- 30.11.2016, 13:41:59
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Audimax-Stürmung: Rechtsextreme Identitäre verurteilt
ÖH Uni Wien mit Besitzstörungsklage erfolgreich
Utl.: ÖH Uni Wien mit Besitzstörungsklage erfolgreich =
Wien (OTS) - Die ÖH Uni Wien klagte erfolgreich die rechtsextremen
Identitären auf Besitzstörung. Das Bezirksgericht verurteilt die
gewaltsame Stürmung des Theaterstücks "Schutzbefohlene performen
Jelineks Schutzbefohlene" im Audimax der Universität Wien. Die
Verurteilten haben sich am 14. April 2016 eigenmächtig Zutritt zum
Veranstaltungsort verschafft, die Bühne gestürmt, menschenfeindliche
Parolen gebrüllt und Menschen und Kinder mit Kunstblut bespritzt. Das
Gericht hält fest, dass sie derartige und ähnliche Störungen in
Zukunft zu unterlassen haben. "Neben der Besitzstörung wurden zudem
Menschen aus dem Publikum und performende Geflüchtete geschlagen,
gestoßen und verletzt. Unter den Schauspieler_innen waren auch
Schwangere und Kinder", erinnert Karin Stanger (GRAS) vom Vorsitzteam
der ÖH Uni Wien. Diese Körperverletzungen wurden von einigen
Betroffenen auch zur Anzeige gebracht.
"Dieses Urteil bekräftigt unsere Auffassung, dass gesellschaftliche
Tendenzen vor der Universität keinen Halt machen. Der Rechtsruck der
österreichischen Gesellschaft zeigt sich auch an unseren
Hochschulen", führt Alina Bachmayr-Heyda (VSStÖ) vom Vorsitzteam der
ÖH Uni Wien aus. Rechtsextreme Gruppierungen beanspruchen immer
wieder Räumlichkeiten der Universität Wien, stören
Lehrveranstaltungen und schüchtern Menschen ein. Die ÖH Uni Wien
kämpft weiter dafür, dass Rechtsextremismus an der Universität kein
Platz geboten wird und fordert ein Vorgehen der Universität gegen das
wöchentliche Auftreten deutschnationaler Burschenschafter auf der
Rampe vor dem Hauptgebäude.
Rechtsextreme Straftaten haben in jüngster Vergangenheit deutlich
zugenommen und die Vernetzung rechtsextremer Gruppen scheint immer
besser zu funktionieren. Auch die Kooperation zwischen der
parlamentarischen rechtsextremen FPÖ und außerparlmentarischem
Rechtsextremismus intensiviert sich. Zuletzt zeigte sich dies an der
Person Herbert Kickl, Wahlkampfleiter von Norbert Hofer. Ende Oktober
nahm er gemeinsam mit den Identitären, von denen nun 10 Mitglieder
verurteilt wurden, am rechtsextremen Vernetzungstreffen "Europäisches
Forum Linz" teil. "Angesichts dieser Entwicklungen ist die heute
verkündete, erstmalige Verurteilung von Mitgliedern der Identitären
sehr erfreulich. Die ÖH Uni Wien hat gezeigt, dass sie sich von
rechtsextremer Gewalt nicht einschüchtern lässt", zeigt sich
Elisabeth Weissensteiner (KSV-Lili) abschließend kämpferisch.
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