„kreuz und quer“ am 15. November: „Sankt Martin – Soldat, Asket, Menschenfreund“ und „Die Gerechten unter den Völkern“

Wien (OTS) - Jedes Jahr im November erleuchten die Laternen der Kinder Dörfer und Städte vor allem in Deutschland und Österreich. Sie erinnern an Europas wohl bekanntesten Heiligen: den heiligen Martin. Die Legende von der Mantelteilung prägt unser Bild von ihm bis heute. Doch wer ist der Mann, dessen Name allein in Frankreich 3.600 Kirchen tragen? Diese Frage beantwortet die Dokumentation „Sankt Martin – Soldat, Asket, Menschenfreund“ von Fritz Kalteis, die „kreuz und quer“ – präsentiert von Doris Appel – am Dienstag, dem 15. November 2016, um 22.35 Uhr in ORF 2 zeigt und die anlässlich von Martins 1.700. Geburtstag ausgestrahlt wird. Um 23.30 Uhr folgt eine Dokumentation über Retter und Helfer im Nationalsozialismus, in der Andrea Morgenthaler und Franziska Aringer an den Mut und Einsatz der „Gerechten unter den Völkern“ erinnern.

„Sankt Martin – Soldat, Asket, Menschenfreund“ – Eine Dokumentation von Fritz Kalteis

Beinahe alles, was wir von Martin wissen, stammt aus der Feder von Martins Biografen Sulpicius Severus. Sulpicius entwirft das Bild eines Mannes, der mit den Zügen von Propheten, Aposteln, Märtyrern alle Formen der Heiligkeit in sich vereint. Martin zerstört heidnische Götzenbilder und Tempel, treibt Teufel und Dämonen aus, heilt Kranke, erweckt Tote zum Leben und vollbringt allerlei weitere Wunder.

Mann mit Mission: „Sankt Martin – Soldat, Asket, Menschenfreund“ schält aus der Martinslegende die historische Figur heraus und stellt sie in den Kontext ihrer Zeit. Die Dokumentation von Fritz Kalteis zeigt Martin als vom Christentum bewegten Soldaten, der gegen alle Widerstände eine geistliche Laufbahn einschlägt. Er wird zum Pionier des westlichen Mönchstums, zum zielstrebigen Verfechter seiner Überzeugungen gegen Kaiser und Klerus und letztlich zum ersten Heiligen der Christenheit, der nicht als Märtyrer stirbt.

Von Szombathely nach Tours: An Originalschauplätzen in Martins Geburtsort Szombathely, in Ligugé, Tours und Trier spürt der Film dem Vermächtnis Martins und dessen Bedeutung in der Gegenwart nach. Spielszenen, in denen der Wiener Burgschauspieler Peter Matic und sein Sohn Paul in der Rolle des Martin glänzen, lassen die Wendepunkte im Leben des Soldaten, Asketen, Heilers und Bischofs lebendig werden.

Ikone der Nächstenliebe: Martin ist der Nationalheilige von Frankreich und der Slowakei sowie der Landespatron des Burgenlandes in Österreich. Im Zentrum dieser seit nun fast 1.700 Jahren andauernden Verehrung steht eine Ikone der Barmherzigkeit: der Soldat auf dem hohen Ross, der vor den Toren der Stadt Amiens seinen roten Mantel mit dem Schwert trennt, um ihn mit dem Bettler zu teilen. Dieses Bild braucht keine Predigt, um verstanden zu werden. Martins Haltung der tätigen Nächstenliebe macht ihn seit Jahrhunderten zur Identifikationsfigur für ein Europa, das angesichts der gegenwärtigen Flüchtlingsbewegungen erneut vor gewaltigen Herausforderungen steht.

Eine Koproduktion von Metafilm und Tellux-Film in Koproduktion mit ARTE, Bayerischem Rundfunk, ARD-alpha und ORF, gefördert vom Fernsehfonds Austria und dem Bundesministerium für Bildung.

„Die Gerechten unter den Völkern – Retter und Helfer im Nationalsozialismus“ – Ein Film von Andrea Morgenthaler und Franziska Aringer

Yad Vashem ist die bedeutendste Gedenkstätte des Holocaust. Das Dokumentationszentrum hat es sich zur Aufgabe gemacht, neben der wissenschaftlichen Aufarbeitung der nationalsozialistischen Gräuel auch die Geschichten der Menschen, die Humanität und Hilfsbereitschaft gezeigt haben, als „Gerechte unter den Völkern“ zu ehren.

Der Film handelt von mutigen Menschen und ihren Familien, die ihr Leben riskiert haben, um verfolgte Juden zu retten: Jaroslawa Lewickaja aus dem polnischen Zloczow, die es in Kauf nahm, dass sie hätte erschossen werden können; Eberhard Helmrich, der auf seiner Farm 300 jüdische Zwangsarbeiter beschäftigte, um SS-Soldaten zu versorgen; sowie die holländische Familie Boissevain, die drei Juden auf ihrem Dachboden versteckten – trotz der Gefahr, dass sie bei einer Razzia entdeckt würden. Auch in Österreich gab es Gerechte wie den Steirer Franz Leitner, der mehrere hundert Kinder im KZ Buchenwald rettete. Die Wiener Schauspielerin Dorothea Neff gewährte in ihrer Wohnung ihrer jüdischen Freundin Lilli Wolf jahrelang Unterschlupf. Dorothea Neffs Schülerin Andrea Eckert berichtet über ihre berühmte Lehrerin. Anhand dieser außergewöhnlichen Lebenslinien sollen die Möglichkeiten, sich unter widrigsten Bedingungen für Menschlichkeit und Mitleid zu entscheiden, gezeigt und den „Stillen Helfern“ ein Denkmal gesetzt werden.

Sie sind der Beweis, dass es Alternativen gab. Mehr als 24.000 Menschen hat Yad Vashem bis heute als „Gerechte“ geehrt. Immer noch kommen jedes Jahr ein paar neue hinzu. Trotzdem sind die Geschichten dieser Menschen nach wie vor beinahe unbekannt. Die Dokumentation will diese unbekannten Geschehnisse erzählen und an den Mut und Einsatz der „Gerechten unter den Völkern“ erinnern. Regisseurin Andrea Morgenthaler begibt sich auf eine Spurensuche u. a. nach Jerusalem und New York und erforscht die Akten der Helmrichs, der Boissevains und Jaroslawa Lewickaja. Die Geschichten der österreichischen Gerechten Dorothea Neff und Franz Leitner werden von Franziska Aringer erzählt.

Die Sendungen sind auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) – vorbehaltlich vorhandener Online-Lizenzrechte – als Live-Stream sowie nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar.

Das gesamte TV-Angebot des ORF – ORF eins, ORF 2, ORF III sowie ORF SPORT + – ist auch im HD-Standard zu empfangen. Alle Informationen zum ORF-HD-Empfang und zur Einstellung der neuen HD-Angebote finden sich auf der Website hd.ORF.at, die ORF-Service-Hotline 0800 / 090 010 gibt kostenfrei aus ganz Österreich persönliche Hilfestellung.

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