• 23.11.2016, 12:02:51
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  • OTS0142

Verunsicherung überwiegt bei europäischen Finanzchefs, Österreicher sind in ihrer Einschätzung gespalten

Deloitte European CFO Survey

Utl.: Deloitte European CFO Survey =

Wien (OTS) - Europas CFOs verspüren große Verunsicherung, nicht
zuletzt durch das Brexit-Votum. Österreichs Finanzvorstände wiederum
erwarten noch keine großen Auswirkungen durch den geplanten
EU-Austritt der Briten. Dennoch verspüren viele österreichische CFOs
Verunsicherung – die Risikobereitschaft in Österreich ist gering.
Diese Ergebnisse liefert der aktuelle European CFO Survey von
Deloitte.

Im Rahmen der Studie befragte Deloitte im dritten Quartal 2016 mehr
als 1.000 CFOs in 17 europäischen Ländern. Dabei zeigt sich: Zwei
Drittel der europäischen CFOs verspüren eine große Unsicherheit
hinsichtlich der aktuellen finanziellen und wirtschaftlichen
Situation. Im Vereinigten Königreich und in Deutschland ist die
Unsicherheit unter den CFOs am größten, 88 % beurteilen diese dort
als hoch. Die Österreicher sind in ihrer Einschätzung gespalten:
Knapp die Hälfte der CFOs hierzulande fühlt sich unsicher. Am besten
ist die Stimmung in Finnland, wo nur 36 % hohe Unsicherheit
verspüren.

Risikofreude der Österreicher ist gering

Die Risikobereitschaft der österreichischen CFOs nimmt seit
Jahresbeginn stetig ab. In der aktuellen Studie hat sie einen neuen
Tiefstwert erreicht. Die überwiegende Mehrheit der befragten
Österreicher ist überzeugt, dass jetzt nicht der richtige Zeitpunkt
ist um ein Risiko einzugehen. Am risikofreudigsten sind hingegen die
Russen (50 %), gefolgt von den Spaniern (47 %) und den Finnen (44 %).
„Die österreichischen Finanzvorstände sind derzeit besonders
vorsichtig und weisen mit 11% den niedrigsten Umfragewert aus. Auch
hinsichtlich der strategischen Prioritäten stehen Kosteneinsparungen
bei den österreichischen CFOs an erster Stelle“, analysiert Gerhard
Marterbauer.

Investitionsbereitschaft in Österreich steigt

Trotz einer geringen Risikogeneigtheit soll in Österreich wieder mehr
investiert werden, zumindest wenn es nach den Plänen der CFOs geht.
38 % planen die Investitionen zu erhöhen, nur 8 % verringern ihre
Ausgaben im nächsten Jahr. Sehr viel zurückhaltender ist die
Investitionsplanung in Großbritannien. Unter den britischen
Finanzvorständen planen nur 7 % höhere Investitionen, 58 % wiederum
wollen das Investitionsvolumen hinunterschrauben. Marterbauer dazu:
„Der Wirtschaftsstandort Österreich braucht mehr Investitionen, um
wachsen zu können. Da stimmt die steigende Investitionsbereitschaft
der CFOs zuversichtlich.“

Einfluss von Brexit in Österreich gering eingeschätzt

In Bezug auf den bevorstehenden Brexit geben sich die
österreichischen CFOs betont entspannt. 75 % der Befragten sehen
keinen Einfluss durch das Votum der Briten auf ihr Unternehmen. Die
gesamteuropäische Stimmung zu diesem Thema ist eher pessimistisch.
Sehr negativ schätzt die Mehrheit der britischen Finanzchefs die Lage
ein: Zwei Drittel befürchten durch den Brexit eine Verschlechterung
des Wirtschaftsklimas.

„Bisher hat sich das Brexit-Votum vor allem auf die Stimmung in
Großbritannien ausgewirkt. Dennoch ist auch in Österreich Vorsicht
geboten“, warnt Ben Trask, Partner bei Deloitte Österreich. „Sollte
es zu einem harten Brexit kommen, kann sich die Situation durch die
enge Verzahnung zwischen der österreichischen und der deutschen
Wirtschaft schnell zuspitzen. Gerade die österreichische
Automobilzulieferindustrie ist besonders gefährdet. Die CFOs sind gut
beraten, rechtzeitig Vorkehrungen zu treffen.“

Regularien und Personalkosten als größte Risiken in Österreich

Externe geopolitische Faktoren bereiten österreichischen CFOs
grundsätzlich in ihrem Arbeitsalltag nicht die meisten Sorgen – sie
werden erst an dritter Stelle genannt. Bei den CFOs von neun
befragten Ländern, unter ihnen Deutschland und die Türkei, rangieren
geopolitische Aspekte als größte Risikofaktoren ganz oben. Die
Befragten in Österreich sorgen sich hingegen vor allem in Hinblick
auf zunehmende Regularien und steigende Personalkosten. „Den
österreichischen Finanzchefs brennen Themen unter den Nägeln, die sie
unmittelbar betreffen und die bereits seit langem kritisiert werden.
Es braucht für Österreichs Unternehmer dringend eine Entlastung bei
den Personalkosten. Und die immer weiter fortschreitende Regulierung
muss eingedämmt werden“, fordert Marterbauer abschließend.

Über den Deloitte European CFO Survey

Für die europäische CFO Studie von Deloitte wurden die Ergebnisse von
Befragungen aus 17 europäischen Ländern, einschließlich Österreich,
zusammengefasst. Insgesamt wurden die Einschätzungen von mehr als
1000 Finanzvorständen analysiert. Die Befragung wurde im dritten
Quartal 2016 durchgeführt. Der CFO Survey erscheint zweimal jährlich.

Zum Download

Deloitte European CFO Survey Q3 2016:
bit.ly/2gdGDUn

Foto Gerhard Marterbauer Credits Picco:
bit.ly/2ghW7Ek

Foto Ben Trask Credits APA Hinterramskogler:
bit.ly/2eVhHjh

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