Zum 100. Todestag des Monarchen: Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth im „Menschen & Mächte“-Porträt

Im Rahmen des ORF-Programmschwerpunkts am 18. Und 19. November in ORF 2

Wien (OTS) - Erinnerungen an Kaiser Franz Joseph sind in der öffentlichen Wahrnehmung meist auf zwei optische Ebenen reduziert:
Die eine stammt aus den „Sissi“-Filmen: der verliebte, glückliche, junge Monarch an der Seite seiner Kaiserin, legendär dargestellt von Romy Schneider und Karlheinz Böhm. Die andere präsentiert den von Schicksalsschlägen geplagten greisen Monarchen mit dem weißen Backenbart, eine Typologie, die lange das Image des Staatsoberhauptes prägte. Anlässlich des 100. Todestages von Kaiser Franz Joseph am 21. November versucht die „Menschen & Mächte“-Dokumentation „Kaiser Franz Joseph“ von Andreas Novak am Freitag, dem 18. November 2016, um 22.45 Uhr in ORF 2 wichtigen Stationen in den historischen und politisch weniger bekannten „Zwischenwelten“ nachzuspüren. Um 23.35 Uhr folgt Tom Matzeks „Menschen & Mächte“-Dokumentation „Elisabeth, die rätselhafte Kaiserin“.

Mehr zum kaiserlichen Programmschwerpunkt: Am Samstag, dem 19. November, lässt Xaver Schwarzenberger ab 9.35 Uhr in ORF 2 den Mythos um die legendäre „Sisi“ wiederaufleben. In dem von ORF, ZDF und RAI 2009 koproduzierten Historien-Zweiteiler spielen u. a . Cristiana Capotondi, David Rott, Martina Gedeck, Herbert Knaup, Fritz Karl, Xaver Hutter, Friedrich von Thun, Erwin Steinhauer und Fanny Stavjanik. „Sisi“ ist eine Koproduktion von Sunset Austria GmbH, EOS Entertainment GmbH, Publispei SRL und ORF, in Zusammenarbeit mit ZDF sowie RAI, gefördert durch den Fernsehfonds Austria. Ebenfalls am 19. November präsentiert die ORF III-„zeit.geschichte“ die Dokumentationen „Kaiser Franz Joseph und der 1. Weltkrieg“ (20.15 Uhr), „Der Selige Kaiser – Kaiser Karl I. von Österreich“ (21.05 Uhr) und „Zum Himmel wir marschieren“ (21.50 Uhr). Am Donnerstag, dem 24. November, folgten „Land der Berge Spezial: Kaiser Franz Joseph und das Salzkammergut“ (20.15 Uhr), „Kaiserstadt Bad Ischl“ (21.05 Uhr) und „Kaiser, Tracht und Berge: Das Salzkammergut“ (21.55 Uhr).

„Menschen & Mächte: Kaiser Franz Joseph“ – 18. November, 22.45 Uhr, ORF 2

Das 18. Jahrhundert war eine Epoche pulsierender Neuerungen, rasanter politischer und gesellschaftlicher Veränderung. Franz Joseph verstand sich damals nicht als großer Motor und Reformer, eher als oberster Staatsbeamter, der diese Entwicklungen beobachtend begleitete. Heute selbstverständliche Errungenschaften wie Wahlrecht, Parteienstaat und Parlamentarismus wurden damals erkämpft. Der Kaiser reagierte auf diese Entwicklungen erst dann, wenn außenpolitische Misserfolge innenpolitische Reformen erzwangen und ihm keine andere Wahl mehr ließen. Geistig in der Ideenwelt des Absolutismus verankert, definierte er seine Rolle eher als Hüter vererbter Rechte – das sollte auch den Nationalitätenkonflikt verschärfen.

Auch am komplizierten Parkett internationaler Politik geriet der Monarch oft gehörig in Bedrängnis. Ob Kriege, diplomatische Strategien, Heiratspolitik, die krisengeschüttelte Bündnispolitik mit Deutschland, demokratische Zugeständnisse, Parlamentarismus, Verfassungsreform und der Umgang mit der Nationalitätenfrage – alle Entscheidungen, die Franz Joseph in diesem Zusammenhang traf, alles, was er unterließ, stand in einem dynastischen Bezugsrahmen. Der Name Franz Joseph war untrennbar mit den stetigen Zerfallserscheinungen des Vielvölkerstaates verknüpft. Seinem Nachfolger Kaiser Karl I. blieb die Verwaltung der Konkursmasse, die Administration des Untergangs. Der passionierte Jäger Franz Joseph war erfolgreicher als der Politiker Franz Joseph.

Das Studium von Briefen, Korrespondenzen bzw. unveröffentlichte Tagebücher damaliger „Zeitzeugen“ brachte bisher wenig beachtete Facetten in den privaten Beziehungen des Kaisers zum Vorschein. Der Franz-Joseph-Mythos speist sich aus der Verklärung des Tragischen, der Idealisierung des Privaten und der „Privatisierung“ des Politischen. Während die traditionsreiche britische Monarchie erst seit dem frühen Tod von Prinzessin Diana über eine überragende Kultfigur verfügt, läuft in Österreich die „Franz Joseph und Sisi“-Verklärungsmaschine schon lange auf Hochtouren. Die 1955/1956 produzierte „Sissi“-Trilogie machte die beiden zum international prominentesten österreichischen Liebespaar. Seither lässt sich mit der „guten alten Zeit“ hervorragend Geld verdienen. Allein das Schloss Schönbrunn wird jährlich von mehr als zwei Millionen Touristen besucht. Seine ehemals prominentesten Bewohner gehören zur internationalen Verkaufsstrategie des „Homo Austriacus“. Daher beleuchtet die Dokumentation von Andreas Novak auch den Umgang mit Geschichte und Tradition, den Entstehungsprozess von Verklärung und Stereotypen, die Geschichtsbilder prägen.

Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar und wird auch als Live-Stream angeboten.

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