- 17.11.2016, 11:31:43
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Zum 100. Todestag des Monarchen: Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth im „Menschen & Mächte“-Porträt
Im Rahmen des ORF-Programmschwerpunkts am 18. Und 19. November in ORF 2
Utl.: Im Rahmen des ORF-Programmschwerpunkts am 18. Und 19. November
in ORF 2 =
Wien (OTS) - Erinnerungen an Kaiser Franz Joseph sind in der
öffentlichen Wahrnehmung meist auf zwei optische Ebenen reduziert:
Die eine stammt aus den „Sissi“-Filmen: der verliebte, glückliche,
junge Monarch an der Seite seiner Kaiserin, legendär dargestellt von
Romy Schneider und Karlheinz Böhm. Die andere präsentiert den von
Schicksalsschlägen geplagten greisen Monarchen mit dem weißen
Backenbart, eine Typologie, die lange das Image des Staatsoberhauptes
prägte. Anlässlich des 100. Todestages von Kaiser Franz Joseph am 21.
November versucht die „Menschen & Mächte“-Dokumentation „Kaiser Franz
Joseph“ von Andreas Novak am Freitag, dem 18. November 2016, um 22.45
Uhr in ORF 2 wichtigen Stationen in den historischen und politisch
weniger bekannten „Zwischenwelten“ nachzuspüren. Um 23.35 Uhr folgt
Tom Matzeks „Menschen & Mächte“-Dokumentation „Elisabeth, die
rätselhafte Kaiserin“.
Mehr zum kaiserlichen Programmschwerpunkt: Am Samstag, dem 19.
November, lässt Xaver Schwarzenberger ab 9.35 Uhr in ORF 2 den Mythos
um die legendäre „Sisi“ wiederaufleben. In dem von ORF, ZDF und RAI
2009 koproduzierten Historien-Zweiteiler spielen u. a . Cristiana
Capotondi, David Rott, Martina Gedeck, Herbert Knaup, Fritz Karl,
Xaver Hutter, Friedrich von Thun, Erwin Steinhauer und Fanny
Stavjanik. „Sisi“ ist eine Koproduktion von Sunset Austria GmbH, EOS
Entertainment GmbH, Publispei SRL und ORF, in Zusammenarbeit mit ZDF
sowie RAI, gefördert durch den Fernsehfonds Austria. Ebenfalls am 19.
November präsentiert die ORF III-„zeit.geschichte“ die
Dokumentationen „Kaiser Franz Joseph und der 1. Weltkrieg“ (20.15
Uhr), „Der Selige Kaiser – Kaiser Karl I. von Österreich“ (21.05 Uhr)
und „Zum Himmel wir marschieren“ (21.50 Uhr). Am Donnerstag, dem 24.
November, folgten „Land der Berge Spezial: Kaiser Franz Joseph und
das Salzkammergut“ (20.15 Uhr), „Kaiserstadt Bad Ischl“ (21.05 Uhr)
und „Kaiser, Tracht und Berge: Das Salzkammergut“ (21.55 Uhr).
„Menschen & Mächte: Kaiser Franz Joseph“ – 18. November, 22.45 Uhr,
ORF 2
Das 18. Jahrhundert war eine Epoche pulsierender Neuerungen, rasanter
politischer und gesellschaftlicher Veränderung. Franz Joseph verstand
sich damals nicht als großer Motor und Reformer, eher als oberster
Staatsbeamter, der diese Entwicklungen beobachtend begleitete. Heute
selbstverständliche Errungenschaften wie Wahlrecht, Parteienstaat und
Parlamentarismus wurden damals erkämpft. Der Kaiser reagierte auf
diese Entwicklungen erst dann, wenn außenpolitische Misserfolge
innenpolitische Reformen erzwangen und ihm keine andere Wahl mehr
ließen. Geistig in der Ideenwelt des Absolutismus verankert,
definierte er seine Rolle eher als Hüter vererbter Rechte – das
sollte auch den Nationalitätenkonflikt verschärfen.
Auch am komplizierten Parkett internationaler Politik geriet der
Monarch oft gehörig in Bedrängnis. Ob Kriege, diplomatische
Strategien, Heiratspolitik, die krisengeschüttelte Bündnispolitik mit
Deutschland, demokratische Zugeständnisse, Parlamentarismus,
Verfassungsreform und der Umgang mit der Nationalitätenfrage – alle
Entscheidungen, die Franz Joseph in diesem Zusammenhang traf, alles,
was er unterließ, stand in einem dynastischen Bezugsrahmen. Der Name
Franz Joseph war untrennbar mit den stetigen Zerfallserscheinungen
des Vielvölkerstaates verknüpft. Seinem Nachfolger Kaiser Karl I.
blieb die Verwaltung der Konkursmasse, die Administration des
Untergangs. Der passionierte Jäger Franz Joseph war erfolgreicher als
der Politiker Franz Joseph.
Das Studium von Briefen, Korrespondenzen bzw. unveröffentlichte
Tagebücher damaliger „Zeitzeugen“ brachte bisher wenig beachtete
Facetten in den privaten Beziehungen des Kaisers zum Vorschein. Der
Franz-Joseph-Mythos speist sich aus der Verklärung des Tragischen,
der Idealisierung des Privaten und der „Privatisierung“ des
Politischen. Während die traditionsreiche britische Monarchie erst
seit dem frühen Tod von Prinzessin Diana über eine überragende
Kultfigur verfügt, läuft in Österreich die „Franz Joseph und
Sisi“-Verklärungsmaschine schon lange auf Hochtouren. Die 1955/1956
produzierte „Sissi“-Trilogie machte die beiden zum international
prominentesten österreichischen Liebespaar. Seither lässt sich mit
der „guten alten Zeit“ hervorragend Geld verdienen. Allein das
Schloss Schönbrunn wird jährlich von mehr als zwei Millionen
Touristen besucht. Seine ehemals prominentesten Bewohner gehören zur
internationalen Verkaufsstrategie des „Homo Austriacus“. Daher
beleuchtet die Dokumentation von Andreas Novak auch den Umgang mit
Geschichte und Tradition, den Entstehungsprozess von Verklärung und
Stereotypen, die Geschichtsbilder prägen.
Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der
Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand
abrufbar und wird auch als Live-Stream angeboten.
Das gesamte TV-Angebot des ORF – ORF eins, ORF 2, ORF III sowie ORF
SPORT + – ist auch im HD-Standard zu empfangen. Alle Informationen
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