Hans-Kudlich-Preise für besondere Leistungen für den ländlichen Raum: Gerlind Weber, Karl Buchgraber und Eduard Paminger ausgezeichnet

Multiplikatoren der ökosozialen Idee – Preisverleihung gestern Abend in Wien

Wien (OTS) - Das Ökosoziale Forum Österreich verleiht alle zwei Jahre den Hans-Kudlich-Preis an Personen für besonderen Leistungen für den ländlichen Raum. Der Preis, der seit 1968 verliehen wird, ging heuer an Karl Buchgraber, Eduard Paminger und Gerlind Weber.

„Wir zeichnen heuer drei Personen aus, die Herausragendes für den ländlichen Raum und für die Menschen, die dort leben, geleistet haben. Sie haben sich insbesondere für die Übersetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die landwirtschaftliche Praxis, die Eröffnung von wirtschaftlichen Perspektiven bzw. einen verantwortungsvollen Umgang mit den natürlichen Ressourcen eingesetzt“, so der Präsident des Ökosozialen Forums Österreich Stephan Pernkopf. Die Präsidentin des Ökosozialen Forums Europa Elisabeth Köstinger ergänzt: „Diese drei Persönlichkeiten zeigen, was Ökosoziale Marktwirtschaft in der Praxis bedeutet, sie sind Botschafter der ökosozialen Idee und ‚Überzeugungstäter‘ im besten Sinn des Wortes: Sie haben eine Überzeugung und setzen sie in Taten um. Damit sind sie Vorbilder für uns alle.“

Die Preisträger

Gerlind Weber war bis zu Ihrer Emeritierung Universitätsprofessorin für Raumforschung und Raumplanung an der Universität für Bodenkultur Wien und leitete das Institut für Raumplanung und Ländliche Neuordnung. Sie lehrte an vielen verschiedenen Universitäten und war u. a. Gastprofessorin an der ETH Zürich und der Kyoto University. Weber legt punktgenau den Finger auf eine offene Wunde: den Flächenverbrauch. In zahlreichen Publikationen und Vorträgen weist sie auf die problematischen Konsequenzen der bestehenden Regelungen in der Raumplanung hin. Der ländliche Raum und der Bodenschutz sind ihr Herzensanliegen und unermüdlich bemüht sie sich, einer breiten Öffentlichkeit das Bewusstsein um die Bedeutung des Flächensparens zu vermitteln. Weber zeigt damit in vorbildlicher Weise Handlungsperspektiven für einen verantwortlichen Umgang mit den natürlichen Lebensgrundlagen auf.

Karl Buchgraber ist Leiter des Institutes für Pflanzenbau und Kulturlandschaft an der Höheren Bundeslehr- und Forschungsanstalt Raumberg-Gumpenstein und Lehrbeauftragter an verschiedenen Universitäten. Seit mittlerweile Jahrzehnten liegt dem umtriebigen Universitäts-Dozenten nicht nur die wissenschaftliche Arbeit am Herzen. Im Besonderen hat er sich der Umsetzung der angewandten Forschung in die landwirtschaftliche Praxis verschrieben. Buchgraber agiert als unermüdlicher Mediator zwischen Wissenschaft und Praxis. Durch unzählige Vorträge und Tagungen bringt er die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse „aufs Feld“. Karl Buchgraber ist der Advokat des Berggebiets, der ständig bemüht ist, das Verständnis der Allgemeinheit für die Land- und Forstwirtschaft zu vertiefen.

Eduard Paminger ist eine bäuerliche Führungspersönlichkeit, die schon früh die Bedeutung alternativer Vermarktungsschienen für bäuerliche Produkte erkannt hat. Als einer der Vorreiter realisierte er einen Bezirksbauernmarkt. Er ist Bürgermeister und war als Obmann der Leader- und Genussregion „Sauwald Erdäpfel“ maßgeblich am Aufbau der Qualitätsmarke „Sauwald Erdäpfel“ beteiligt, die Vorbild für andere Erdäpfel-Markenprogramme wurde. Sein kompromissloses Engagement konnte aus dem Standardprodukt Erdäpfel eine Qualitätsware mit entsprechendem Preis machen. Unter seiner Obmannschaft wurden beeindruckende Projekte wie der „Baumkronenweg Kopfing“ entwickelt. Paminger ist ein außergewöhnlicher Mensch mit Visionen und der Fähigkeit, diese auf den Boden zu bringen. Durch Initiativen hat er die Lebensbedingungen der bäuerlichen Bevölkerung aktiv gestaltet und damit grundlegend verbessert.

Der Hans-Kudlich-Preis

Der liberale Politiker Hans Kudlich gilt als der österreichische und europäische Bauernbefreier. Sein Antrag auf Aufhebung der Grunduntertänigkeit im Jahr 1848 löste die größte Eigentumsverschiebung aus, die Österreich jemals erlebte. Diesem historischen Antrag Hans Kudlichs will das Ökosoziale Forum gedenken und vergibt den Preis heuer das 41. Mal. Im Jahr 2017 jährt sich der Todestag Kudlichs zum 100. Mal. Die Preise wurden vom Österreichischen Raiffeisenverband, der Landwirtschaftskammer Österreich und dem Österreichischen Bauernbund zur Verfügung gestellt.

Fotos der Veranstaltung stehen auf der Homepage des Ökosozialen Forums unter www.oekosozial.at zum Download bereit.

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