- 01.12.2016, 10:18:28
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Studierende: Auch in Niederösterreich wird soziale Lage schwieriger
AK Niederösterreich-Fachenquete zeigt Schwachstellen der Hochschulpolitik auf
Utl.: AK Niederösterreich-Fachenquete zeigt Schwachstellen der
Hochschulpolitik auf =
St. Pölten (OTS) - Auch für die 8.500 Studierenden an
Niederösterreichs Fachhochschulen wird die soziale Lage schwieriger.
Immer mehr müssen arbeiten, um sich das Studium zu finanzieren. Immer
weniger bekommen Studienbeihilfe. Das zeigt eine Auswertung der
Studierenden-Sozialerhebung auf, welche die AK Niederösterreich heute
gemeinsam mit der FH St. Pölten und der ÖH der FH St. Pölten
präsentierte. Besonders schwierig ist es in Niederösterreich für
Studierende im zweiten Bildungsweg.
An Fachhochschulen in Niederösterreich gibt es nur halb so viele
berufsbegleitende Studiengänge wie im österreichweiten Durchschnitt.
Das macht es für Studierende im zweiten Bildungsweg wie für
ArbeitnehmerInnen mit abgeschlossener Lehrausbildung zu einer
besonderen Herausforderung, zeigt eine Auswertung der
Studierenden-Sozialerhebung von IHS und Wissenschaftsministerium im
Auftrag der AK Niederösterreich. Zudem sind an niederösterreichischen
FHs die Zulassungsbedingungen für Studienwillige ohne Matura nicht
einheitlich.
Die österreichische Hochschulpolitik erschwert die Lage zusätzlich.
Die Einkommensgrenzen und die Höhe der Studienbeihilfe wurden über
Jahre nicht angepasst. So beziehen nur mehr 19 Prozent aller
FH-Vollzeitstudierenden und nur 12 Prozent aller Studierenden an den
Unis Studienbeihilfe. 2011 waren es 23 Prozent der
Vollzeit-Studierenden an FHs und 14 Prozent an den Unis. Mit der
Studienbeihilfe kommt man auf Grund der Inflation auch immer
schlechter über die Runden. Weshalb der Anteil der erwerbstätigen
Studierenden steigt. „Bereits 61 Prozent der Studierenden sind
während des Semesters erwerbstätig“, schildert Studienautor Martin
Unger.
Mehr Studienbeihilfe, bessere Bedingungen für
berufsbegleitendes Studieren
Aus Sicht der AK Niederösterreich sind das Rahmenbedingungen, die zu
ändern sind. „Die Einkommensgrenzen und die Höhe der Studienbeihilfe
müssen jährlich valorisiert werden!“, fasst AK
Niederösterreich-Vizepräsident Horst Pammer die Forderungen der AK
zusammen. Auch die Altersgrenzen für die Studienbeihilfe sollten
angehoben werden: Die StudienanfängerInnen in Österreich werden immer
älter und immer mehr beginnen ihre Hochschul-Ausbildung, nachdem sie
ein paar Jahre Berufserfahrung gesammelt haben. Das erhöhe die
Qualität, da bereits Praxis erworben wurde, aber die Studierenden
sind deshalb häufig zu alt für staatliche Beihilfen.
„Außerdem brauchen wir in Niederösterreich mehr berufsbegleitende
Studiengänge und bessere Bedingungen für berufstätige Studierende.
Unter anderem sollen Menschen mit Lehrausbildung Zugang zu einem
Fachkräftestipendium bekommen, wenn sie sich an einer FH
weiterbilden“, fordert Pammer. Dazu gehöre mehr Transparenz bei den
Aufnahmekriterien, speziell für Studienwillige ohne Matura und eine
bessere Anerkennung beruflich erworbener Qualifikationen. „Ein
Lehrabschluss soll automatisch auch das Studium an einer
fachspezifischen FH-Studienrichtung ermöglichen. Wenn wir von den
Menschen lebenslanges Lernen einfordern, sollten wir auch Bedingungen
schaffen, die das ermöglichen“, sagt Pammer.
Positiv beurteilt Studierendenvertreter Robert Bruckner die Enquete:
„Durch die Studierenden-Sozialerhebung haben wir ein Werkzeug in der
Hand, um Vorkehrungen zu treffen um noch zielsicherer zu beraten und
Unterstützung zu leisten. Wir bauen hier auch sehr auf das Know How
der AK Niederösterreich und sehen in ihr einen verlässlichen Partner
bei der Unterstützung Studierender."
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