• 16.11.2016, 11:08:27
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Leichtfried präsentiert Maßnahmenpaket Industrie 4.0

Ausschreibungsstart für zwei neue Pilotfabriken – Infrastrukturministerium arbeitet an Strategie für neuen Mobilfunkstandard 5G

Utl.: Ausschreibungsstart für zwei neue Pilotfabriken –
Infrastrukturministerium arbeitet an Strategie für neuen
Mobilfunkstandard 5G =

Wien (OTS) - Um den Umstieg der heimischen Wirtschaft auf die
digitalisierte und automatisierte Produktion zu unterstützen, hat das
Infrastrukturministerium (bmvit) ein Maßnahmenpaket für Industrie 4.0
geschnürt. „Wir werden unseren Wirtschaftsstandort so herrichten,
dass die Unternehmen und die Arbeitskräfte von der Industrie 4.0
profitieren“, betont Infrastrukturminister Jörg Leichtfried in einem
gemeinsamen Pressegespräch mit Arbeiterkammer-Präsident Rudi Kaske,
dem Präsidenten der Industriellenvereinigung, Georg Kapsch, und
TU-Wien-Rektorin Sabine Seidler in der Pilotfabrik Industrie 4.0 in
Wien Aspern. Das Paket beinhaltet unter anderem jährliche
Forschungsförderungen in der Höhe von 185 Millionen Euro,
Pilotfabriken, Stiftungsprofessuren, den Verein „Plattform Industrie
4.0“ und begleitende Studien.

Im Rahmen des Pressegesprächs gab der Minister heute den
Ausschreibungsstart für zwei weitere Pilotfabriken bekannt. Hier
können Industrie und Wissenschaft gemeinsam neue Verfahren entwickeln
und Produktionsprozesse in einem realistischen Umfeld erproben. Das
Infrastrukturministerium übernimmt dabei die Hälfte der Kosten – bis
zu zwei Millionen Euro für drei Jahre. An den zwei Standorten sollen
neue Ansätze zu Verfahrenstechnik und Fließband-Produktion („Diskrete
Produktion“) erforscht und damit neue Methoden für den Einsatz
innovativer Werkstoffe bzw. zur Produktion kleiner Stückmengen
gefunden werden. „Mit den Pilotfabriken haben auch Klein- und
Mittelbetriebe die Chance, neue Technologien und Produktionsverfahren
zu testen, ohne die Produktion im eigenen Betrieb dabei zu
beeinträchtigen“, erklärt Infrastrukturminister Leichtfried die
Vorteile.

Insgesamt fördert das Infrastrukturministerium Forschung und
Entwicklung im Bereich Industrie 4.0 mit 185 Millionen Euro im Jahr.
Dabei finanziert das bmvit unter anderem Stiftungsprofessuren, die in
enger Kooperation mit der forschenden Industrie an neuen Werkstoffen
und Produktionstechnologien arbeiten. Das Infrastrukturministerium
hat auch mehrere Studien in Auftrag gegeben, die die Auswirkungen von
Industrie 4.0 auf Ausbildung und Arbeitsmarkt in Österreich
untersuchen. Zudem investiert das Infrastrukturministerium in die
Grundlagen für den digitalisierten Wirtschaftsstandort. Neben der
Breitbandmilliarde zum flächendeckenden Ausbau von schnellem Internet
bis 2020 wird schon jetzt an der Umsetzung der nächsten
Technologiegeneration gearbeitet: Ende 2017 wird der
Infrastrukturminister eine 5G-Strategie für die Telekom-Infrastruktur
vorlegen, mit der der Standort für den neuen Mobilfunkstandard fit
gemacht wird.

Um die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt zu
erforschen und Handlungsvorschläge zu erarbeiten, hat das
Infrastrukturministerium gemeinsam mit der Arbeiterkammer (AK) und
der Industriellenvereinigung (IV) die „Plattform Industrie 4.0“ ins
Leben gerufen. Ebenfalls beteiligt sind Unternehmen, Universitäten
und Interessensverbände.

Die AK stellt dabei die Themenfelder Arbeitsorganisationen und
Arbeitsbedingungen in den Vordergrund. „Uns ist wichtig, dass die
soziale Absicherung auf hohem Niveau erhalten bleibt, auch in neuen
Arbeitsformen im digitalen Umfeld“, erklärt AK-Präsident Kaske.
Qualifizierung, Weiterbildung und neue Formen der Mitbestimmung sind
dafür bestimmende Faktoren. „Uns geht es darum, den besten Weg zu
finden, die Möglichkeiten der Digitalisierung optimal umzusetzen und
fair zu verteilen – zum Nutzen der Unternehmensentwicklung und zur
Verbesserung der Arbeitsplatzqualität“, begrüßt Kaske die neuen
Ausschreibungen des Infrastrukturministeriums, die sich auch mit den
Auswirkungen von Industrie 4.0 auf die Arbeitswelt befassen.

„Wir müssen die Überzeugung verankern, dass wir die
Herausforderungen von heute nur mit Technologie lösen können. Um die
Digitalisierung bestmöglich zu gestalten, ist dringend bereits im
vorschulischen Bereich anzusetzen“, ergänzt IV-Präsident Georg
Kapsch.

„Die TU-Pilotfabrik ist ein zentraler Baustein im strategischen
Schwerpunkt Industrie 4.0. Hier passieren Grundlagenforschung,
anwendungsorientierte Forschung in Kooperation mit der Wirtschaft,
forschungsgeleitete Lehre und Weiterbildung. Diese Bereiche greifen
wie Zahnräder ineinander, sodass das Wissen das hier produziert wird
Österreich im internationalen Wettbewerb stärkt“, bestätigt auch
TU-Wien-Rektorin Sabine Seidler die Vorteile der Pilotfabrik für
Wissenschaft und Industrie.

SERVICE: Weitere Informationen zu den heute startenden
Ausschreibungen zu den bmvit-Pilotfabriken finden Sie auf der Website
der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG unter:

https://www.ffg.at/21-ausschreibung-produktion-der-zukunft

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