• 01.12.2016, 13:28:28
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Wiener Frauenhäuser starten Kampagne „Zukunft ohne Gewalt“

1363 Frauen und Kinder suchten 2015 Schutz in den Wiener Frauenhäusern – Frauenberger betont wichtige Integrationsarbeit

Utl.: 1363 Frauen und Kinder suchten 2015 Schutz in den Wiener
Frauenhäusern – Frauenberger betont wichtige
Integrationsarbeit =

Wien (OTS) - In der aktuellen Eurobarometer-Befragung der
EU-Kommission gaben nahezu dreiviertel der Befragten an, dass Gewalt
an Frauen in ihrem Land weit verbreitet ist. In Österreich kennt ein
Viertel der Befragten selbst Opfer von häuslicher Gewalt, 88 Prozent
das Beratungsangebot für Frauen, die von Gewalt betroffen sind. Eine
zentrale Stelle im Wiener Gewaltschutznetz sind die Wiener
Frauenhäuser.
2015 suchten 672 Frauen und 691 Kinder in den vier Wiener
Frauenhäusern Beratung und Schutz. Stadträtin Sandra Frauenberger
berichtete heute, Donnerstag, gemeinsam mit der Vorsitzenden Martina
Ludwig-Faymann und der Geschäftsführerin der Wiener Frauenhäuser
Andrea Brem über aktuelle Entwicklungen beim Thema häusliche Gewalt.

Stadträtin Frauenberger betonte dabei die zentrale Rolle der
Frauenhäuser beim Schutz vor Gewalt insbesondere bei sehr vulnerablen
Gruppen: „Frauen mit vielen Kindern haben es, wenn sie vor häuslicher
Gewalt flüchten müssen, besonders schwer, anderswo unterzukommen.
Diese Frauen sind ebenso besonders verletzliche Gruppen wie ältere
Frauen oder auch Frauen mit Migrationshintergrund. Frauen mit Flucht-
oder Migrationsgeschichte sind oft auf mehreren Ebenen betroffen:
Manche haben ihr Ursprungsland verlassen und damit viele Beziehungen
abbrechen müssen. Sie wurden durch ihren Ehemann/Partner nicht nur
misshandelt, sondern auch isoliert. Sie müssen sich in der Stadt
völlig neu orientieren, wissen nicht über Ressourcen und
Hilfsangebote Bescheid und haben es besonders schwer, in ein
selbstständiges Leben zu finden. Hier leisten die Wiener Frauenhäuser
nicht nur wertvolle Antigewaltarbeit, sondern arbeiten auch ganz
zentral im Sinne von Integration, Gleichstellung und Emanzipation.“

Ein wichtiges Angebot für diese Frauen sind die
Übergangswohnungen, die für 54 Frauen und Kinder nach dem Frauenhaus
zu Verfügung stehen, bis eine dauerhafte Wohnmöglichkeit gefunden
wird. 2015 haben dieses Angebot 106 Frauen mit 117 Kindern in
Anspruch genommen. Etwa die Hälfte der Frauen schafft es, innerhalb
eines Jahres eine andere dauerhafte Wohnmöglichkeit zu finden, 17
Prozent benötigt mehr als eineinhalb Jahre, bis sie sie eine
unabhängige Existenz mit eigenem Wohnraum aufgebaut haben.

Martina Ludwig-Faymann, Vorsitzende des Vereins Wiener
Frauenhäuser, berichtete über aktuelle Angebote der Wiener
Frauenhäuser: „Manche Frauen wollen als ersten Schritt eine anonyme
Beratung oder einfach rechtliche Informationen. Die ambulante
Beratungsstelle der Frauenhäuser ist deshalb als zusätzliches
Beratungsangebot für misshandelte Frauen nicht wegzudenken, wie auch
die Zahlen zeigen: Im Jahr 2015 gab es insgesamt 14.155 Kontakte und
durchschnittlich 28 persönliche Beratungen direkt in der
Beratungsstelle pro Woche.“

Mehr als die Hälfte der KlientInnen der Wiener Frauenhäuser sind
Kinder und Jugendliche, im Jahr 2015 waren dies rund 700. Deshalb ist
es unerlässlich, bei häuslicher Gewalt den Fokus auf die
Mitbetroffenheit der Kinder zu legen: „Diese Kinder haben extrem
fordernde, belastende Geschichten zu bewältigen, Geschichten, die von
psychischer und physischer Gewalt geprägt sind.

Für diese Kinder ist es essenziell, positive, sichere Beziehungen
abseits von Gewalt aufbauen zu dürfen und in ihren Kompetenzen und
Fähigkeiten gestärkt zu werden – genau dafür haben wir in den
Frauenhäusern spezifische Angebote für Kinder und Jugendliche
entwickelt“, so Ludwig-Faymann.

Andrea Brem, Geschäftsführerin Verein Wiener Frauenhäuser und
Vorsitzende Verein ZÖF – Zusammenschluss Österreichischer
Frauenhäuser, erklärte: „Frauen, die sich an die Frauenhäuser wenden,
sind zwar Opfer von Gewalt, aber sie sind auch mutige, starke Frauen,
denn viele von ihnen sind mit Fug und Recht als ‚survivors‘ –
Überlebende – zu bezeichnen. Sie haben nur dank ihres Mutes und ihrer
Kraft einen Weg aus der Gewaltspirale gefunden.“

Frauenhäuser sind für Betroffene Orte der Veränderung,
biografische Wendepunkte. Damit diese Frauen aber überhaupt Bescheid
wissen, wohin sie flüchten können, ist es essenziell, darüber laufend
zu kommunizieren. „Was wir immer wieder feststellen ist, dass sich
betroffene Frauen vermehrt melden, wenn über das Thema in der
Öffentlichkeit kommuniziert wird. Daher gibt es heuer wieder eine
Kampagne, die nicht die Gewalt, sondern die betroffene Frau und
unsere Unterstützung in den Mittelpunkt rückt“, so Brem.

Frauenhaus-Notruf Wien – Tag und Nacht erreichbar: 05 77 22
www.frauenhaeuser-wien.at

Pressebilder zu dieser Aussendung sind in Kürze unter
www.wien.gv.at/pressebilder abrufbar. (Schluss)

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NRK

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