FPÖ-Leyroutz warnt vor Kollaps der Landmedizin

Leyroutz: „Nehmen wir Kritik der Ärzte ernst!“ - Finanzierung neuer Strukturen völlig nebulös

Klagenfurt (OTS) - „Es ist unakzeptabel, mit welcher Arroganz und parteipolitischer Verbohrtheit Kärntens Gesundheitsreferentin LhStv Dr. Beate Prettner die Kritik der Ärztekammer an der geplanten Neugestaltung des Gesundheitssystems abtut“, kritisiert der Klubobmann der FPÖ Kärnten, Mag. Christian Leyroutz. Er fordert einen konstruktiven Dialog, denn von der Ärztekammer bereits angekündigte Streiks dienen niemandem. „Wir müssen die Sorgen der Ärzteschaft ernst nehmen! Tatsächlich ist es völlig unklar, wie neue Primärversorgungseinheiten die Unterversorgung der ländlichen Versorgung verhindern sollen. Ein Patient im Möll- oder Metnitztal braucht einen Hausarzt, der bei Bedarf zu ihm ins Haus kommt. Irgendeine neue zentrale Struktur in Spittal oder in Friesach hilft ihm wenig. Wie soll der Patient im Krankheitsfall oder bei Bettlägrigkeit dorthin kommen“, fragt Leyroutz. Das bewährte Modell „Hausarzt“ sei gerade für die Landbevölkerung unersetzbar.

„LhStv Prettner ist jede Erklärung schuldig, wie man mit Primärversorgungseinheiten eine Unterversorgung am Land verhindern kann. In städtischen Gebieten mögen sie hilfreich sein, aber am Land sieht das ganz anders aus. Dort brauchen wir andere Lösungsmodelle. Da wird es eher darum gehen, die Arbeitsbedingungen für Landärzte zu optimieren, indem man das Honorarsystem verbessert und die ausufernde Bürokratie abbaut.

„Prettner scheint die problematische Lage zu unterschätzen, wenn sie in die totale Konfrontation mit den Ärzten geht“, warnt Leyroutz. Er weist darauf hin, dass auch die Finanzierung der neuen Primärversorgungseinheiten völlig unklar ist. Für die geplanten sechs Zentren in Kärnten in den Spitälern Waiern und Friesach, im Bereich des Klinikums Klagenfurt, in Völkermarkt, Hermagor sowie in Spittal würden rund 15 Mio. € benötigt, welche zum Großteil die GKK aufzubringen hat. „Da besteht zweifellos Anlass zur Sorge, dass die GKK diese Mittel holen wird, indem sie Kassenstellen für Ärzte abbaut. Und dies obwohl Kärnten z.B. bei Fachärzten im Vergleich zu anderen Bundesländern krass unterversorgt ist (u.a. bei den Neurologen, Psychiatern, Urologen)“, stellt Leyroutz fest.

„Das Kärntner Gesundheitswesen steht jedenfalls vor einem Umbruch. Wir müssen aufpassen, dass die rot-grün-schwarze Koalition mit der völlig überforderten Gesundheitsreferentin Dr. Beate Prettner nicht Strukturen zerschlägt, die man für die Versorgung der Kärntner Bevölkerung dringend braucht“, warnt Leyroutz abschließend.

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