- 23.11.2016, 13:24:48
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ORF-DialogForum „Generation What?“ zu den Ergebnissen der größten Jugendumfrage der Zweiten Republik
Wien (OTS) - Das Selfie einer ganzen Generation ist fertig: Gemeinsam
mit 14 weiteren öffentlich-rechtlichen Medien in Europa wurde der ORF
zur Plattform für die Vermessung der Welt der 18- bis 34-Jährigen.
Insgesamt haben knapp eine Million Menschen in 35 Staaten mitgemacht,
fast 90.000 Österreicherinnen und Österreicher haben sich mit 149
Fragen zu Politik und Sex, zu Bildung und Glück, zu Arbeit und Europa
auseinandergesetzt: Ticken die jungen Österreicherinnen und
Österreicher anders als die anderen? Was will die „Generation What?“
von Europa, von der Politik, voneinander? Wem vertraut sie? Was will
sie beibehalten, was ändern? Und: Was bedeutet das alles für die
Zukunft?
Den Ergebnissen der Umfrage widmete sich das ORF-DialogForum am
Dienstag, 22. November 2016, um 19.00 Uhr im ORF RadioKulturhaus.
Unter der Moderation von Ö3-Moderator Philipp Hansa diskutierten:
Tobias Bönte, Bayerischer Rundfunk, Dariadaria, Bloggerin, Lisa
Eckhart, Kabarettistin, Fritz Jergitsch, „Die Tagespresse“, KsFreak,
YouTuber, und Florian Oberhuber, SORA.
Angesprochen auf die Frage, wie sie das Bild der „Generation What?“
zeichnen würden, unterstrich Florian Oberhuber vom SORA-Institut den
hohen Stellenwert von traditionellen Lebensentwürfen für die Jugend,
der sich bei der „Generation What?“-Umfrage abzeichne. Werte wie Ehe,
Familie und Freundschaften hätten eine sehr hohe Zustimmung bei den
Befragten. Diesen Umstand erklärte er mit einer großen Unsicherheit
der jungen Generation in Bezug auf die Zukunft. So ist etwa die Angst
vor Terror so groß wie nie zuvor. „Die Tagespresse“-Gründer Fritz
Jergitsch ergänzte, dass diese Verunsicherung auch der Ökonomisierung
vieler Medien geschuldet sei: Angst werde oft als Produkt verkauft,
das für große Reichweite sorgt, aber kein realistisches Bild der
Realität zeichnet. Hingegen würden die klassischen
öffentlich-rechtlichen Medien aufgrund des geringeren
wirtschaftlichen Drucks unabhängig berichten. Bloggerin Dariadaria
hielt dagegen, dass das Meinungsbild der Jugend nicht nur von den
Medien, sondern vor allem durch Social Media geprägt sei. Da fast
jeder Mensch heute die Möglichkeit hätte, durch die neuen Medien
ungefiltert seine eigene Meinung zu publizieren, lebe die „Generation
What?“ in einer Meinungsblase, die nicht oft genug hinterfragt werden
würde. Kabarettistin Lisa Eckhart betonte, dass es bei Social Media
oft weniger um Meinung als um Unterhaltung ginge. Die „Generation
What?“ sei Teil einer Spaß-Gesellschaft, eine Form von Unterhaltung,
die oft sehr unkultiviert sei und sich irrsinnig schnell abnütze.
YouTuber KsFreak appellierte in diesem Zusammenhang an die Jugend,
sich nicht immer alles vorschreiben zu lassen. Tobias Bönte,
TV-Redakteur beim Bayerischen Rundfunk, unterstrich abschließend,
dass es bei der europaweit durchgeführten Umfrage „Generation What?“
kein Umfrage-Ergebnis gäbe, das Grund zur Besorgnis gäbe. So hätten
beispielsweise 60 Prozent der Befragten angeben, dass „Erfolg im
Leben“ für sie Glück bedeute. Unverzichtbare Werte seien dabei
Freundschaften, Liebe, Arbeit, Sex und Musik.
Wie junge Menschen in Österreich im Alter zwischen 18 und 34 Jahren
ticken und was sie von Gleichaltrigen in anderen europäischen Ländern
unterscheidet, das zeigt auch eine ORF-Public-Value-Studie, die die
wichtigsten Ergebnisse dieses Online-Experiments zusammenfasst. Sie
steht unter zukunft.ORF.at als Download bereit. Dort findet sich auch
ein Überblick über die Umfrageergebnisse.
Das ORF-DialogForum ist eine Initiative des ORF, das Gespräch mit
seinem Publikum, den österreichischen Institutionen, den
Organisationen und Gruppen der Gesellschaft zu beleben. Eine
Aufzeichnung des ORF-DialogForums ist heute, am 23. November, um
23.00 Uhr in ORF III zu sehen, nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage
als Video-on-Demand in der ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) und
danach auf zukunft.ORF.at abrufbar.
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