Oberhauser: Österreich setzt zahlreiche Maßnahmen zur Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen

Österreichischer Resistenzbericht AURES 2015 beim Symposium zum 9. Europäischen Antibiotikatag im BMGF präsentiert

Wien (OTS) - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechnet bis 2050 mit etwa zehn Millionen Todesfällen weltweit pro Jahr als Folge von Infektionen mit antibiotikaresistenten Keimen, sollten die Antibiotikaresistenzraten weiterhin steigen. „Österreich setzt zahlreiche Maßnahmen und kooperiert auf internationaler Ebene, damit diese Zahlen nicht Realität werden“, betont Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser anlässlich des Europäischen Antibiotikatages am 18. November. Der Österreichische Resistenzbericht AURES 2015 wird heute, Donnerstag, beim Symposium zum 9. Europäischen Antibiotikatag im Bundesministerium für Gesundheit und Frauen (BMGF) präsentiert. ****

Die Antibiotika Plattform im BMGF, das sind Fachleute aus den Bereichen der Human- und Veterinärmedizin sowie des Lebensmittelbereichs, koordiniert die nationale Antibiotikaresistenz-Überwachung. Jährlich werden im österreichischen Resistenzbericht AURES die aktuellen Daten zur Antibiotikaresistenz und zum Verbrauch von Antibiotika in Österreich publiziert. Sie bilden die Basis für die Umsetzung der Maßnahmen aus dem Nationalen Aktionsplan zur Antibiotikaresistenz (NAP-AMR). Ziel des NAP-AMR ist es, den Einsatz von Antibiotika in Österreich zu optimieren und die Entstehung und Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen nachhaltig zu vermindern.

Im Bereich der Antibiotikaresistenzen wurde 2016 vom BMGF die Datenbank „AUREA“ fertiggestellt. Diese Datenbank vereinfacht das Datenmanagement bei der Erfassung der Resistenzdaten ausgewählter Erreger in Österreich und ist ein wertvolles Instrument bei der Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen.

Hand in Hand mit dem fachgerechten Einsatz von Antibiotika geht die konsequente Anwendung von Hygiene, um die Ausbreitung von resistenten Erregern zu vermeiden. Ein wirksames Hygienemanagement ist besonders zur Verhinderung von nosokomialen Infektionen - das sind Infektionen, die man sich im Krankenhaus zuzieht – von größter Bedeutung. Dazu gehört auch eine flächendeckende Erfassung von nosokomialen Infektionen. Das BMGF entwickelt daher in Zusammenarbeit mit ExpertInnen ein gesamtösterreichisches, elektronisches Erfassungssystem für Gesundheitssystem-assoziierte Infektionen (healthcare associated infections – HAI) in Krankenhäusern. Mit diesem sogenannten „A-HAI“ sollen in Zukunft bundesweit einheitlich nosokomiale Infektionen erfasst und qualitätsgesichert ausgewertet werden.

Antibiotikaverbrauch in Österreich

In der Humanmedizin ist die Höhe des Antibiotikaverbrauchs im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2014 gleich geblieben. Gemessen werden die von den Sozialversicherungsträgern abgerechneten Verordnungen pro 10.000 EinwohnerInnen. Im europäischen Vergleich (ESAC-Net = European Surveillance of Antimicrobial Consumption Network) liegt Österreich beim Gesamtverbrauch aller Antibiotika unter den moderaten Verbrauchsländern.

Im Jahr 2015 wurden in Österreich zur Behandlung von Nutztieren 48,78 Tonnen antimikrobiell wirksame Substanzen in Verkehr gebracht. Das entspricht einem Rückgang von 9,1 Prozent im Vergleich zum Jahr 2014. Zur Erfassung der Antibiotikamengenströme im Veterinärbereich läuft derzeit das europäische Projekt „European Surveillance of Veterinary Antimicrobial Consumption (ESVAC). Die Verkaufsdaten von Antibiotika in Österreich werden bereits seit 2010 erhoben.

Antibiotikaresistenzen

Antibiotika sind Arzneimittel, die zur Behandlung von Infektionen durch Bakterien eingesetzt werden. Bei bakteriellen Erkrankungen ist es meistens sinnvoll und mitunter lebensnotwendig, Antibiotika anzuwenden. Gleichzeitig ist es wichtig zu wissen, dass Antibiotika gegen Viren unwirksam sind. Je häufiger Antibiotika unsachgemäß verordnet und eingenommen werden, desto höher ist auch das Risiko, dass sich widerstandsfähige (resistente) Bakterien entwickeln und ausbreiten.

Die Resistenzbildung wird durch eine Reihe von Vorgangsweisen gefördert, unter anderem die unkritische Verschreibung von Antibiotika sowie Fehler bei der Einnahme und der Dauer der Therapie. Wichtig ist daher, die Bevölkerung aufzuklären, dass Antibiotika zweckmäßig zu verwenden sind: weder ein „Zuviel“ noch ein „Zuwenig“ ist sinnvoll. Der gezielte Einsatz des richtigen Antibiotikums über die optimale Zeitdauer und in der korrekten Dosierung ist zentral.

Europäischer Antibiotikatag

Der Europäische Antibiotikatag wurde 2008 ins Leben gerufen und findet jährlich am 18. November statt. Der Tag ist eine europäische Initiative und soll auf den verantwortungsvollen Gebrauch von Antibiotika bei Mensch und Tier aufmerksam machen.

Der Österreichische Resistenzbericht AURES 2015 kann auf der Website des BMGF unter www.bmgf.gv.at heruntergeladen werden. (Schluss)

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Philipp Lindner, BA
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