- 30.11.2016, 13:10:40
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Schultes zu EU-Winterpaket: Für Atom & Kohle-Ausstieg noch mehr Bioenergie notwendig
Klares Konzept für Ausbau der Erneuerbaren Energie fehlt in EU-Reformplänen
Utl.: Klares Konzept für Ausbau der Erneuerbaren Energie fehlt in
EU-Reformplänen =
Wien (OTS) - "So klar die Zielvorgaben für das zukünftige
Energiesystem der EU sind, so unklar ist, wie das nunmehr vorgelegte
Richtlinienpaket tatsächlich zu den ambitionierten Vorgaben für eine
Energieerzeugung ohne Kohle-, Erdöl- und Erdgasverbrennung beitragen
soll. Wer die vielen hundert Seiten der Entwürfe durchsucht, dem wird
vor Augen geführt, dass die Absicherung der großen alten
Energiekonzerne im Vordergrund steht, aber nicht der mutige Umbau des
Energiesystems zu mehr Erneuerbaren. Vor allem bleibt die zentrale
Frage unbeantwortet, wie eine Energiezukunft ohne teuren und
riskanten Atomstrom in der EU zu erreichen ist", erklärte Hermann
Schultes, Präsident der LK Österreich, zu den heute präsentierten
Reformplänen der EU-Kommission zu einer europäischen Energieunion.
EU braucht bessere Rahmenbedingungen für Erneuerbare
Die Europäische Kommission legt mit dem "Winterpaket" insgesamt
acht Richtlinienentwürfe vor, mit denen das Energiesystem der Union
auf die Anforderungen der Zukunft ausgerichtet werden soll. "Der
inzwischen ratifizierte Klimaschutzvertrag von Paris gibt die
Richtung vor, die Verbrennung fossiler Energieträger soll bis Mitte
des Jahrhunderts beendet werden. Erneuerbare müssen in wenigen
Jahrzehnten den Energiemarkt dominieren, nur dann sind die Energie-
und Klimaziele erreichbar", betonte Schultes.
Zehn EU-Länder mit mehr als 80% Biomasseanteil bei
Erneuerbaren
"Biomasse ist in der EU der wichtigste erneuerbare Energieträger.
Bei Bioenergie ist das Problem der Energiespeicherung längst gelöst,
denn Energie aus Biomasse steht das ganze Jahr, Tag und Nacht, mit
voller Leistung zur Verfügung", verweist der LKÖ-Präsident auf die
Erfolgsgeschichte der Biomasse. Laut Eurostat werden 64%
beziehungsweise zwei Drittel der erneuerbaren Energie in der EU aus
biogenen Quellen hergestellt. "In zehn Mitgliedstaaten trägt Biomasse
sogar zu mehr als 80% zur erneuerbaren Energie bei. Erneuerbare
Wärme, biogene Treibstoffe und Ökostrom werden auf vielfältigste
Weise aus Pflanzenmaterial generiert, vom kostengünstigen
traditionellen Holzofen bis zur millionenschweren
High-tech-Bioraffinerie steht eine immense Infrastruktur zur
Energieerzeugung für unterschiedlichste Ansprüche zur Verfügung. Der
Bioenergiesektor der EU erzielt einen Beschäftigungseffekt von
500.000 Arbeitsplätzen, ein hoher Anteil davon in ländlichen
Gebieten. Österreich gilt bei Energie aus Biomasse als Vorzeigeland.
Viele unserer Unternehmen gelten als internationale Technologieführer
in diesem Bereich und mit dem Pariser Klimaschutzvertrag eröffnen
sich nun neue Chancen auf internationalen Märkten", so Schultes
weiter.
"Winterpaket" verbessern: Neue Chancen schaffen statt neuer
Barrieren
"Mit den vorliegenden Entwürfen der EU-Kommissionen werden die
immensen Leistungen des Bioenergiesektors für die europäische
Energiezukunft leider nicht entsprechend gewürdigt. In den
Reformplänen der Kommission findet man mehr neue Barrieren als neue
Chancen und daher sind die vorliegenden Entwürfe dieses
'Winterpakets' noch in vielen Teilen zu verbessern. Es ist höchste
Zeit, dass die Energieerzeugung aus Pflanzenmaterial als wichtiger
Teil der Lösung anerkannt und die Rahmenbedingungen für die weitere
Entwicklung des Sektors ganz klar positiv ausgerichtet werden. Die
ambitionierten Energie- und Klimaziele der EU sind nur dann zu
erreichen, wenn alle erneuerbaren Energien mit vollem Elan
vorangetrieben werden. Bioenergie kann und muss dazu in Zukunft einen
wichtigen Beitrag leisten", so Schultes abschließend.
(Schluss)
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