- 20.11.2016, 11:00:16
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Forum Frohner: Ausstellung „Das Abenteuer Wirklichkeit“ eröffnet
Die Schau in Krems begibt sich auf die Spuren der Realismusdebatte

Utl.: Die Schau in Krems begibt sich auf die Spuren der
Realismusdebatte =
Krems (OTS) - Ein „Abenteuer Wirklichkeit“ präsentierte die am
Samstag, 19. November 2016 eröffnete Herbstschau des Forum Frohner.
Zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien ließen
sich mit Kuratorin Elisabeth Voggeneder auf die künstlerische Debatte
über den Zugang zum Realen ein.
Unter den Gästen waren neben Landesrätin Petra Bohuslav der
Kaufmännische Geschäftsführer der Niederösterreichischen
Kulturwirtschaft Albrecht Großberger, Joachim Rössl (Präsident Adolf
Frohner Privatstiftung), Erich Grabner (Präsident Freunde der
Kunstmeile Krems), Johann Feilacher (Direktor Museum Gugging),
Wolfgang Müller-Funk (Kulturwissenschaftler) und als Vertreter der
Familie Frohner Stefan Frohner. Die in der Ausstellung vertretenen
Künstlerinnen und Künstler Elisabeth Homar, Flora N. Galowitz,
Alberto Barsuglia, Michael Wegerer und Johannes Deutsch waren ebenso
gekommen wie die Künstlerkollegen Leo Zogmayer, Dominik Domaika,
Ingrid Brandstetter und Kunsthistorikerin Elisabeth Horvath.
Aus dem Kremser Gemeinderat gesichtet wurden Vizebürgermeister
Wolfgang Derler, Gemeinderätin Anna Weger, Gemeinderat Albin
Fürlinger.
Auch Galerie-Stadtpark Galerist David Komarek, Architekt Fritz Göbl,
Kunstprojektorganisator Gregor Kremser und Renate Hirtzberger
(Freunde der Kunstmeile Krems) plauderten angeregt mit den anwesenden
KünsterInnen.
Die Schau im Forum Frohner stellt eine zentrale kulturtheoretische
Frage in den Mittelpunkt: Wie zeigt sich die Beziehung zwischen dem
Menschen und seiner Darstellung im Bild und wie verändert sich damit
auch das Verhältnis von Kunstwerk, Wirklichkeit und Betrachter?
Bereits in den 1960er-Jahren hatte der Kunstkritiker Pierre Restany
das Ende der traditionellen Malerei und Bildhauerei erklärt und
stattdessen vom „erregende[n] Abenteuer einer Wahrnehmung der
Wirklichkeit an sich“ gesprochen. Damit wurde das reale Objekt an die
Stelle der illusionistischen Darstellung gesetzt. Mit der Veränderung
des täglichen Lebens durch virtuelle Realitäten – Stichwort:
Handymanie, Selfie und globale Netzwerke – erlangte die Fragstellung
neue Aktualität. Die Wirklichkeit wurde zur dematerialisierten
Konstruktion. Warum es die Welt nicht gibt erklärt dann auch der
Philosoph Markus Gabriel in seinem 2013 erschienen Bestseller.
Ausgangspunkt der Betrachtungen ist das plastische Werk Adolf
Frohners, für den die Begegnung mit der von Pierre Restany
begründeten Gruppe der Nouveaux Réalistes im Paris der frühen
1960er-Jahre einen entscheidenden Einschnitt in seinem Schaffen
bedeutete. Daraus eröffnet sich ein Dialog von unterschiedlichen
Ansätzen, der vom Spiel mit der Augentäuschung über den Gebrauch von
Fundstücken und der Umdeutung realer Alltagsmaterialien bis zur
Genese virtueller Realitäten und der Inszenierung neuer
Wirklichkeitsräume reicht. Zu sehen sind Exponate der KünstlerInnen
Alfredo Barsuglia, Johannes Deutsch, Adolf Frohner, Elisabeth Homar,
Flora N. Galowitz, Niki de Saint Phalle, Helmut Rainer, Werner
Reiterer, Oswald Stimm, Günther Uecker, Wolf Vostell, Jacques
Villeglé, Erwin Wurm, Michael Wegerer und Fabio Zolly.
In ihrer Eröffnungsrede gratulierte Landesrätin Petra Bohuslav zur
facettenreichen Schau und hob die Bedeutung Niederösterreichs als
„Kulturland“ hervor: „Offenheit und Toleranz sind Werte, die durch
Kunst und Kultur vermittelt werden und durch die Förderung ziehen
Kreativität und Innovation in ein Land ein.“ Als
Wirtschaftslandesrätin freute sie sich über die 12.000 Arbeitsplätze
im Kulturumfeld und erinnerte an die hohe Bedeutung für den
Tourismus.
Auch Stiftungspräsident Joachim Rössl unterstrich die Aufgabe des
Forum Frohner, eine Plattform zu bieten um Meinung schön, frei und
laut „gerade in Zeiten wie diesen“ äußern zu können.
Ausstellungskuratorin Elisabeth Voggeneder erinnerte in ihrer
Einführung, dass die Austellung Fragen stellen und zu Diskussionen
anregen soll, durchaus auch unter den Anwesenden.
Ausgehend von dem Adolf Frohner Zitat „Die Realität ist das
Künstlichste“ zitierte schließlich Kulturtheoretiker Wolfgang
Müller-Funk in seiner Tour de Force durch die Kunst- und
Philosophiegeschichte: „Der Hunger nach Realität kommt aus dem
Bedürfnis uns unserer selbst sicher zu sein.“
Die Ausstellung ist noch bis zum 9. April 2017 Dienstag bis Sonntag
von 11 bis 17 Uhr zu sehen.
Download Pressebilder unter
https://celum.noeku.at/pindownload/login.do?pin=9DDE7
Weitere Bilder unter: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/8456
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