„Kulturmontag“: Beziehung EU – Türkei, politische Netzaktivistinnen, Bio-Pic mit Meryl Streep als Florence Foster Jenkins

Außerdem: Werner Bootes neue Mockumentary „Kunst rettet Österreich“ auf den Spuren des Hypo-Skandals

Wien (OTS) - Clarissa Stadler begrüßt zu einem „Kulturmontag“ am 21. November 2016 um 22.30 Uhr in ORF 2, der sich u. a. politisch brisanten Themen widmet. So befasst sich die Sendung mit den aktuell schwierigen Beziehungen zwischen der EU und der Türkei – dazu ist Schriftsteller Ilija Trojanow live im Studio. Außerdem geht es um das weltweite Engagement politischer Netzaktivistinnen, die u. a. im Mittelpunkt des kürzlich abgehaltenen Elevate Festivals in Graz standen. Weiters im „Kulturmontag“: Ausblick auf zwei neue Filmprojekte über Florence Foster Jenkins – ein Bio-Pic mit Hollywood-Star Meryl Streep sowie eine Spieldoku mit Operndiva Joyce DiDonato jeweils in der Rolle der „schlechtesten Opernsängerin“ ihrer Zeit. Anschließend an das Magazin steht mit „Kunst rettet Österreich“ (23.20 Uhr) eine neue Mockumentary von Werner Boote, die auf den Spuren des Hypo-Skandals wandelt, auf dem Programm.

Ende der Demokratie in der Türkei – Warum Europa die Gegner Erdogans nicht unterstützt

Eine beispiellose Verhaftungswelle, umstellte Redaktionsgebäude, eingesperrte Schriftsteller: Die Türkei ist derzeit das politische Sorgenkind Europas. Trotzdem scheint die EU wie gelähmt und wirkt ratlos, wie sie auf Erdogans aggressiven Kurs reagieren soll.
Im „Kulturmontag“ kommt mit Elif Shafak eine der prominentesten türkischen Autorinnen zu Wort: „Die Türkei“, so Shafak, ist ein Land, in dem kollektive Amnesie herrscht. Europa soll nicht den gleichen Fehler wie die Türkei machen.“ Doch was unternimmt die EU, um den verhafteten Künstlerinnen und Künstlern, Journalistinnen, Journalisten, Intellektuellen und politischen Gegnerinnen und Gegnern den Rücken zu stärken? Seit Wochen geht die Inhaftierung der regimekritischen Schriftstellerin und Mitherausgeberin einer prokurdischen Zeitung Asli Erdogan durch die Medien, der nun lebenslange Haft droht. Auch auf der internationalen Buchmesse in Istanbul war ihr Fall Thema. Doch Europas Politiker schweigen dazu. Über die schwierige Beziehung zwischen der EU und dem Beitrittskandidaten Türkei sowie über die Zukunft der EU steht der Schriftsteller und große Europäer Ilija Trojanow, gefeierter Autor von „Macht und Widerstand“, im Studio Rede und Antwort.

Mit Laptop und Smartphone gegen Diktatoren: Wie Netz-Aktivistinnen TTIP blockieren, Putin provozieren und Despoten stürzen

Sie sind Anfang 20 bis Mitte 30 und haben praktisch alle großen politischen Protestbewegungen der vergangenen Jahre mit ins Rollen gebracht: Netzaktivistinnen und -aktivisten, die die Auseinandersetzung mit übermächtigen Gegnern nicht scheuen und dabei oft auch ein erhebliches persönliches Risiko eingehen. Hind Touissate war während des Arabischen Frühlings eine der maßgeblichen Bloggerinnen, die jene Themen artikuliert hat, die letztlich die Massen auf die Straße gebracht haben. Ksenia Ermoshina hat bei den Duma-Wahlen 2011 in Russland Mitglieder der Anti-Putin-Bewegung beraten, wie sie mit ihren Handys unter der Verwendung von speziellen Apps die russische Internetkontrolle umgehen können, um damit in den Wahllokalen dokumentierte Wohlmanipulationen zu veröffentlichen. Katharina Nocun hat als Leiterin der Kampagnenplattform Compact zahlreiche Kampagnen zum Thema Datensicherheit und auch gegen TTIP organisiert – und war maßgeblich für europaweite Proteste gegen das transatlantische Handelsabkommen verantwortlich. Beim diesjährigen Elevate-Festival waren all diese Netzaktivistinnen in Graz zu Gast – im „Kulturmontag“ kommen sie zu Wort.

„Florence Foster Jenkins“: Kinostart für Bio-Pic mit Meryl Streep als singende Millionärin

Wer träumt nicht davon, sich seinen Lebenswunsch zu erfüllen, egal was alle anderen davon halten. Florence Foster Jenkins ist wohl eines der schillerndsten Beispiele: die millionenschwere US-amerikanische Erbin ist schließlich genau dort aufgetreten, wo sie sich immer hingeträumt hat – in der New Yorker Carnegie Hall. Und das, obwohl die schrullige Gesellschaftsdame bereits zu Lebzeiten als „schlechteste Opernsängerin der Welt“ gegolten hat.
Nun haben Regisseur Stephen Frears und Dokumentarfilmer Ralph Pfleger den Stoff in ihren neuen Arbeiten wirkungsvoll in Szene gesetzt. Frears lässt Meryl Streep in die Rolle der amerikanischen Exzentrikerin schlüpfen. Ralph Pfleger konnte für seine Spieldokumentation die amerikanische Mezzosopranistin Joyce DiDonato gewinnen. Beide Filme ziehen die Leidenschaft einer letzten Endes unglücklichen Millionärin nicht ins Lächerliche, im Gegenteil. Streep berührt auf der Kinoleinwand als leidenschaftliche opernvernarrte Frau, die sich ihren Herzenswunsch selbst durch verletzende Kritiker-Schelte nicht nehmen lässt. DiDonato wiederum betont im „Kulturmontag“-Interview, wie sehr sie es genossen habe, ihre Stimme einmal jenseits der Zwänge korrekter Intonation, Phrasierung und Rhythmik einsetzen zu können.

Außerdem: Dokumentation „Kunst rettet Österreich“ (23.20 Uhr)

Eine kleine Schar von Künstlern und Intellektuellen schmiedet den Plan, Österreich zu retten, indem es die halbfertigen Feriendörfer, Golfplätze und Häfen Istriens, in denen die Investments der Kärntner Bank Hypo Alpe Adriaversunken sind, mittels Kunst aufwertet. Mittlerweile gehören die Anlagen der staatlichen „Bad Bank“ HETA und damit allen Österreichern. 18 Milliarden Euro hoch sind die Haftungen, denen zum Teil die halbfertigen Anlagen in Istrien als Vermögenswerte gegenüberstehen. Durch Performances und Installationen der Künstler Bernd Fasching, Uwe Jäntsch, Klaus Pobitzer und Slavica Marin aufgewertet, erzielen diese nun hohe Verkaufserlöse und die Schuldenlast wird von der HETA und damit den Österreichern genommen. Die von Werner Boote gestaltete und vom ORF koproduzierte Mockumentary erzählt mittels Interviews und in Rückblenden die wahre Geschichte dieses Projektes inklusive der fiktionalen Rettung Österreichs durch die Tilgung der Schuldenlast – eine künstlerische Roadshow, ein zeitgenössisches Heldenepos mit einem Happy End.
Mit Bernd Fasching, Martin Traxl, Uwe Jäntsch, Klaus Pobitzer, Roman Rafreider, Meinhard Rauchensteiner, Peter Gantner, Slavica Marin, Carl Aigner, Manfred Matzka, Andreas Mailath-Pokorny, Peter Filzmaier, Jürgen Weishäupl u. v. a.

Der „Kulturmontag“ wird als Live-Stream sowie nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) bereitgestellt.

Das gesamte TV-Angebot des ORF – ORF eins, ORF 2, ORF III sowie ORF SPORT + – ist auch im HD-Standard zu empfangen. Alle Informationen zum ORF-HD-Empfang und zur Einstellung der neuen HD-Angebote finden sich auf der Website hd.ORF.at, die ORF-Service-Hotline 0800 / 090 010 gibt kostenfrei aus ganz Österreich persönliche Hilfestellung.

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