ORF-DialogForum „Generation What?“ zu den Ergebnissen der größten Jugendumfrage der Zweiten Republik

Wien (OTS) - Das Selfie einer ganzen Generation ist fertig: Gemeinsam mit 14 weiteren öffentlich-rechtlichen Medien in Europa wurde der ORF zur Plattform für die Vermessung der Welt der 18- bis 34-Jährigen. Insgesamt haben knapp eine Million Menschen in 35 Staaten mitgemacht, fast 90.000 Österreicherinnen und Österreicher haben sich mit 149 Fragen zu Politik und Sex, zu Bildung und Glück, zu Arbeit und Europa auseinandergesetzt: Ticken die jungen Österreicherinnen und Österreicher anders als die anderen? Was will die „Generation What?“ von Europa, von der Politik, voneinander? Wem vertraut sie? Was will sie beibehalten, was ändern? Und: Was bedeutet das alles für die Zukunft?

Den Ergebnissen der Umfrage widmete sich das ORF-DialogForum am Dienstag, 22. November 2016, um 19.00 Uhr im ORF RadioKulturhaus. Unter der Moderation von Ö3-Moderator Philipp Hansa diskutierten:
Tobias Bönte, Bayerischer Rundfunk, Dariadaria, Bloggerin, Lisa Eckhart, Kabarettistin, Fritz Jergitsch, „Die Tagespresse“, KsFreak, YouTuber, und Florian Oberhuber, SORA.

Angesprochen auf die Frage, wie sie das Bild der „Generation What?“ zeichnen würden, unterstrich Florian Oberhuber vom SORA-Institut den hohen Stellenwert von traditionellen Lebensentwürfen für die Jugend, der sich bei der „Generation What?“-Umfrage abzeichne. Werte wie Ehe, Familie und Freundschaften hätten eine sehr hohe Zustimmung bei den Befragten. Diesen Umstand erklärte er mit einer großen Unsicherheit der jungen Generation in Bezug auf die Zukunft. So ist etwa die Angst vor Terror so groß wie nie zuvor. „Die Tagespresse“-Gründer Fritz Jergitsch ergänzte, dass diese Verunsicherung auch der Ökonomisierung vieler Medien geschuldet sei: Angst werde oft als Produkt verkauft, das für große Reichweite sorgt, aber kein realistisches Bild der Realität zeichnet. Hingegen würden die klassischen öffentlich-rechtlichen Medien aufgrund des geringeren wirtschaftlichen Drucks unabhängig berichten. Bloggerin Dariadaria hielt dagegen, dass das Meinungsbild der Jugend nicht nur von den Medien, sondern vor allem durch Social Media geprägt sei. Da fast jeder Mensch heute die Möglichkeit hätte, durch die neuen Medien ungefiltert seine eigene Meinung zu publizieren, lebe die „Generation What?“ in einer Meinungsblase, die nicht oft genug hinterfragt werden würde. Kabarettistin Lisa Eckhart betonte, dass es bei Social Media oft weniger um Meinung als um Unterhaltung ginge. Die „Generation What?“ sei Teil einer Spaß-Gesellschaft, eine Form von Unterhaltung, die oft sehr unkultiviert sei und sich irrsinnig schnell abnütze. YouTuber KsFreak appellierte in diesem Zusammenhang an die Jugend, sich nicht immer alles vorschreiben zu lassen. Tobias Bönte, TV-Redakteur beim Bayerischen Rundfunk, unterstrich abschließend, dass es bei der europaweit durchgeführten Umfrage „Generation What?“ kein Umfrage-Ergebnis gäbe, das Grund zur Besorgnis gäbe. So hätten beispielsweise 60 Prozent der Befragten angeben, dass „Erfolg im Leben“ für sie Glück bedeute. Unverzichtbare Werte seien dabei Freundschaften, Liebe, Arbeit, Sex und Musik.

Wie junge Menschen in Österreich im Alter zwischen 18 und 34 Jahren ticken und was sie von Gleichaltrigen in anderen europäischen Ländern unterscheidet, das zeigt auch eine ORF-Public-Value-Studie, die die wichtigsten Ergebnisse dieses Online-Experiments zusammenfasst. Sie steht unter zukunft.ORF.at als Download bereit. Dort findet sich auch ein Überblick über die Umfrageergebnisse.

Das ORF-DialogForum ist eine Initiative des ORF, das Gespräch mit seinem Publikum, den österreichischen Institutionen, den Organisationen und Gruppen der Gesellschaft zu beleben. Eine Aufzeichnung des ORF-DialogForums ist heute, am 23. November, um 23.00 Uhr in ORF III zu sehen, nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand in der ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) und danach auf zukunft.ORF.at abrufbar.

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