- 17.11.2016, 10:36:48
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VIER PFOTEN bringt albanische Bärinnen Luna und Jeta in Sicherheit
Zwei der traurigsten Bären Europas gerettet

Utl.: Zwei der traurigsten Bären Europas gerettet =
Wien (OTS) - Für Vergnügungspark-Bärin Luna und Selfie-Bärin Jeta,
zwei der traurigsten Bären Europas, die in Albanien jahrelang in
qualvoller Gefangenschaft leben mussten, ist die Zeit des Leidens
endlich vorbei. Ein Team von VIER PFOTEN konnte vergangenen Dienstag
und Mittwoch in Kooperation mit dem albanischen Umweltministerium und
den lokalen Behörden die beiden Bärinnen retten und sie in den Zoo
von Tirana bringen. Hier werden Luna und Jeta über den Winter
untergebracht, gut ernährt und medizinisch versorgt.
Im kommenden Frühjahr werden beide dann ihr endgültiges Zuhause in
dem von VIER PFOTEN geführten BÄRENWALD Prishtina im Kosovo beziehen.
„Wir danken dem albanischen Umweltministerium und den Behörden vor
Ort für ihre tatkräftige Unterstützung bei der Rettung von Luna und
Jeta”, sagt VIER PFOTEN Wildtierexperte Thomas Pietsch. „Die beiden
sind gut im Zoo Tirana angekommen und in Sicherheit. In den kommenden
Monaten werden Zootierpfleger in Absprache mit VIER PFOTEN die Bären
versorgen und aufpäppeln.“
Vergnügungspark-Bärin Luna:
Luna lebte in einem winzigen, schmutzigen Käfig im Vergnügungspark
Aulona in Vlore im Süden Albaniens. Ständig war die etwa drei bis
vier Jahre alte Bärin schutzlos der Witterung und ohrenbetäubendem
Lärm durch Musik, Besucher und laute Fahrgeschäfte ausgeliefert.
Vergangenen Dienstag konnte das VIER PFOTEN-Team in Anwesenheit von
Polizei und dem örtlichen Veterinärinspektor die Bärin betäuben,
untersuchen, mit einem Mikrochip versehen und sie dann in einer
Tierambulanz in den Zoo von Tirana bringen. Einige Zeit zuvor war das
Tier von den albanischen Behörden bereits formal beschlagnahmt
worden. Dennoch war beim Besitzer vor Ort viel Überzeugungsarbeit
nötig, um Luna schließlich übernehmen zu können.
Selfie-Bärin Jeta:
Jeta wurde jahrelang von ihrem Besitzer im Sommer bei sengender Hitze
an einer Kette, die an einem Ring durch ihre Nase befestigt war, über
albanische Strände, durch Städte und touristische Sehenswürdigkeiten
geführt und Leuten für kleine Geldbeträge als Motiv für ein
Selfie-Foto angeboten. Jeder Zug an der Kette bedeutete für die etwa
15 Jahre alte Bärin schlimme Schmerzen. Wenn sie nicht gerade
arbeiten musste, fristete sie ihr trauriges Dasein auf bloßem Beton,
angekettet in einem finsteren Verschlag neben dem Haus ihres
Besitzers in Korca. Am vergangenen Mittwoch konnte auch sie mit
tatkräftiger Hilfe der albanischen Behörden von VIER PFOTEN befreit
werden. Das Tierärzteteam von VIER PFOTEN betäubte die Bärin, versah
sie mit einem Mikrochip, entfernte den Metallring aus ihrer Nase und
untersuchte sie. Es stellte sich heraus, dass die nahezu zahnlose
Bärin mehrere blutende Löcher in ihrer Nase hat, unterernährt ist und
an einer Augenkrankheit leidet. Trotz ihres geschwächten Zustands
konnte Jeta die Reise zum Zoo in Tirana antreten.
Im Frühjahr 2017, sobald der Bau neuer Gehege im BÄRENWALD Prishtina
im Kosovo
(http://www.vier-pfoten.at/projekte/baeren/baerenwald-prishtina/)
abgeschlossen ist, wird VIER PFOTEN Luna und Jeta dorthin bringen. Im
BÄRENWALD werden sie zusammen mit 16 kosovarischen ehemals leidenden
Restaurant-Bären und den drei in diesem Jahr von VIER PFOTEN aus
Albanien geretteten Bären Tomi, Pashuk und Gjina in großen,
naturnahen Freigehegen professionell betreut und bis zu ihrem
Lebensende ein glückliches Bärenleben führen.
„Wir sind sehr froh darüber, dass Luna und Jeta nicht mehr leiden
müssen. Doch wir sind noch nicht am Ziel angelangt. Denn in Albanien
vegetieren immer noch geschätzte 40 bis 50 Bären unter entsetzlichen
Haltungsbedingungen“, betont Thomas Pietsch. „Daher hoffen wir, dass
das albanische Umweltministerium den im September angekündigten Bau
einer Bären-Auffangstation im Mount Nationalpark Mali Dajti in der
Nähe von Tirana möglichst schnell umsetzen kann. VIER PFOTEN berät
das Ministerium gern bei der Planung und Umsetzung des Bauvorhabens.“
Um eine nachhaltige Lösung für alle Bären in Albanien zu schaffen,
ist neben einer Auffangstation außerdem auch eine konsequente
Umsetzung geltender Gesetze und ein Verbot der Privathaltung von
Bären nötig. VIER PFOTEN hatte daher im August eine Online-Petition
(www.savethesaddestbears.com) gestartet, die bereits von knapp einer
Viertelmillion Menschen weltweit unterschrieben wurde. Die Petition
soll den albanischen Umweltminister Lefter Koka darin bestärken, den
Schutz von wildlebenden und in Gefangenschaft gehaltenen Bären zu
verbessern.
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