- 17.11.2016, 11:42:15
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Oberhauser: Österreich setzt zahlreiche Maßnahmen zur Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen
Österreichischer Resistenzbericht AURES 2015 beim Symposium zum 9. Europäischen Antibiotikatag im BMGF präsentiert
Utl.: Österreichischer Resistenzbericht AURES 2015 beim Symposium
zum 9. Europäischen Antibiotikatag im BMGF präsentiert =
Wien (OTS) - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechnet bis 2050
mit etwa zehn Millionen Todesfällen weltweit pro Jahr als Folge von
Infektionen mit antibiotikaresistenten Keimen, sollten die
Antibiotikaresistenzraten weiterhin steigen. „Österreich setzt
zahlreiche Maßnahmen und kooperiert auf internationaler Ebene, damit
diese Zahlen nicht Realität werden“, betont Gesundheitsministerin
Sabine Oberhauser anlässlich des Europäischen Antibiotikatages am 18.
November. Der Österreichische Resistenzbericht AURES 2015 wird heute,
Donnerstag, beim Symposium zum 9. Europäischen Antibiotikatag im
Bundesministerium für Gesundheit und Frauen (BMGF) präsentiert. ****
Die Antibiotika Plattform im BMGF, das sind Fachleute aus den
Bereichen der Human- und Veterinärmedizin sowie des
Lebensmittelbereichs, koordiniert die nationale
Antibiotikaresistenz-Überwachung. Jährlich werden im österreichischen
Resistenzbericht AURES die aktuellen Daten zur Antibiotikaresistenz
und zum Verbrauch von Antibiotika in Österreich publiziert. Sie
bilden die Basis für die Umsetzung der Maßnahmen aus dem Nationalen
Aktionsplan zur Antibiotikaresistenz (NAP-AMR). Ziel des NAP-AMR ist
es, den Einsatz von Antibiotika in Österreich zu optimieren und die
Entstehung und Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen nachhaltig zu
vermindern.
Im Bereich der Antibiotikaresistenzen wurde 2016 vom BMGF die
Datenbank „AUREA“ fertiggestellt. Diese Datenbank vereinfacht das
Datenmanagement bei der Erfassung der Resistenzdaten ausgewählter
Erreger in Österreich und ist ein wertvolles Instrument bei der
Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen.
Hand in Hand mit dem fachgerechten Einsatz von Antibiotika geht die
konsequente Anwendung von Hygiene, um die Ausbreitung von resistenten
Erregern zu vermeiden. Ein wirksames Hygienemanagement ist besonders
zur Verhinderung von nosokomialen Infektionen - das sind Infektionen,
die man sich im Krankenhaus zuzieht – von größter Bedeutung. Dazu
gehört auch eine flächendeckende Erfassung von nosokomialen
Infektionen. Das BMGF entwickelt daher in Zusammenarbeit mit
ExpertInnen ein gesamtösterreichisches, elektronisches
Erfassungssystem für Gesundheitssystem-assoziierte Infektionen
(healthcare associated infections – HAI) in Krankenhäusern. Mit
diesem sogenannten „A-HAI“ sollen in Zukunft bundesweit einheitlich
nosokomiale Infektionen erfasst und qualitätsgesichert ausgewertet
werden.
Antibiotikaverbrauch in Österreich
In der Humanmedizin ist die Höhe des Antibiotikaverbrauchs im
vergangenen Jahr im Vergleich zu 2014 gleich geblieben. Gemessen
werden die von den Sozialversicherungsträgern abgerechneten
Verordnungen pro 10.000 EinwohnerInnen. Im europäischen Vergleich
(ESAC-Net = European Surveillance of Antimicrobial Consumption
Network) liegt Österreich beim Gesamtverbrauch aller Antibiotika
unter den moderaten Verbrauchsländern.
Im Jahr 2015 wurden in Österreich zur Behandlung von Nutztieren 48,78
Tonnen antimikrobiell wirksame Substanzen in Verkehr gebracht. Das
entspricht einem Rückgang von 9,1 Prozent im Vergleich zum Jahr 2014.
Zur Erfassung der Antibiotikamengenströme im Veterinärbereich läuft
derzeit das europäische Projekt „European Surveillance of Veterinary
Antimicrobial Consumption (ESVAC). Die Verkaufsdaten von Antibiotika
in Österreich werden bereits seit 2010 erhoben.
Antibiotikaresistenzen
Antibiotika sind Arzneimittel, die zur Behandlung von Infektionen
durch Bakterien eingesetzt werden. Bei bakteriellen Erkrankungen ist
es meistens sinnvoll und mitunter lebensnotwendig, Antibiotika
anzuwenden. Gleichzeitig ist es wichtig zu wissen, dass Antibiotika
gegen Viren unwirksam sind. Je häufiger Antibiotika unsachgemäß
verordnet und eingenommen werden, desto höher ist auch das Risiko,
dass sich widerstandsfähige (resistente) Bakterien entwickeln und
ausbreiten.
Die Resistenzbildung wird durch eine Reihe von Vorgangsweisen
gefördert, unter anderem die unkritische Verschreibung von
Antibiotika sowie Fehler bei der Einnahme und der Dauer der Therapie.
Wichtig ist daher, die Bevölkerung aufzuklären, dass Antibiotika
zweckmäßig zu verwenden sind: weder ein „Zuviel“ noch ein „Zuwenig“
ist sinnvoll. Der gezielte Einsatz des richtigen Antibiotikums über
die optimale Zeitdauer und in der korrekten Dosierung ist zentral.
Europäischer Antibiotikatag
Der Europäische Antibiotikatag wurde 2008 ins Leben gerufen und
findet jährlich am 18. November statt. Der Tag ist eine europäische
Initiative und soll auf den verantwortungsvollen Gebrauch von
Antibiotika bei Mensch und Tier aufmerksam machen.
Der Österreichische Resistenzbericht AURES 2015 kann auf der Website
des BMGF unter www.bmgf.gv.at heruntergeladen werden. (Schluss)
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