- 17.11.2016, 21:35:47
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Erstes TV-Duell vor Hofburg-Wahl auf oe24.TV: Schlagabtausch zwischen Hofer und Van der Bellen
Hofer: "Werde Wahl nicht anfechten." Wirft Van der Bellen Unterstützung durch Kommunisten vor - Van der Bellen: "Will keinen populistischen Burschenschafter als Präsident."
Utl.: Hofer: "Werde Wahl nicht anfechten." Wirft Van der Bellen
Unterstützung durch Kommunisten vor - Van der Bellen: "Will
keinen populistischen Burschenschafter als Präsident." =
Wien (OTS) - Das erste TV-Duell vor der Stichwahl um die
Präsidentschaft fand Donnerstag, 20.15 Uhr, für den neuen
Nachrichtensender oe24.TV statt. Dabei kam es zu einem harten, aber
fairen Schlagabtausch und zu einer heftigen Debatte mit teils
überraschenden Aussagen.
Alexander Van der Bellen griff den neugewählten US-Präsidenten
Donald Trump an. Sein Wahlkampfstil sei "inakzeptabel" gewesen:
"Inhaltlich hat er Besorgnis ausgelöst."
Norbert Hofer bestätigte daraufhin seinen Vorwurf, Van der Bellen
sei "ein Elefant im Porzellanladen", schwächte aber ab: "Elefanten
sind ja ganz liebe Tiere. Ich sehe das nicht als Schimpfwort."
Van der Bellen meinte zu den Konsequenzen aus dem Trump-Sieg: "Die EU
sollte enger zusammenrücken. Der Ausgang der US-Wahl sollte ein
Weckruf für Europa sein."
Für Hofer wäre ein "zentralistisches Europa die falsche Antwort".
Der FPÖ-Kandidat spricht sich auch "gegen eine Einheitsarmee" aus:
"Van der Bellen hat gesagt, wenn eine Europa-Armee kommt, sollten wir
unsere Neutralität aufgeben."
Dem widersprach Van der Bellen: Neutrale Staaten hätten ihre
Neutralität zu wahren.
Einen heftigen Disput gab es über die Rolle des Rechnungshofs.
Hofer verlangte mehr Macht für den Rechnungshof bei der Bewältigung
des Schuldenproblems. Hofer: "Ich mache einen konreten Vorschlag zum
Wirtschaftsaufschwung und rege eine Schnittstelle zwischen
Rechnungshof und Parlament an." Van der Bellen lehnte das kategorisch
ab. Er sei dagegen, dass ein Kontrollorgan mit zu viel Macht
ausgestattet wird.
Über die Flüchtlingssituation wurde überraschend sachlich
diskutiert. Für Van der Bellen hätte sich die Flüchtlingsproblematik
entspannt, Angela Merkels Ausspruch "Wir schaffen das" hätte sich
bewahrheitet. Auch er, Van der Bellen, sei aber gegen einen
unkontrollierten Zuzug.
Hofer sprach sich für Sicherheitszonen in den Krisengebieten und
gegen die Notverordnung aus, weil diese nicht wirksam wäre: "Sie
funktioniert nicht."
Bezüglich CETA erneuerte Hofer seine Forderung nach einer
Volksabstimmung, erst dann würde er den Vertrag unterschreiben.
Allerdings: "Ich glaube nicht, dass die Österreicher dafür stimmen
werden." Van der Bellen dazu: "Bis CETA am Tisch liegt, vergehen noch
Jahre. Das Parlament muss sich vorher dafür entscheiden."
Hofer unterstellte Van der Bellen, er werde CETA unterschreiben, weil
sein finanzkräftiger Unterstützer Haselsteiner für CETA sei.
Beide Kandidaten würden den Opernball eröffnen. Auch Alexander Van
der Bellen.
Hofer warf Van der Bellen vor, sich von der KPÖ unterstützen zu
lassen. Van der Bellen konterte: "Und Sie, werden Sie von den
Identitären unterstützt? Ich will keinen populistischen
Burschenschafter als Präsident."
Zum Schluss ließ Hofer aufhorchen: "Ich werde die Wahl nicht
anfechten."
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