• 18.11.2016, 14:44:11
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  • OTS0205

GLOBAL 2000: Marrakesch demonstriert Geschlossenheit für Klimaschutz

Vorbereitungen für Implementierung von Paris haben gestartet. Zu wenig Ambition das größte Problem.

Utl.: Vorbereitungen für Implementierung von Paris haben gestartet.
Zu wenig Ambition das größte Problem. =

Wien/Marrakesch (OTS) - Bei der Klimakonferenz in Marrakesch, die
heute in wenigen Stunden zu Ende geht, wurde vor allem demonstrative
Geschlossenheit für Klimaschutz gezeigt. Ban Ki-moon, Francois
Hollande, John Kerry und andere hochrangige Vertreter haben in
Richtung der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten klar gemacht, dass
das Klimaschutzabkommen von Paris nicht rückgängig gemacht werden
kann. „Die Welt hat sich seit letztem Jahr verändert. Klimaschutz ist
jetzt weltweit als Kernaufgabe rechtlich verbindlich verankert.
Niemand will diese Chance jetzt leichtfertig verspielen. Aber die
Zeit läuft uns davon, es braucht mehr Soforthilfe für unseren
Planeten“, betont Johannes Wahlmüller, Klimasprecher der
österreichischen Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000.

Implementierung von Paris-Abkommen gestartet
Mittlerweile haben 111 Staaten das Abkommen ratifiziert, weiters
wurde in Marrakesch eine UN-Plattform für Klimaschutzstrategien bis
2050 gestartet. Länder wie die USA, Mexiko und Deutschland haben
bereits ihre langfristigen Klimaschutzpläne bekanntgegeben. In
Österreich ist eine Energie- und Klimastrategie noch in Ausarbeitung.

Darüber hinaus wurde eine Roadmap für die Aufbringung von 100 Mrd.
US-$ vorgestellt. Die Industrienationen hatten Unterstützung in
dieser Höhe für Entwicklungsländer bis zum Jahr 2020 zugesagt.
Allerdings müssen noch methodische Fragen geklärt werden und in den
Plänen ist noch viel zu wenig Unterstützung für die Anpassung an
bereits unvermeidbaren Klimafolgen enthalten. Erst am Donnerstag am
Abend wurde schließlich bekanntgegeben, dass es durch freiwillige
Beiträge einzelner Staaten gelungen ist, den 'Anpassungsfonds' mit 81
Mio. US-$ zu dotieren, um dringend benötigte Hilfe zu leisten. Nötig
sind laut UN-Berichten aber zusätzliche 73 Mrd. US-$ allein für
diesen Zweck.

Zu wenig Ambition bei Klimaschutz
Negativ sieht GLOBAL 2000, dass kein Land bereit war, über eine
Erhöhung der Ambition bei den Klimaschutzzusagen zu diskutieren.
UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hatte in seiner Rede alle Staaten
aufgefordert, freiwillig bis 2018 ihre Zusagen zu erhöhen. Niemand
reagierte auf diesen Aufruf. Zuvor hatte das UN-Umweltprogramm
Berechnungen präsentiert, dass mit den derzeitigen Zusagen die
globale Erwärmung mit hoher Wahrscheinlichkeit lediglich unter 3,2
Grad gehalten werden kann. Das ist weit von einer Begrenzung auf 1,5
Grad entfernt.

„Wir sind nach Marrakesch immer noch auf dem Weg in Richtung
katastrophaler Klimaveränderungen. Es braucht eine deutlich stärkere
Bereitschaft, über mehr Ambition zu sprechen. Umweltminister Andrä
Rupprechter ist gefordert, innerhalb der EU dafür einzutreten“, sagt
Wahlmüller.

Mehr Einsatz von Österreich gefordert
GLOBAL 2000 sieht zudem mehr Einsatz von Österreich beim Klimaschutz
gefordert: „Es braucht jetzt einen echten Energiewende-Fahrplan für
Österreich, mit dem Ziel aus fossiler Energie auszusteigen. Weiters
muss das von Umweltminister Andrä Rupprechter angekündigte
Klimaschutzsofortpaket mit den Schwerpunkten Gebäudesanierung und
nachhaltige Mobilität rasch umgesetzt werden“, so Wahlmüller
abschließend.

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