Erstes TV-Duell vor Hofburg-Wahl auf oe24.TV: Schlagabtausch zwischen Hofer und Van der Bellen

Hofer: "Werde Wahl nicht anfechten." Wirft Van der Bellen Unterstützung durch Kommunisten vor - Van der Bellen: "Will keinen populistischen Burschenschafter als Präsident."

Wien (OTS) - Das erste TV-Duell vor der Stichwahl um die Präsidentschaft fand Donnerstag, 20.15 Uhr, für den neuen Nachrichtensender oe24.TV statt. Dabei kam es zu einem harten, aber fairen Schlagabtausch und zu einer heftigen Debatte mit teils überraschenden Aussagen.

Alexander Van der Bellen griff den neugewählten US-Präsidenten Donald Trump an. Sein Wahlkampfstil sei "inakzeptabel" gewesen:
"Inhaltlich hat er Besorgnis ausgelöst."

Norbert Hofer bestätigte daraufhin seinen Vorwurf, Van der Bellen sei "ein Elefant im Porzellanladen", schwächte aber ab: "Elefanten sind ja ganz liebe Tiere. Ich sehe das nicht als Schimpfwort."

Van der Bellen meinte zu den Konsequenzen aus dem Trump-Sieg: "Die EU sollte enger zusammenrücken. Der Ausgang der US-Wahl sollte ein Weckruf für Europa sein."

Für Hofer wäre ein "zentralistisches Europa die falsche Antwort". Der FPÖ-Kandidat spricht sich auch "gegen eine Einheitsarmee" aus:
"Van der Bellen hat gesagt, wenn eine Europa-Armee kommt, sollten wir unsere Neutralität aufgeben."

Dem widersprach Van der Bellen: Neutrale Staaten hätten ihre Neutralität zu wahren.

Einen heftigen Disput gab es über die Rolle des Rechnungshofs. Hofer verlangte mehr Macht für den Rechnungshof bei der Bewältigung des Schuldenproblems. Hofer: "Ich mache einen konreten Vorschlag zum Wirtschaftsaufschwung und rege eine Schnittstelle zwischen Rechnungshof und Parlament an." Van der Bellen lehnte das kategorisch ab. Er sei dagegen, dass ein Kontrollorgan mit zu viel Macht ausgestattet wird.

Über die Flüchtlingssituation wurde überraschend sachlich diskutiert. Für Van der Bellen hätte sich die Flüchtlingsproblematik entspannt, Angela Merkels Ausspruch "Wir schaffen das" hätte sich bewahrheitet. Auch er, Van der Bellen, sei aber gegen einen unkontrollierten Zuzug.

Hofer sprach sich für Sicherheitszonen in den Krisengebieten und gegen die Notverordnung aus, weil diese nicht wirksam wäre: "Sie funktioniert nicht."

Bezüglich CETA erneuerte Hofer seine Forderung nach einer Volksabstimmung, erst dann würde er den Vertrag unterschreiben. Allerdings: "Ich glaube nicht, dass die Österreicher dafür stimmen werden." Van der Bellen dazu: "Bis CETA am Tisch liegt, vergehen noch Jahre. Das Parlament muss sich vorher dafür entscheiden."
Hofer unterstellte Van der Bellen, er werde CETA unterschreiben, weil sein finanzkräftiger Unterstützer Haselsteiner für CETA sei.

Beide Kandidaten würden den Opernball eröffnen. Auch Alexander Van der Bellen.

Hofer warf Van der Bellen vor, sich von der KPÖ unterstützen zu lassen. Van der Bellen konterte: "Und Sie, werden Sie von den Identitären unterstützt? Ich will keinen populistischen Burschenschafter als Präsident."

Zum Schluss ließ Hofer aufhorchen: "Ich werde die Wahl nicht anfechten."

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