft (ÖH). Außerdem mangelt es an Informationen, klärt Flacke auf: "Die jeweiligen Hochschulen haben dafür zu sorgen, dass die Bekanntheit der Ansprechpersonen für die Belange von Studierenden mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen erhöht wird". Derzeit wissen nur die wenigsten von entsprechenden Anlaufstellen. Ein verpflichtender Hinweis zu Studienbeginn würde verhindern, dass die Informationen nur von sensibilisierten Lehrenden freiwillig gegeben werden, wie das jetzt unbefriedigende Realität ist.
Zudem fehlt es an Strukturdaten um Studierende mit verschiedenen Beeinträchtigungen besser verstehen zu können: "Wir erwarten den Zusatzbericht der Studierendensozialerhebung gespannt und hoffen auf die baldige Freigabe der Daten", so Flacke weiter.

Für Personen mit körperlicher Behinderung mangelt es an vielen Hochschulen an technischen Hilfsmitteln, wie etwa Induktionsschleifen und taktile Leitsysteme sowie an Sensibilisierung was das Thema Barrierefreiheit angeht. "Hochschulen brauchen vollständige bauliche Barrierefreiheit. Die Anwesenheitspflicht zu überdenken ist besonders für chronisch Kranke und psychisch beeinträchtigte Studierende wichtig um das Studium nicht unnötig zu verzögern",fordert Flacke.

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